Schorndorf

Neue Auffangstation für Tiere in Not

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Symbolbild. © Laura Edenberger
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Der „harte Kern“ des Tierschutzvereins und Bürgermeister Friedrich bei einem Pressetermin vor Ort zum Zwischenstand.

Berglen. Etwa 250 Arbeitsstunden, ehrenamtlich geleistet, stecken bislang in der künftigen Tierauffangstation an der Kläranlage beim Erlenhof. Noch ist der „harte Kern“ vom Tierschutzverein, rund ein halbes Dutzend Engagierter, aber nicht fertig mit dem Umbau des ehemaligen Sanitärcontainers.

Diesen hat der Verein vom Berglesbond bekommen. Der ist aber nicht der Einzige, der unterstützt. 17 Sponsorenfirmen aus Berglen und Umgebung haben die Tierschützer gewinnen können. Wer denkt, so ein Umbau mache weniger Arbeit als ein Neubau, der irrt sich. Der Container musste erst komplett entkernt werden. Die Sanitärinstallationen wurden entfernt, Wände und Boden kamen raus. Auch die bisherige Lackierung hat nicht überlebt. Letztlich blieb der Rohbau übrig, der komplett neu aufgerüstet wurde. Nicht zu vergessen: der Umzug des Containers mit einem Kranwagen.

Die Gemeinde steuerte den Platz und das Fundament bei, das der Bauhof anlegte. Sie stellt auch den Strom- sowie den Wasser- und Abwasseranschluss zur Verfügung. Pläne für eine Tierauffangstation gab es schon seit vielen Jahren. Bislang wurden die Tiere in der Not in Privatwohnungen von Vereinsmitgliedern aufgenommen. Das größte Problem war immer, einen geeigneten Standort zu finden. Die Fläche musste möglichst im öffentlichen Eigentum sein, sie sollte so liegen, dass keine Nachbarn beeinträchtigt werden, beziehungsweise diese sich nicht gestört fühlen könnten und damit keine Beschwerden von diesen kommen.

Keine Beschwerden von Nachbarn zu befürchten

Es lief damit auf den Außenbereich hinaus, aber dafür brauchte es wiederum eine Ausnahmegenehmigung. Der schließlich gefundene Standort bei der Kläranlage ist ideal. Er liegt abseits der Wohnbebauung, ist aber gleichwohl gut anfahrbar, erreichbar, die erforderlichen technischen Anschlüsse sind ohne großen Aufwand herstellbar. Das Gleiche gilt für einen eigenen Zugang, so dass die Tierschützer oder die, die Tiere bringen, nicht durch die Kläranlage laufen müssen, was aus Sicherheitsgründen auch nicht zulässig wäre.

Auch wenn die Ehrenamtlichen stolz sind auf die Auffangstation, betonen sie, dass diese kein Tierheim ist. Die Tiere, die gebracht, geholt werden, bleiben dort vorübergehend. Die Station ist nur zur Überbrückung, eine Herberge in der Not. Die bisherigen Pflegestellen, bei den Vereinsmitgliedern daheim, etwa 15, bleiben. Alle Tiere müssen vom Tierarzt unter anderem auf Staupe, Flöhe, Milben untersucht werden. Die Ehrenamtlichen nehmen eine Aufgabe wahr, die sonst die Gemeinde übernehmen müsste, ohne Wenn und Aber. Die Gemeinde gibt, auch deshalb, einen jährlichen Zuschuss, der mittlerweile auf einen Festbetrag von 20 Cent je Einwohner, also insgesamt rund 1200 Euro im Jahr, festgesetzt ist. Der Verein hebt aber ausdrücklich auch den Bauhof hervor, der, wann immer er gebraucht werde, helfe.

Heizung ist klar, aber es braucht auch eine Klimaanlage

In dem Container mit etwa 15 Quadratmeter Fläche wird es eine Box für Katzen geben und eine für größere Tiere, wohl vor allem für Hunde. Eine Heizung wird eingebaut, auch eine Klimaanlage ist notwendig, weil sich sonst der Container übermäßig aufheizen würde. Jüngst wurden die Fenster geliefert und eingebaut. Nach Weihnachten sind der Boden, die Wände und die Türen dran. Im Frühjahr soll alles fertig sein. An der Station, draußen, soll ein Kaninchenstall stehen. „Bauleiter“ bei all dem ist Marcel Rein, er schafft „sonst“ bei der Baufirma Lukas Gläser, ist also vom Fach.