Schorndorf

Lorcher Schock-Gruppe meldet Insolvenz an

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Symbolbild. © Ramona Adolf

Lorch. Die Schock Profilsysteme GmbH & Co. KG, die MS Profiltechnik GmbH und die Schock Verwaltungs GmbH mit Sitz in Lorch-Waldhausen haben Insolvenz angemeldet. Die drei Firmen haben ihre Wurzeln in den Schorndorfer Traditionsunternehmen Schock. 2006 war die Profiltechnik von Schock nach Lorch-Waldhausen umgezogen und die Küchensparte des Unternehmens ins bayrische Regen verlagert worden.

Wie die Insolvenzverwalter der drei zur Lorcher Schock-Gruppe gehörenden Unternehmen mitteilen, haben die drei Gesellschaften Insolvenzanträge am Amtsgericht Aalen gestellt. Die rund 100 Mitarbeiter seien bis einschließlich August über das Insolvenzgeld abgesichert. Rechtsanwälte Dr. Holger Leichtle, Sebastian Krapohl und Holger Blümle von Schultze & Braun zu vorläufigen Insolvenzverwaltern bestellt. „Wir halten den Geschäftsbetrieb in allen Gesellschaften ungeachtet der Insolvenzanträge in vollem Umfang aufrecht“, betonte Dr. Holger Leichtle, der für Schock Profilsysteme GmbH & Co. KG zuständige Insolvenzverwalter, in einer Pressemitteilung. „Alle bestehenden Aufträge werden fach- und zeitgerecht sowie ohne Abstriche bei den hohen Qualitätsanforderungen erfüllt. Schock ist selbstverständlich bereit und in der Lage, neue Aufträge anzunehmen und zu bearbeiten.“ Die rund 100 Mitarbeiter der Unternehmensgruppe, die überwiegend in den Profilsystemen tätig sind, werden bis einschließlich August über das Insolvenzgeld abgesichert.

Unternehmen wurde 1924 in Schorndorf gegründet

Ursache der wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind nach Unternehmensangaben der Preisdruck bei Kunststoffprofilen am Markt, hohe Altverbindlichkeiten aus der Zeit der Gesellschaftsgründung sowie hohe Kosten interner Restrukturierungsmaßnahmen. Eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen sollen darüber hinaus zu einem Rückgang der Kapazitäten und des Umsatzes geführt haben, so dass schlussendlich nicht mehr ausreichend Liquidität zur Verfügung gestanden habe.

Gegründet worden war das Unternehmen 1924 in Schorndorf als Schreinerei von den Schock-Brüdern Wilhelm (Kaufmann), Hermann (Schreiner) und Karl (Techniker). 1938 begann die Produktion von metallüberzogenen Zierleisten. 1957 wurden die ersten Kunststoffprofile hergestellt. Badezimmer, Spülen und andere Produkte folgten ebenso Werke im In- und Ausland. Schock gilt als Erfinder der Quarzkomposit-Spülen. Mehr als 60 Prozent aller Spülen auf der ganzen Welt werden nach Firmenangaben heute nach diesem Verfahren produziert. 1995 hatte die Schock-Gruppe noch rund tausend Personen beschäftigt. Danach ging’s bergab, 2001 war das einstige Familienunternehmen zum Sanierungsfall geworden und Zug um Zug an Investoren verkauft. – Die Küchensparte im bayrischen Regen, die Schock GmbH, ist im Gegensatz zur Profiltechnik auf Wachstumskurs. Laut im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsbericht beschäftigte die Schock GmbH, Regen, 2017 nahezu 500 Mitarbeiter und wies einen Umsatz von rund 76 Millionen Euro auf.


Anmerkung der Redaktion: Eine frühere Version des Artikels war mit einem Foto des Schock Gewerbeparkes in Schorndorf illustriert, was zu Irritationen führte. Die Schock Gemeinschafts-Gewerbepark GmbH & Co. KG in der Gmünder Straße in Schorndorf ist in keinster Weise in die Insolvenz der drei Lorcher Firmen von Schock Profilsysteme verwickelt. Auf diese Feststellung legt Joachim Schock, Geschäftsführer des Gewerbeparks, wert. Auf dem über rund 15 000 Quadratmeter großen, vollvermieteten  Gelände Areal des SchockAreal-Gewerbeparks an der Gmünder Straße haben 65 Unternehmen aus Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistung ihre Heimat gefunden, viele schon seit Beginn des Gewerbeparks in 2009.