Schorndorf

"Meet5": Wie die Dating-App auch in Schorndorf ganz neue Kontakte ermöglicht

meet5
Gemeinsamer Ausstellungsbesuch in der Q-Galerie mit Führung durch Lothar Schifflers aktuelle Ausstellung – von Alex Schenk organisiert über die Dating-App „Meet5“. © privat

Gemeinsame Ausstellungsbesuche, Wanderungen in unbekannten Gefilden, Stammtisch-Treffen: Was während der Corona-Lockdowns überhaupt nicht möglich war, kann endlich wieder stattfinden. Wer sich in dieser Zeit des Aufbruchs auch mal mit anderen Leuten treffen, den Horizont erweitern und neue Orte kennenlernen will, für den hat Alex Schenk eine tolle Empfehlung: Über „Meet5“, eine App für Gruppentreffen, hat er unlängst erst 18 Interessierte zu einer Sonntagsführung durch Lothar Schifflers „Airlines“-Ausstellung in der Q-Galerie gelockt – und ein paar Tage später ein halbes Dutzend in seine Laden-Galerie „Feuer & Flamme“, wo der Fellbacher Künstler Valentin Vitanov gerade ausstellt. Mit „Kunst und Tapas“ hat Schenk seine Einladung in der Dating-App überschrieben. Vor der Kurzführung gab’s ein Glas Sekt, danach ein gemeinsames Essen beim Griechen gegenüber – und dazwischen ganz viel unkomplizierte Begegnungen.

Das Spannende: „Man weiß vorher nicht, mit wem man es zu tun hat“

Wer mit den klassischen Dating-Apps, über die oft der Partner fürs Leben gesucht wird, nichts anfangen kann, für den ist „Meet5“ vielleicht was: Hier stehen ungezwungene Gruppentreffen im Vordergrund. Freundschaften können entstehen, müssen aber nicht. „Der Druck ist nicht da“, sagt Schenk und hat nicht nur die beiden Kunstführungen initiiert, sondern auch gleich zu einer Stand-up-Paddel-Aktion auf der Rems eingeladen, zum Grillen auf einem Garten-Grundstück und zum Mondschein-Schwimmen im Plüderhäuser Badesee. Das Spannende für ihn ist dabei: „Man weiß vorher nicht, mit wem man es zu tun hat.“

Und tatsächlich haben sich von seinen Aktionen bisher auch nicht nur Schorndorferinnen und Schorndorf angesprochen gefühlt: Zur Kurzführung durch Vitanovs Ausstellung sind Teilnehmer/-innen aus Murrhardt und dem Filstal angereist. Sie alle sind daran interessiert, neue Orte und unverbindlich neue Menschen kennenzulernen. Manche haben sich sogar bei anderen Gelegenheit schon getroffen – so wie Alex Schenk und Willy bei einem Stammtisch-Treffen in Stuttgart. Der Murrhardter ist seit Anfang April bei „Meet5“, hat schon an insgesamt 13 Treffen teilgenommen, ist dafür bis nach Heilbronn, Burg Stettenfels, Nürtingen und zweimal nach Schorndorf gefahren. Als Alleinstehender genießt er es, nach der harten Corona-Zeit endlich wieder mehr Kontakte zu haben – „und ungezwungen mit anderen Leuten zusammenzukommen“. Dafür hat er auch selbst schon Wanderungen rund um Murrhardt organisiert, die in der „Meet5“-Community gut angekommen sind.

Aus dem Filstal ist auch Chrissie hergefahren: Als gesprächiger Typ, sagt sie, unterhalte sie sich gerne mit anderen Menschen über alle mögliche Themen. Über „Meet5“ hat sie jetzt schon häufiger Gelegenheit dazu gehabt: Vor sechs Wochen hat sie sich erst angemeldet und war schon bei einer Wanderung dabei, im Klettergarten, bei einem Stammtisch-Treffen, hat sich für eine Lesung mit Konzert in Stuttgart angemeldet – und ist ganz euphorisch. Als Single, sagt sie, sei’s mit der Freizeitgestaltung eben nicht immer einfach. Sich an Paare dranzuhängen – keine ideale Lösung. Wie ihre Freunde ticken, weiß sie. Darum findet sie’s spannend, neue Menschen kennenzulernen und aus ihrer Blase rauszukommen. Und es scheint zu funktionieren: Über die Dating-App hat sie jetzt schon so viele Leute kennengelernt, dass sie mit anderen für Treffen, für die sie sich angemeldet hat, sogar Fahrgemeinschaften bilden konnte.

Gute Erfahrungen mit „Meet5“ hat auch Steffen gemacht. Auch er kommt aus dem Filstal, war jetzt schon das zweite Mal für ein Gruppentreffen in Schorndorf und freut sich, dass er plötzlich ohne großen Aufwand andere Leute für Freizeitaktivitäten finden kann.

Die Zahl der Alleinstehenden ist hoch, der Frauenüberschuss deutlich

Und auch wenn bei den Treffen die Zahl der Alleinstehenden hoch ist und es meist einen Frauenüberschuss gibt, letztendlich geht es bei den Treffen um das Gruppenerlebnis und weniger um die Partnersuche. Voraussetzung allerdings ist, sagt Alex Schenk, „dass man Spaß an anderen Menschen hat“.

Das kann Sandra aus Wolfschlugen unterschreiben: Seit sechs Wochen ist die alleinerziehende Mutter von vier Kindern bei der Dating-App angemeldet und schon schwer beschäftigt: Einmal hat sie sich mit einer Gruppe zum Essen getroffen, ein anderes Mal war sie bei einem Unplugged-Konzertabend, jetzt in der Ausstellung in Alex Schenks Laden-Galerie und bald geht’s mit einer Gruppe zum Schwofen in die Zachersmühle. Überall hat sie bisher nette Leute kennengelernt. Dabei schätzt sie den geschützten Rahmen der Gruppentreffen – anders als bei Single-Börsen, von denen sie längst schon genug hat. Bei „Meet5“ hat sie ein gutes Gefühl: Zwei Jahre lang, erzählt sie, habe es gedauert, bis sie in ihrem Bekanntenkreis jemanden für einen Tanzkurs gefunden hat. Dann kam Corona und aus dem Tanzkurs wurde nichts. Da sie in ihr Profil eingegeben hat, dass sie gerne tanzt und Billard spielt, ist sie guter Dinge, dass sie auf diesem Weg bald einen passenden Tanzpartner findet – und ein paar Billard-Begeisterte dazu.

Auch Monika, ebenfalls aus dem Filstal, genießt die vielen neuen Kontakte: Während der Corona-Lockdowns saß sie zu oft allein daheim, jetzt war sie schon mit fünf anderen in einer Pizzeria in Schorndorf, beim Bowling und zweimal wandern. Plötzlich ist Freizeitplanung kein Stress mehr, sondern „eine Bereicherung“. Und der positive Nebeneffekt ist: In Schorndorf, wo sie sonst kaum ist, war sie jetzt innerhalb kurzer Zeit schon dreimal.

Gemeinsame Ausstellungsbesuche, Wanderungen in unbekannten Gefilden, Stammtisch-Treffen: Was während der Corona-Lockdowns überhaupt nicht möglich war, kann endlich wieder stattfinden. Wer sich in dieser Zeit des Aufbruchs auch mal mit anderen Leuten treffen, den Horizont erweitern und neue Orte kennenlernen will, für den hat Alex Schenk eine tolle Empfehlung: Über „Meet5“, eine App für Gruppentreffen, hat er unlängst erst 18 Interessierte zu einer Sonntagsführung durch Lothar Schifflers

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