Schorndorf

Nach dem Eclat-Aus: Ehemalige Schorndorfer Wirte veröffentlichen Popsong

Miriam Lehle
Marius Jentschke und Miriam Lehle, bis vor einem Jahr noch Betreiber des angesagten Restaurants Eclat in der Konstanzer-Hof-Gasse, haben als Teak und William the Cat einen Psychedelic-Dream-Popsong herausgebracht. © privat

Drei Jahre lang haben sie all ihre Kraft, ihr Herz und ihre Kreativität ins Eclat an der Konstanzer-Hof-Gasse gesteckt. Das Restaurant, das konzeptionell auch als Kunstgalerie, Veranstaltungsort, Boutique und Vinothek gedacht war, kam beim Publikum nicht nur ausgesprochen gut an, es entwickelte sich so sehr zum bestimmenden Lebensmittelpunkt, dass Miriam Lehle und Marius Jentschke vor einem Jahr die Entscheidung trafen: Sie hören auf mit der Gastronomie. Was Stammgäste und Nachbarn ungemein traurig stimmte, ist für die Designerin und den Musiker auch im Rückblick die richtige Entscheidung gewesen: Das zermürbende Tagesgeschäft ließ keinen Raum mehr für Kreativität: „Es gab nur noch das Eclat.“

Gestatten: Teak und William the Cat mit Künstlernamen

Ein Jahr später und nach dem langen Lockdown im Corona-Winter 2020/21, können Teak und „William the Cat“, wie sich die beiden mit Künstlernamen nennen, mit „Colours of Youth“ einen Psychedelic-Dream-Popsong präsentieren, der auf den Streaming-Plattformen gut anzukommen scheint: „Die Plays jagen nach oben“, sagt Miriam Lehle und freut sich über mehr als 1000 Zugriffe in einer Woche. Der Song erzählt von Erinnerungen an ihre 80er-Jahre-Kindheit, von sternenklaren Nächten auf warmem Asphalt, von großen Träumen, Freundschaft, Verlust, vom Loslassen und der lebenslangen Aufgabe, bei sich selbst anzukommen.

Seit 16 Jahren macht Marius Jentschke schon Musik. Tristan Rêverb ist sein bekanntestes Projekt, mit dem er 2016 bei einem Stuttgarter Label auch ein beachtetes Debüt-Album herausgebracht hat. Kennengelernt haben er und Miriam Lehle sich über die Musik: Sie spielt Klavier, singt und schreibt eigene Songs. Doch mit dem Eclat lagen die Musikerkarrieren auf Eis: Statt selbst Musik zu machen, veranstalteten die beiden – im Röhm-Areal und im Marmor-Saal im Stuttgarter Weißenburgpark – zumindest noch Konzerte. Vor zwei Wochen haben sie das erste Mal den ehemaligen Piano-Fischer-Konzertsaal im Gewölbekeller der Schorndorfer Kaffeerösterei „Nautilus“ bespielt. Konzerte an besondern Orte – das soll es auch in Zukunft geben.

Nach den Eclat-Jahren: Vollgesogen mit kreativen Ideen

Mittlerweile studiert Marius Jentschke Musikdesign in Trossingen und arbeitet nebenbei beim Weingut Ellwanger im Vertrieb. Miriam Lehle übernimmt als Grafikerin Aufträge und macht als Designerin nach wie vor Mode. Außerdem verkaufen sie ihren Eclat-Gin. Ihr Ziel, sagen die beiden, „war nie, ein Geradeaus-Leben zu haben“. Wie ein Schwamm waren sie nach der Eclat-Zeit mit kreativen Ideen vollgesogen: „Wir haben viele, fast fertige Songs in der Pipeline“, sagt Marius Jentschke, der mit Freunden aus der internationalen Musikszene alle zwei, drei Monate weitere Songs herausbringen will. „William the Cat“ wird als Nächstes eine ihrer Balladen veröffentlichen. Beide sprechen „von einem krassen Drang“, selbst wieder etwas erschaffen zu können. Das geht auch im Lockdown: Ihr aktueller Song, zu dem Marius Schwingel, Gitarrist der Schorndorfer Band „Sloe Paul“, organische Gitarrenklänge beigetragen hat und der vom Berliner Produzent Thomas Zehnle gemastert wurde, ist komplett im Heimstudio in ihrer Schorndorfer Altbauwohnung entstanden.

Drei Jahre lang haben sie all ihre Kraft, ihr Herz und ihre Kreativität ins Eclat an der Konstanzer-Hof-Gasse gesteckt. Das Restaurant, das konzeptionell auch als Kunstgalerie, Veranstaltungsort, Boutique und Vinothek gedacht war, kam beim Publikum nicht nur ausgesprochen gut an, es entwickelte sich so sehr zum bestimmenden Lebensmittelpunkt, dass Miriam Lehle und Marius Jentschke vor einem Jahr die Entscheidung trafen: Sie hören auf mit der Gastronomie. Was Stammgäste und Nachbarn ungemein

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper