Schorndorf

Modernere Schule kostet 12,4 Millionen Euro

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Christo lässt grüßen: Die Folie, hinter der sich der Südtrakt der Gottlieb-Daimler-Realschule versteckt, ist aber nicht Teil eines Kunstprojekts, sondern Schutz vor den Rückbauarbeiten. © Schneider / ZVW
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Projektleiterin Tonia Fiebich, Bürgermeister Thorsten Englert und Pascale Sonnek vom Fachbereich Gebäudemanagement (von links) sind zufrieden mit dem Pavillon als Ausweichquartier. © Gaby Schneider

Schorndorf. Die Baustelle am Burg-Gymnasium war noch nicht abgeschlossen, da ging’s mit der Sanierung der Gottlieb-Daimler-Realschule bereits los: Mit Ferienbeginn wurde mit dem Rückbau der asbestbelasteten Fassade begonnen. In diesen ersten Bauabschnitt gehört auch die Sanierung der WCs, der Technik und – weil keine Ausweich-Container zu kriegen waren – der Umbau eines alten Pavillons: Dort werden künftig zwei Lehrküchen, ein Klassenzimmer und das Schülercafé zu finden sein.

12,4 Millionen Euro wird die Sanierung der Gottlieb-Daimler-Realschule voraussichtlich kosten – und damit halb so viel wie der Neubau des Burg-Gymnasiums: Die Bauzeit indes ist identisch: In drei Jahren soll es auch eine modernere Realschule geben. Im Anschluss kommen die Außenanlagen und die Sportflächen dran (Kostenpunkt: 3,1 Millionen Euro), außerdem muss die ehemalige Karl-Friedrich-Reinhard-Schule/Bürgle für den Umzug der Fuchshofschule vorbereitet werden. Im ersten Bauabschnitt, der mit Tag eins der Sommerferien im Südtrakt der Gottlieb-Daimler-Realschule begonnen hat, wird jetzt die Fassade rückgebaut, die lange schon bemängelten Toiletten saniert sowie die Heizleitungen und Heizkörper erneuert.

Inklusive Barrierefreiheit: Aufzug, Tür und Extratoilette

9,3 Millionen Euro sind für diesen Teil der Schulsanierung veranschlagt, in der auch die Hausaufgaben in Sachen Barrierefreiheit erledigt werden sollen: Dafür wird ein Aufzug eingebaut, eine Zugangstür mit elektromechanischem Drehtürantrieb und ein barrierefreies WC eingebaut.

Gebäude am Rand der Sportanlagen wird zum Ausweichquartier

Tüftelarbeit indes war gleich zu Beginn der Schulsanierung notwendig: Weil die Stadt keine Container zu einem akzeptablen Preis gefunden hat, kam Projektleiterin Tonia Fiebich auf die Idee, den Pavillon, in dem bisher die Hausmeister-Garage untergebracht war, aus dem Dornröschenschlaf zu wecken: Eigentlich als Abbruchobjekt bei der Stadtverwaltung gehandelt, wird das Gebäude am Rand der Sportanlagen bis Schuljahresbeginn für 320 000 Euro zum Ausweichquartier: Zwei Lehrküchen, ein Klassenzimmer und das Schülercafé werden dort eingerichtet.

Nur die Arbeiten an der Pavillonfassade sollen sich bis ins Schuljahr ziehen. Und die Planungszeit war denkbar knapp: Nachdem klar war, dass es keine Containerlösung geben kann, hat Projektleiterin Fiebich erst Anfang Juli mit der Planung beginnen können. Mit nachhaltigem Ergebnis: „Es gibt schon Ideen für die Nachnutzung“, sagt Pascale Sonnek vom Fachbereich Gebäudemanagement bei der Baustellentour.

Sanierung der Schulfassade dauert länger

Langwieriger wird sich die Sanierung der Schulfassade gestalten: Weil auch Asbest verbaut wurde, muss der Rückbau hinter Wetterschutzfolie stattfinden. Um die Belastung für die Schüler und Lehrer gering zu halten, wurde mit den Arbeiten darum auch schon während der Ferien begonnen.

Außentreppe ist bereits fertig

Und ist der Südtrakt der Realschule saniert, wird’s nahtlos mit der Sanierung des Mitteltraktes und schließlich mit dem Gebäudeteil weitergehen, in dem die Fachklassenräume untergebracht sind. Fertiggestellt ist bereits die neue Außentreppe von der Realschule zur Mensa in der Grauhalde. Dafür wurden auf dem abschüssigen Gelände bereits Sträucher und Büsche entfernt.


Missglückte Fluchttreppe

Weil die vor drei Jahren an der ehemaligen Karl-Friedrich-Reinhard-Schule angebaute Fluchttreppe funktionsuntüchtig ist, musste an der Gottlieb-Daimler-Realschule – bis der Fall vor Gericht entschieden ist – eine eigene kleine Treppe gebaut werden. 20 000 Euro, die sich die Stadt gut hätte sparen können: Eigentlich hätte es einen Steg von der Realschule zur gemeinsamen Fluchttreppe geben sollen. Stattdessen steht am ehemaligen Hauptschul-Gebäude seit Frühjahr 2016 eine provisorische Treppe.

Der Streitwert beläuft sich auf 70 000 Euro. Und der Prozess um die missglückte Fluchttreppe ist noch nicht zu Ende. Im Gegenteil: „Das macht unglaublich viel Arbeit“, sagt Pascale Sonnek vom Fachbereich Gebäudemanagement. Nächster Verhandlungstermin ist im Dezember.