Schorndorf

Lange Schlangen vor der Postbank-Filiale in Schorndorf: Was steckt dahinter?

Post Schorndorf
Vor dem Postbank-Finanzcenter in der Johann-Philipp-Palm-Straße herrscht reger Betrieb. © Palmizi

Pakete in der Schorndorfer Stadtmitte abgeben oder abholen - das dauert mitunter ziemlich lange. Zu den Stoßzeiten bilden sich vor der Postbank-Filiale in der Johann-Philipp-Palm-Straße meterlange Schlangen. Kunden müssen also viel Zeit und Geduld mitbringen. Doch was sind die Gründe für den Stau - liegt es an den verkürzten Öffnungszeiten oder fehlenden Mitarbeitern? Wir haben bei den Verantwortlichen nachgehakt.

Der Hauptgrund: Das Online-Geschäft während der Corona-Pandemie boomt

„Die Post kriegt es einfach nicht auf die Reihe.“ Ein Satz, den man in diesem Zusammenhang öfters hört. Dabei ist die Deutsche Post DHL Group für diese Filiale überhaupt nicht zuständig. Es handelt sich nämlich um eine Partnerfiliale mit dem Namen „Postbank Finanzcenter“, verantwortlich ist die Postbank. „Seit den 90er Jahren kooperiert die Deutsche Post mit Partnern, beispielsweise aus dem Einzelhandel“, erklärt DHL-Pressesprecherin Jasmin Derflinger.

Die Filiale in Schorndorf sei eine von bundesweit 13.000 Partner-Filialen. „Die Postbank hat mit uns einen Vertrag, dass sie in ihren Räumlichkeiten Dienste der Deutschen Post anbieten darf. Dadurch müssen sie sich aber auch um die Mitarbeiter, Öffnungszeiten und den sonstigen Ablauf selbst kümmern.“ Das eigentliche Post-Unternehmen hat mit der Filiale in der Johann-Philipp-Palm-Straße nichts zu tun.

Die Fragen müssen also an die Postbank gerichtet werden. „Für die Warteschlangen vor unserer Filiale gibt es verschiedene Gründe“, sagt Postbank-Pressesprecher Oliver Rittmaier. „An erster Stelle steht das seit der Corona-Pandemie gestiegene Sendungsaufkommen durch den florierenden Online-Handel.“

Zu wenige Mitarbeiter? "Der Eindruck täuscht"

Insbesondere in der Vorweihnachtszeit bis Mitte Januar sei der Andrang besonders groß gewesen, heißt es aus der Unternehmenszentrale. Ein weiterer Grund seien die stengen Hygienemaßnahmen in der Filiale, weshalb sich nur eine begrenzte Anzahl an Kunden in der Filiale aufhalten darf. „Der begrenzte Zugang führt dazu, dass unsere Kunden leider draußen warten müssen.“

Den Vorwurf, die langen Wartezeiten resultieren aus einem Mitarbeitermangel, weist Rittmaier allerdings zurück. „Die Mitarbeiter in unseren Filialen sind während der Öffnungszeiten auch im Back-Office-Bereich der Filiale tätig, um etwa Pakete zu erfassen oder einzusortieren.“ Das habe zur Folge, dass viele Mitarbeiter für die Kunden nicht sichtbar seien.

„Dadurch kann bei den Kunden der Eindruck entstehen, es wären nicht alle Schalter besetzt oder zu wenig Mitarbeiter in der Filiale“, so der Pressesprecher. Das stimme aber nicht. Zudem sei die Personalsituation in der Schorndorfer Filiale aktuell angespannt. „Grund dafür sind kurzfristige Personalausfälle.“ Eine Infektion mit dem Coronavirus sei aber nicht dabei.

Das Schreibwarengeschäft Papyrus bietet keinen DHL-Paketshop mehr an

Dass die verkürzten Öffnungszeiten zu Staus am Nachmittag oder an Samstagen führen, ist der Postbank bewusst. Aus wirtschaftlichen Gründen wurden diese bereits im November 2020 angepasst, seitdem hat die Filiale über die Mittagszeit geschlossen. „Damit gewinnen wir Personalkapazitäten, die wir für einen stabilen Betrieb während der Öffnungszeiten wieder einsetzen“, erklärt Oliver Rittmaier.

Neben den Erklärungen der Postbank lässt sich noch ein weiterer Faktor finden, der für den Hochbetrieb in der Filiale sorgt: das Schreibwarengeschäft Papyrus am Markt. Lange Zeit war in dem Geschäft, das auch griechische Weine anbietet, ein Paketshop der Deutschen Bank integriert. Viele Schorndorfer nutzten das Angebot am Marktplatz. Seit einem knappen halben Jahr gibt es diesen Paketshop allerdings nicht mehr, weshalb die Postbank-Filiale in der Johann-Philipp-Palm-Straße für die gesamte Schorndorfer Paket-Flut verantwortlich ist.

Pakete in der Schorndorfer Stadtmitte abgeben oder abholen - das dauert mitunter ziemlich lange. Zu den Stoßzeiten bilden sich vor der Postbank-Filiale in der Johann-Philipp-Palm-Straße meterlange Schlangen. Kunden müssen also viel Zeit und Geduld mitbringen. Doch was sind die Gründe für den Stau - liegt es an den verkürzten Öffnungszeiten oder fehlenden Mitarbeitern? Wir haben bei den Verantwortlichen nachgehakt.

Der Hauptgrund: Das Online-Geschäft während der Corona-Pandemie

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper