Schorndorf

Nach dem Brand in der Werkhalle in Miedelsbach: Familie muss umziehen

Brand Familie Bäder Miedelsbach
Die Hallen müssen abgebrochen werden. © Alexandra Palmizi

Drei Wochen nach dem Brand in Miedelsbach ist die Ursache für das Feuer in der Produktionshalle noch nicht geklärt. „Aktuell wird noch ermittelt“, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Auch die Gutachter der Versicherungen haben ihre Untersuchungen noch nicht eingestellt. Derweil hat sich der erste Schrecken für die Beteiligten gelegt. „Der erste Schock ist vorbei“, sagt Michaela Bäder. „Jetzt sind wir am Ausräumen.“ Mitte März war die Fertigungshalle der Firma Haar in der Hanfwiesenstraße in Miedelsbach abgebrannt, die Michael Haar von Jochen Bäder gepachtet hatte. Das an die Halle angrenzende Wohnhaus der Familie Bäder hatte gerettet werden können, gleichwohl ist der Schaden im Haus größer als zunächst gedacht.

„Jeder Gutachter sagt was anderes“

Noch sind die verkohlten Hallen nicht ausgeräumt. Wo die Firma Haar einst Präzisionsdrehteile aus Kunststoff herstellte, sind nur noch zerstörte Maschinenreste, Draht und Asche zu sehen. Genauso sieht der Hallenteil aus, wo Hausbesitzer Jochen Bäder eine Kehrmaschine und Kleingeräte untergebracht hatte. Fünf oder sechs Gutachter der Versicherung seien schon da gewesen. „Jeder sagt was anderes“, seufzt seine Frau Michaela.

Die Halle soll wieder aufgebaut werden

Klar sei, dass die Hallen abgebrochen werden müssten und der Hof neu asphaltiert werden müsse. „Wir werden die Halle wieder aufbauen“, sagt Jochen Bäder, der ein Baggerunternehmen betreibt. Ein Abbruchunternehmen sei vor Ort gewesen und unterbreite der Versicherung nun ein Angebot. Frühestens Mitte kommenden Jahres, glaubt er, könne die neue Halle stehen, weil wegen des Ukrainekriegs mit Problemen beim Stahl zu rechnen sei. Große Stahlproduzenten stammen aus der Ukraine. Der Wiederaufbau werde sich also schon allein aufgrund der Materialknappheit verzögern.

Drei Wochen nach dem Brand ist auch das Haus der Bäders noch immer nicht bewohnbar. Von außen gesehen, scheint es wenig abbekommen zu haben. Doch ein beißender Gestank nach Rauch hängt im Treppenhaus. Nachdem die Familie die erste Zeit nach dem Feuer bei ihrer Schwägerin logieren konnte, steht für Bäders nebst Schäferhund jetzt ein vorübergehender Umzug nach Urbach an. Drei Monate werden sie wohl bleiben. Denn nicht nur der Estrich im Erdgeschoss, in dem das Büro untergebracht war, muss raus, sondern auch die Zwischendecke im Wohnbereich – die Wohnung muss deshalb geräumt werden.

„Wir fühlen nichts mehr, wir funktionieren nur noch“, sagt Michaela Bäder. Weil mit Öl kontaminiertes Löschwasser ins Haus reingelaufen war, ist der Schaden groß: „Der Chemiker sagt, alles muss raus.“ Während die Wohnung ausgeräumt wird, versucht Jochen Bäder die nötigen Handwerker zu organisieren. Das Büro und die Sozialräume waren mit Hilfe ihrer Söhne, von Freunden und Mitarbeitern innerhalb von vier Tagen geräumt worden. Den Estrich mit Trocknungsgeräten einfach trocknen zu lassen, hätte nicht gereicht, sagen sie: „Die Kontamination war zu hoch.“

An normales Arbeiten war für den Baggerunternehmer, der sein Geld mit Rohrleitungsbau verdient, seit dem Brand nicht zu denken. Auftraggeber seien Stadtwerke und Privatleute, sagt Bäder. Aktuell plant er mit seiner Familie über Ostern eine kurze Auszeit in Österreich zu nehmen und dann einen Einsatzplan zu entwickeln. „Die Aufträge sind da“, sagt er. „Ende April werden wir wieder arbeiten.“

Das würde auch Michael Haar gerne machen. Aktuell versucht er von seiner Wohnung aus, fertig Warenteile zu verkaufen, die im Bürotrakt bei Bäder gelagert waren. Zudem bemühe er sich darum, ein Gebäude zu finden, in dem er wieder anfangen kann. Im Schorndorfer Raum sei dies fast aussichtslos, fürchtet er. Eine Alternative hat er möglicherweise im Ostalbkreis gefunden, aber auch hier seien noch Fragen offen. Als Erstes müsse die Versicherung ihr Okay geben. Seine Mitarbeiter hat er jedenfalls noch nicht entlassen. „Ich hoffe, dass es weitergeht.“

Drei Wochen nach dem Brand in Miedelsbach ist die Ursache für das Feuer in der Produktionshalle noch nicht geklärt. „Aktuell wird noch ermittelt“, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Auch die Gutachter der Versicherungen haben ihre Untersuchungen noch nicht eingestellt. Derweil hat sich der erste Schrecken für die Beteiligten gelegt. „Der erste Schock ist vorbei“, sagt Michaela Bäder. „Jetzt sind wir am Ausräumen.“ Mitte März war die Fertigungshalle der Firma Haar in der Hanfwiesenstraße

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