Schorndorf

Mitten in Schornbach: Eigentumswohnungen für Ältere

Seniorenwohnungen
Im alten Pfarrgarten vor dem leerstehenden Pfarrhaus sollen die seniorengerechten Wohnungen entstehen. Im Bild Ortsvorsteherin Sandra Sachse. © Gabriel Habermann

Bekannte Wege, vertraute Gesichter: Wer viele Jahre lang in einem Ort gewohnt hat, möchte dort meist auch seinen Lebensabend verbringen. Das aber ist oft gar nicht so einfach. Gerade in den kleinen Ortschaften leben Senioren häufig in viel zu großen Häusern, weil sie in der Nähe keine altersgerechten Wohnungen finden. Andererseits suchen junge Familien händeringend nach bezahlbarem Wohnraum. Ideal für beide Seiten sind die Pläne des Schornbacher Ortschaftsrats und der Schorndorfer Stadtbau: Im Pfarrgarten, der mitten im Ort vor dem längst leerstehenden alten Pfarrhaus im Dornröschenschlaf liegt, entsteht ein Mehrfamilienhaus mit acht seniorengerechten Wohnungen. Baubeginn ist in diesem Jahr.

Der Bedarf ist groß - das zeigte eine Umfrage

Großes Glück hatte Sandra Sachse bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück für die gewünschten seniorengerechten Wohnungen. Dass der Bedarf dafür groß ist, das hatte eine Umfrage in Schornbach ergeben. Bei der Suche nach dem optimalen Standort war die Ortsvorsteherin auf den alten Pfarrgarten gestoßen und hatte deshalb bei der Pfarrgutsverwaltung des Landes angefragt. Dort erfuhr sie, dass die Behörde das Grundstück zwar nicht verkaufen, es aber in Erbpacht abgeben und ausschreiben wollte. Die Idee des Ortschaftsrats, an dieser Stelle seniorengerechte Wohnungen zu bauen, kam an. Überzeugen konnte Sandra Sachse nicht nur die Pfarrgutsverwaltung, sondern auch den damaligen Oberbürgermeister Matthias Klopfer. Die Lage der Wohnungen ist ideal: ebenerdig und mitten im Ort gelegen, ideal für Spaziergänge am Bach und fürs Mittagessen im nahe gelegenen Gasthaus „Lamm“.

Ein Gemeinschaftsraum und ein Garten für alle Bewohner

Entstehen sollen unter der Regie der Stadtbau acht Eigentumswohnungen, die bevorzugt an Menschen aus Schornbach abgegeben werden sollen. Voraussetzung ist, dass sie mindestens 60 Jahre alt oder gehbehindert sind. Interesse aus dem Ort ist vorhanden - das hat nach Angaben der Ortsvorsteherin eine Umfrage bereits ergeben, bei der sechs Personen ihr Interesse anmeldeten. Die Wohnungen mit Terrassen, Radstellplätzen, einem Gemeinschaftsraum und einer gemeinsamen Grünfläche im alten Pfarrgarten sollen behindertengerecht gebaut werden – und für die Bewohner die Option beinhalten, sich Mahlzeiten aus dem „Lamm“ liefern zu lassen und gegebenenfalls einen Pflegedienst zu buchen. Der Erbbaurechtsvertrag wurde nach Angaben von Stadtbauchef Martin Schmidt am 18. Oktober unterzeichnet. In der letzten Sitzung vor Weihnachten passierte das Baugesuch den Ortschaftsrat, in Kürze soll auch der Gemeinderat darüber abstimmen. Mitte dieses Jahres ist Baubeginn, die Bauzeit soll Martin Schmidt zufolge rund 16 Monate dauern.

Eine Chance für Senioren und Wohnraum für Familien

Damit haben der Ortschaftsrat und die Stadtbau zwei Ziele gleichzeitig erreicht. Denn die acht zwischen 35 und 70 Quadratmeter großen Eigentumswohnungen sollen nicht nur Senioren die Chance bieten, im Ort bleiben zu können, sondern auch Wohnraum für Familien frei machen. „Das ist der Fokus in den Teilorten“, weiß Stadtbauchef Martin Schmidt. Dass Schornbach deutlich schneller als erhofft zu den erwünschten Seniorenwohnungen kommt, freut Ortsvorsteherin Sandra Sachse natürlich riesig. „Es war ein Glücksfall, dass die Pfarrgutsverwaltung das Grundstück abgeben wollte.“

Nun hofft der Ortschaftsrat, in die Planungen auch noch das alte Pfarrhaus integrieren zu können. „Es steht leer, wir können aber nicht darüber verfügen“, erklärt die Ortsvorsteherin. Ideal wäre aus Schornbacher Sicht, in dem staatlichen Pfarrhaus einen Treffpunkt unterzubringen. „Die Frage ist, wie man das machen kann“, sagt Sandra Sachse.

Das Pfarrhaus ist schon lange verwaist

Einen eigenen Pfarrer hat die evangelische Kirchengemeinde Schornbach schon seit Jahren nicht mehr. Mit der Umsetzung des Pfarrplans 2015 und dem damit verbundenen Wegfall der Pfarrstelle in Schornbach werden die Kirchengemeinden Miedelsbach, Haubersbronn und Schornbach von Pfarrer Raphael Fauth und Pfarrer Christof Haß versorgt. Pfarrer Raphael Fauth wohnt in Miedelsbach und ist geschäftsführender Pfarrer für die Kirchengemeinde Schornbach. In dem großen denkmalgeschützten Pfarrhaus in Schornbach haben mehr als 35 Pfarrer-Generationen gelebt, der bekannteste unter ihnen war der Pfarrer und Liederkomponist Friedrich Glück, der von 1829 bis zu seinem Tode 1840 Pfarrer in Schornbach war und im Pfarrhaus wohnte.

Nach dem Wegfall der Pfarrstelle wurde das Gebäude eine Zeit lang von unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen bewohnt. Doch zugig und kalt war und ist es in dem alten Haus, das dem Land Baden-Württemberg gehört und längst saniert werden müsste. Am Ende ist es eine Kostenfrage, was passiert: „Die Zukunft ist ungewiss“, weiß Sandra Sachse.

Bekannte Wege, vertraute Gesichter: Wer viele Jahre lang in einem Ort gewohnt hat, möchte dort meist auch seinen Lebensabend verbringen. Das aber ist oft gar nicht so einfach. Gerade in den kleinen Ortschaften leben Senioren häufig in viel zu großen Häusern, weil sie in der Nähe keine altersgerechten Wohnungen finden. Andererseits suchen junge Familien händeringend nach bezahlbarem Wohnraum. Ideal für beide Seiten sind die Pläne des Schornbacher Ortschaftsrats und der Schorndorfer Stadtbau:

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