Schorndorf

Neueröffnung des zweigeteilten Restaurants „Pfauen“

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Der Pfauen startet am Dienstag (16.10.) den Betrieb. © ZVW/Sarah Utz
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Voller Vorfreude, aber auch ein bisschen angespannt. Nico Burkhardt (links) und sein Chefkoch Jörg Hibbard freuen sich, dass sie im „Pfauen“ endlich loslegen können.

Schorndorf. Der „Pfauen“, bei dem mittlerweile auch der Besitzer gewechselt hat, startet einen neuen Anlauf: Der neue Pächter und seitherige Steigenberger-Sternekoch Nico Burkhardt und sein Chefkoch Jörg Hibbard, der in einem anderen Bereich als Burkhardt ebenfalls schon im Steigenberger Graf Zeppelin in Stuttgart gekocht hat, haben für Samstagabend zum „Grand Opening“ geladen und öffnen das künftig zweigeteilte Restaurant am kommenden Dienstag, 16. Oktober, erstmals offiziell.

Sieben Jahre hat der 34-jährige Nico Burkhardt im Steigenberger gekocht und dort dem Gourmet-Restaurant „Olivo“ einen Stern erkocht. Und zumindest teilweise will er an diese Tradition auch in Schorndorf anknüpfen. Acht Plätze im Erdgeschoss des „Pfauen“, die zahlenmäßig beliebig variiert werden können – von vier mal zwei bis einmal sechs und einmal zwei – werden nämlich für das nach dem neuen Pächter benannte Gourmet-Restaurant abgetrennt, in dem Nico Burkhardt jeweils mit einem von Zeit zu Zeit wechselnden Sechs-Gänge-Menü weiterhin seiner Leidenschaft für die französisch-internationale und sehr aromenreiche Küche frönen kann. Die Festlegung auf ein Sechs-Gänge-Menü begründet der neue „Pfauen“-Chef so: „Wenn man Top-Qualität liefern will, dann kann man nicht so viel spielen.“

Beim VfB-Spiel empfohlen

Warum er das mit der Top-Qualität nicht länger im „Olivo“ ausleben wollte, begründet der aus Berlin stammende 34-Jährige damit, dass er „nach sieben Jahren was Neues machen“ wollte und dass es schon immer sein Traum war, sich selbstständig zu machen. Und warum ausgerechnet Schorndorf und warum ausgerechnet der „Pfauen“, der ja nun durchaus unruhige Zeiten hinter sich hat und in diesen Zeiten durchaus etwas von seinem Glanz und Renommee eingebüßt hat? Das war insofern Zufall, als Nico Burkhardt gemeinsam mit Jörg Hibbard bei einem Spiel des VfB war und dort Riani-Chefin Tina Buckenmaier getroffen hat, die den beiden Köchen Schorndorf und den „Pfauen“ ans Herz gelegt hat. „Als ich das Restaurant zum ersten Mal gesehen habe, habe ich mich direkt verliebt“, sagt der 34-Jährige, den auch die unruhige Vorgeschichte nicht abgeschreckt hat. Wohl wissend, dass es einen langen Atem braucht, um alles wieder richtig zum Laufen zu bringen, ist er doch überzeugt und will er alles daransetzen, die Leute und vor allem natürlich die Schorndorfer seinerseits davon zu überzeugen, dass sie nicht nach Stuttgart gehen müssen, wenn sie sich einen schönen Abend machen wollen.

Keine Hauptspeise soll mehr als 30 Euro kosten

Und auf den soll sich nicht nur freuen dürfen, wer das Gourmet-Restaurant „Nico Burkhardt“, aufsucht, sondern wer sich in den ersten Stock begibt, wo das Restaurant mit dem etablierten Namen „Pfauen“ eingerichtet ist. Das ist, wie der 34-Jährige sagt, der Bereich, mit dem er einerseits sein Geld verdienen und mit er andererseits „alle Leute abholen“ will. Mit einer, wie er schon mal verrät, mit einer „bodenständigen, regionalen, aber auch modernen Küche – und das alles zu einem bezahlbaren Preis“. Was das heißt? Dass, so Burkhardt, kein Gericht, auch keine Hauptspeise, mehr als 30 Euro kostet. Wobei der 34-Jährige zwar auch weiterhin selber in der Küche stehen will, aber halt nicht mehr ausschließlich. Weshalb er nach einem renommierten Küchenchef Ausschau gehalten und den in Jörg Hibbard auch gefunden hat.

Unterschiedliche Öffnungszeiten

Wenn Nico Burkhardt seine neue Lokalität jetzt eröffnet, dann liegen eineinhalb Monate harte Arbeit und umfangreiche Verschönerungs- und Renovierungsarbeiten hinter ihm. So musste beispielsweise noch auf den letzten Drücker die neue Bar im Erdgeschoss geliefert und eingebaut werden, die dazu einladen soll, einfach mal auf einen Absacker in Form eines Glases Bier oder Wein – es gibt regionale Tropfen genauso wie Franzosen, Spanier und Italiener – hereinzuschauen. Saniert worden ist in den letzten Wochen mit freilich nur zweiwöchiger Belegungsunterbrechung auch der Hotelbereich, in dem unter anderem die seitherigen Teppichböden durch Laminat ersetzt worden sind. „Wir sind voll ausgebucht“, sagt Nico Burkhardt, der sich Selbiges für die Zukunft natürlich auch für seine beiden Restaurants erhofft. Wobei die unterschiedliche Öffnungszeiten haben: Während das Gourmet-Restaurant nur von mittwochs bis samstags und dann auch nur abends geöffnet sein wird, kann der „Pfauen“ von dienstags bis einschließlich Sonntag besucht und gebucht werden – von Dienstag bis Samstag immer von 12 bis 14 und abends ab 18 Uhr, am Sonntag nur über die Mittagszeit. Für die relativ schnelle Mahlzeit während der Mittagspause will Nico Burkhardt eine kleine Wochenkarte bereithalten.

„Schorndorf braucht was Neues“, sagt der 34-Jährige, der aber auch weiß, dass die Erwartungshaltung an ihn und sein Team in der Stadt groß ist und dass viele gespannt sind, ob und wie es gelingt, den „Pfauen“ wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Nico Burkhardt ist bereit – für die nächsten zehn Jahre, für die er zunächst einmal einen Pachtvertrag abgeschlossen hat, sowieso, aber am besten für länger. „Ich freue mich jedenfalls darauf, dass es endlich losgeht“, meint er. Und vielleicht ist er am Anfang auch ein bisschen aufgeregt.

Wohninvest

Dass mittlerweile das Fellbacher Immobilienunternehmen Wohninvest Eigentümer des „Pfauen“ ist, habe auch etwas mit ihm zu tun, sagt Nico Burkhardt.

Er und Wohninvest-Gründer Harald Panzer hätten schon länger die Idee gehabt, mal etwas gemeinsam zu machen, sagt Burkhardt. Und als klar gewesen sei, dass er nach Schorndorf gehen würde, habe sich Panzer das Haus angeschaut und es dann dem vorherigen Eigentümer Gerald Feig abgekauft.