Schorndorf

Maulwurf-Künstlerin hat sich gemeldet

80725ba0-de0b-48be-865d-f62e9903eac7.jpg_0
Der Maulwurf, wie er auf dem Erdhügel im Kreisverkehr stand. © Tim Tschirley

Remshalden. Seit der Maulwurf vor einigen Wochen aufgetaucht ist, hat Remshalden gerätselt: Wer hat die Figur auf den Erdhügel im Kreisverkehr in Grunbach gesetzt? Nun hat sich die Urheberin des Maulwurf-Streichs in unserer Redaktion gemeldet. Sie bietet der Gemeinde an, aus festerem Material, einen größeren zu bauen, der dauerhaft auf dem Hügel sitzen könnte.

Warum sie den Maulwurf in den Kreisverkehr gesetzt hat? „Der wollte da hin“, sagt die Frau, die vorerst anonym bleiben möchte. „Dieser hässliche Erdhügel war eine Steilvorlage. Ich dachte: Da muss ein Maulwurf hin.“ Einen politischen Hintergrund habe sie nicht: „Das sollte einfach nur die Leute amüsieren.“

Überwiegende Meinung: Maulwurf zurück auf den Kreisel

Das ist ihr definitiv gelungen. Der Maulwurf aus Pappmaché, etwa einen halben Meter hoch, hockte nur kurz auf dem Kreisel-Hügel, bevor ihn an einem windigen Tag der Wind herunterblies. Doch in der kurzen Zeit kamen viele Leute dort vorbei, sahen ihn und freuten sich. Eine tolle Idee – so lautete der grundsätzliche Tenor der Meinungen in der Remshaldener Facebook-Gruppe, wo Bilder vom Maulwurf und Vermutungen über seine Herkunft geteilt wurden. Die Figur muss unbedingt wieder auf den Kreisel, am besten dauerhaft, so die überwiegende Meinung. Auch Bürgermeister Stefan Breiter outete sich als Fan.

Maulwurf seither im Rathaus

Nachdem die Figur vom Hügel gefallen war, sammelte ihn eine Bürgerin ein und gab ihn im Rathaus ab. Dort sitzt er seitdem als Fundsache auf einem Flur.

Künstlerin: "Ich hätte schon Lust, einen großen zu bauen"

Die Maulwurf-Künstlerin sagt, sie habe sich erst eigentlich gar nicht melden wollen. „Weil ich mich nicht so gerne in den Mittelpunkt stelle“, meint sie. Die Sache habe ja solche Wellen geschlagen, das habe sie gar nicht erwartet. Nun hat sie sich also nach nachdrücklichen Aufrufen doch dazu entschlossen, sich zu ihrem Werk zu bekennen. Und sagt: „Ich hätte schon Lust, einen großen zu bauen, auch mit dem entsprechenden Material.“ Allerdings nicht ganz umsonst, meint die Künstlerin. Wenn man sehe, was andere Gemeinden für ihre Kreisverkehre ausgeben, würde sie schon etwas verlangen. Auf der anderen Seite, überlegt sie, könnte die Gemeinde sich ja dann das Geld für die Bepflanzung des Erdhügels sparen: „Einmal Maulwurf bezahlt, nie wieder bepflanzt.“ Denn ein Maulwurf sitzt nun mal auf einem Erdhügel, nicht auf einem aus Blumen.

Bürgermeister: "Wir müssen mal schauen, wie wir zusammenkommen"

Bürgermeister Stefan Breiter hat schon mit der Künstlerin Kontakt aufgenommen. Einen Auftrag hat er ihr noch nicht erteilt, aber sie wird sich nun konkret Gedanken machen, wie mit anderen Materialien ein stabileres Maulwurfskunstwerk entstehen könnte. „Dies ohne großen Aufwand und unter keinerlei getätigten Kostenzusagen“, betont Breiter. Bisher gibt es kein Budget für Kreiselkunst in Remshalden. „Wir müssen mal schauen, wie wir zusammenkommen“, meint der Bürgermeister.

Hügel wird bepflanzt, ob mit oder ohne Maulwurf

Er findet die Idee nach wie vor gut. Er sei auch oft darauf angesprochen worden, sagt er. Ganz nackt, also als stilechten Maulwurfhügel, will Stefan Breiter die Kreiselmitte allerdings eher nicht lassen. Das Konzept sei, den Hügel zu bepflanzen, ob mit oder ohne Maulwurf. Der Kreisverkehr solle spätestens zur Gartenschau 2019 das präsentable Eingangstor der Gemeinde darstellen.

Gefahr durch den Maulwurf?

Wird der Maulwurf zum Kunstwerk? Das Recht könnte dem einen Strich durch die Rechnung machen. Wegen einer EU-Richtlinie und deren Umsetzung per Erlass von 2011 durch das Land Baden-Württemberg ist Kreiselkunst nicht mehr uneingeschränkt erwünscht.

Vorgabe ist: Die Kreiselkunst darf nicht verkehrsgefährdend sein. Der Erlass des Verkehrsministeriums besage, so teilt das Landratsamt des Rems-Murr-Kreises auf Anfrage mit, dass grundsätzlich keine starren Hindernisse in Kreisverkehren mehr installiert werden dürfen.