Schorndorf

Motocross: Dieses Jahr kein WM-Lauf in Rudersberg

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Das Spektakel auf der Motocross-Strecke am Rettichkreisel fällt aus in diesem Jahr: Der MSC Wieslauftal hat den Weltmeisterschaftslauf der Seitenwagen aus finanziellen Gründen abgesagt. © Ralph Steinemann

Traurige Nachricht für die Motocross-Fans: In diesem Jahr wird es in Rudersberg keinen Weltmeisterschaftslauf der Seitenwagen geben. Der MSC Wieslauftal hat die Veranstaltung am 15. und 16. September abgesagt. Grund: Der Verein hat ein Loch in der Kasse.

Den Termin haben sich die Motorsport-Fans dick angestrichen in ihrem Terminkalender: Wer sich für den Motocross-Sport begeistert, macht sich seit Jahren an einem Wochenende im September auf den Weg zum Rettichkreisel am Königsbronnhof. Die besten Seitenwagen-Gespanne der Welt sorgen dort für ein Spektakel, das tausende Zuschauer an die Strecke lockt. In diesem Herbst schauen die Fans aber in die Röhre. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des MSC Wieslauftal haben die Clubmitglieder in geheimer Abstimmung – mit absoluter Mehrheit – entschieden, dass die gesamte Veranstaltung inklusive aller Rennen im Rahmenprogramm abgesagt werden soll. „Es fehlt uns schlichtweg an den finanziellen Rücklagen, um so ein großes Event stemmen zu können“, sagt Axel Siegle, der beim MSC Wieslauftal für die Pressearbeit zuständig ist. „Im Vorfeld der Veranstaltung brauchen wir einen mittleren fünfstelligen Betrag an liquiden Mitteln.“

Hoffnung für nächstes Jahr

Der Beschluss sei „alternativlos“ gewesen, sagt Siegle. „Wir können unseren Verein nicht aufs Spiel setzen, weil wir zu viel Risiko gehen.“ Der MSC sei vor der Entscheidung gestanden, 2018 auszusetzen und dafür im nächsten Jahr vielleicht wieder einen Lauf durchzuführen – „oder möglicherweise nie wieder“. Wichtig ist Siegle, dass die Absage des WM-Laufs keinesfalls das endgültige Ende der Großveranstaltung bedeutet. „Wir möchten 2019 wieder erstklassigen, hochkarätigen Sport bieten und werden genau prüfen, ob uns das möglich ist“, sagt er. Allerdings entscheide nicht ausschließlich der MSC darüber. „Wir müssen die Resonanz der offiziellen Stellen abwarten auf unsere Absage.“

Dass die Absage allen Beteiligten sehr schwer gefallen sei, stehe außer Frage. Schließlich sei der WM-Lauf wichtig für das Prestige des Vereins, mit dieser Veranstaltung seien der MSC und Rudersberg über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. „Rudersberg verbindet man in der Szene mit Motocross.“ Seit 2005 finden in Rudersberg ununterbrochen Seitenwagen-Weltmeisterschaftsläufe statt.

Schlechtes Wetter = weniger Zuschauer

Hauptgrund für das Loch in der Kasse sei die Entwicklung der vergangenen drei Jahre gewesen, sagt Siegle. 2015 und 2016 sei der Zuschauerzuspruch rückläufig gewesen, was auch dem schlechten Wetter geschuldet war. Im vergangenen Jahr waren die Bedingungen zwar besser und die Resonanz besser. „Dafür hatten wie ein paar unvorhergesehene Ausgaben, die wir in den Jahren davor nicht hatten. Und Sponsorengelder sind uns auch weggebrochen.“

Die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren hätten gezeigt, dass der Erfolg eines solchen Großevents von vielen Faktoren abhängig sei. „Es fehlt nicht nur an den Finanzen, sondern auch am Personal“, sagt Siegle. An der Veranstaltung selbst sei der MSC gut aufgestellt. „Wir brauchen zehn bis 20 Leute, die sich in der Vorplanung engagieren – und die beginnt schon, sobald die letzte Veranstaltung vorbei ist.“ Die Ehrenamtlichen müssten sich unter anderem um die Gewinnung und Betreuung der Sponsoren kümmern. „Es ist nicht so einfach, hierfür Leute zu finden“, so Siegle.

Der WM-Lauf fällt aus, Motocross-Veranstaltungen freilich wird’s geben am Rettichkreisel. Das Rudersberger Jugend-Motocross sowie das Enduro finden wie geplant am 13. und 14. Oktober statt.