Schorndorf

Neuer Jugendreferent in Steinenberg und Geradstetten

JosefJohn
Er will die christliche Jugendarbeit fördern: Josef John an seinem Schreibtisch im Steinenberger Büro. © Schneider / ZVW

Rudersberg/Remshalden. In seinen beiden Büros hat er schon mal Cappuccino deponiert. Und auch wenn der Arbeitsplatz des neuen Jugendreferenten in Steinenberg sonst noch frisch bezogen aussieht, Josef John will loslegen. Zu je 50 Prozent in Steinenberg und in Geradstetten beschäftigt, kümmert sich der gebürtige Mecklenburger nun um die christliche Jugendarbeit in beiden Orten.

Video: Josef John ist neuer Jugendreferent für die Kirchengemeinden Steinenberg und Geradstetten.

Um seinen beiden Einsatzorten gerecht zu werden, will sich Josef John künftig tageweise entweder in Geradstetten oder in Steinenberg aufhalten. Dass sich sein Arbeitsgebiet auf zwei Gemeinden erstreckt, die auch noch ein ganzes Stück voneinander entfernt liegen, hat John als herausfordernd empfunden. Aber er hat auch die Vorteile erkannt. Es gibt Raum zum Gestalten, es ist nicht alles fertig definiert, und man kann selbstständig arbeiten, nennt er einige.

Auf seine neuen Aufgaben hat sich der gebürtige Mecklenburger gründlich vorbereitet. Im Juli hat er die Missionsschule in Unterweissach als staatlich anerkannter Religions- und Gemeindepädagoge verlassen. Pädagogik, Psychologie sowie eine Ausbildung zum Religionslehrer standen dort auf dem Stundenplan.

„Es lebt davon, dass man mit Leidenschaft dabei ist“

Doch für die Praxis wurde ebenfalls gesorgt. So hat Josef John zum Beispiel in Hertmannsweiler, an der Grundschule in Kaisersbach, an einer Schule in Backnang, in der Reihe „Kirche unterwegs“ auf einem Zeltplatz am Bodensee oder bei einer Freizeit in Italien Erfahrungen gesammelt. Nicht zuletzt hat er bei der Jungschar in Rudersberg mitgearbeitet. „Es lebt davon, dass man mit Leidenschaft dabei ist“, hat er für seinen Beruf festgestellt. Es kommen Gespräche auf, Fragen, Lebensthemen. „Dafür muss ich eine Offenheit haben.“ Und im Zweifel auch mal ertragen, dass es Menschen schlecht geht und man es nicht immer ändern kann, sagt der Jugendreferent.

Zunächst war das Ziel, die Musik zum Beruf zu machen

Er freut sich nun auf seinen Berufseinstieg. Es war ein schönes Gefühl, das erste Mal ins Büro zu gehen und zu wissen: „Jetzt hat man etwas gelernt, jetzt will man’s anpacken“, erzählt Josef John.

Dass er einmal Religions- und Gemeindepädagoge werden würde, das stand für den gebürtigen Mecklenburger allerdings zunächst gar nicht fest. Schon in der Familie, die noch in Mecklenburg lebt, wurde gern Musik gemacht. Josef John spielt Klavier, Gitarre und Schlagzeug, außerdem singt er. Er hat in Bands mitgemacht und in seiner Gemeinde bei Musicals mitgewirkt. So war’s zunächst sein Ziel gewesen, die Musik zum Beruf zu machen. Ein Studium der Musikpädagogik sollte es sein. Ein Hörsturz allerdings unterbrach diese Pläne, es dauerte lange, bis eine Besserung eintrat. Josef John entschied sich zunächst für ein Freiwilliges Soziales Jahr und arbeitete bei einem sozialmissionarischen Projekt in Güstrow mit, das eine offene Arbeit für Kinder und Jugendliche in einer Plattenbausiedlung anbot. Ein Jahr an der Bibel- und Missionsschule schloss sich an. Die Verbindung entstand, weil ein Prediger in der Heimatgemeinde von Josef John ebenfalls in Unterweissach gewesen war, ebenso wie ein Kollege im Freiwilligen Sozialen Jahr. „Dann war der Kontakt halt da.“

"Wow, das macht echt Spaß hier"

Zunächst hatte John nicht die Absicht, länger als ein Jahr in der Missionsschule zu bleiben. Er stellte indes fest: „Wow, das macht echt Spaß hier“, erinnert er sich. Und entschied sich, weiterzumachen. So hat er zwar anders als gedacht, aber doch seinen Weg gefunden. „Die Leidenschaft für die Gemeinde, junge Menschen und für Gott, das will ich einfach leben, nicht nur nebenbei, Vollzeit“, betont der Jugendreferent.

Der Musik treu geblieben

Der Musik ist er dennoch treu geblieben, in der Freizeit. Da macht Josef John gern Straßenmusik, mal in Backnang, mal in Stuttgart, auch am Bodensee, im Kreis von Freunden. Fußball spielt und schaut er außerdem und geht mit seiner Frau, die als Diakonin in Welzheim arbeitet, gern mal bummeln.

So klingt’s, als fühle sich das junge „Nordlicht“ wohl im „Ländle“. Der Eindruck trügt nicht, bestätigt Josef John. Kirche hat hier einen ganz anderen Stellenwert als in seiner Heimat. Es gibt weniger Mangel hier und mehr Wohlstand. Ein Stückweit „ticken“ die Schwaben natürlich auch anders als die Mecklenburger, vergleicht John. „Schaffen, schaffen, man sieht schon, das ist wichtig hier.“ Und es herrscht kein Mangel an Freizeitangeboten. Denen will der Jugendreferent keine Konkurrenz machen, aber doch schauen, wo er Relevantes schaffen kann. Die Ressourcen, die es in Baden-Württemberg gibt, schätzt er und hat Menschen hier als offen und freundlich erlebt. „Die Leute haben offene Herzen.“

Von Jungschar-Arbeit bis Teeniekreis

Josef John ist beim Kirchenbezirk angestellt, um sich der christlichen Jugendarbeit in Steinenberg und in Geradstetten anzunehmen.

In Steinenberg geht es darum, die Jungschar-Arbeit etwas zu beleben. „Es muss ein guter Rahmen gefunden werden“, ist sich John bewusst. Die Arbeit knüpft an die geleistete der Vorgängerin Caroline Fezer an, die mit den Jungscharen angefangen hat, berichtet John. Eine Jungschargruppe ruhte dann, eine wurde weitergeführt. Eine Kinderbibelwoche fasst Josef John ins Auge, die Konfirmandenarbeit gehört zu seinen Aufgaben, ebenso die Begleitung von Mitarbeitern, vor allem in der Jugendarbeit. Deren Angebote richten sich an Kinder und Jugendliche ab der vierten Klasse bis zum Teenager. „Irgendwann ist unser Traum, einen Teeniekreis zu integrieren“, verrät Josef John.

Und in Geradstetten? Gibt es an sich bereits eine größere Jugendarbeit, weiß der neue Jugendreferent. Hier besteht ein starkes Bedürfnis nach einem Teeniekreis, nach Angeboten für Konfirmanden sowie für die Zeit danach. An den Freitagabenden sollen Geländespiele und „coole Aktionen“ im Vordergrund stehen, aber auch ein geistlicher Teil, erzählt John. Eine Konzeption hat der 24-Jährige geschrieben und hatte bereits mit den Ehrenamtlichen Kontakt. „Da freue ich mich jetzt voll.“ In Geradstetten richtet sich die Arbeit des Jugendreferenten vor allem an die Altersgruppe zwischen 13 und 17 oder 18 Jahren.