Schorndorf

Neuer Rüstwagen für die Feuerwehr

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Der neue Rüstwagen der Schorndorfer Wehr leuchtet genauso wie der zur Ausstattung gehörende und zu Demonstrationszwecken aufgebaute Lichtmast rundum in strahlendster LED-Technik. © Büttner/ZVW

Schorndorf. Dass die Vorgängermodelle des neuen Rüstwagens der Abteilung Stadt der Freiwilligen Feuerwehr 1969 und 1989 in Betrieb genommen worden sind, zeigt, wie lange diese Fahrzeuge halten müssen und welche Besonderheit es ist, dass ein solches Fahrzeug übergeben wird. Insofern, so Abteilungskommandant Peter Lämmle am Samstagnachmittag auf dem Schorndorfer Marktplatz, sei es „gut und gerechtfertigt, dass diese Übergabe auf so großes Interesse stößt“.

Das tat sie tatsächlich, denn außer den Feuerwehrleuten und denen, die etwa als Stadträtinnen und Stadträte zumindest indirekt an der Finanzierung und Beschaffung des neuen Rüstwagens beteiligt waren, hatten sich auch sonst noch viele Interessierte und Schaulustige eingefunden, um die Fahrzeugübergabe zu verfolgen. Anschließend konnten sie sich auch gleich noch selber ein Bild vom neuen Rüstwagen und seinem technisch aufwendigen und anspruchsvollen Innenleben zu machen, mit dem, so sagte es Gesamtkommandant Jost Rube, die Schorndorfer Wehr mit ihrem Rüstzeug für technische Hilfeleistungen wieder auf dem neuesten Stand ist.

Und nicht nur sie: Weil die Gerätschaften, die der neue Rüstwagen an Bord hat, nicht bei jeder Feuerwehr vorgehalten werden (können), wird dieses Fahrzeug auch bei Einsätzen in den Nachbarkommunen zum Einsatz kommen. Bei dem Fahrzeug mit einem Daimler-Fahrgestell, mit dem Aufbau von der Firma Lentner und der technischen Ausstattung von der Firma Barth handelt es sich, so Abteilungskommandant Peter Lämmle, nämlich um ein „Sonderfahrzeug“, dessen Einsatzradius entsprechend groß ist. Im Vergleich zum jetzt nach mehr als 25 Jahren ausgemusterten Vorgängerfahrzeug RW 2 zeichnet es sich durch viele technische Neuerungen und Verbesserungen aus, angefangen von der LED-Rundumbeleuchtung.

Neuer Rüstwagen hat 290 PS

Was sich auch an der von Peter Lämmle aufgezeigten Kostenentwicklung ablesen lässt. War das Vorvorgängerfahrzeug noch für rund 80 000 Euro zu haben, so hat der 20 Jahre später in Dienst genommene RW 2 immerhin schon eine halbe Million D-Mark gekostet. Und auch die neue „rollende Werkstatt“ (Lämmle) der Feuerwehr kostet ziemlich genau eine halbe Million - jetzt allerdings Euro. Immerhin aber, und darauf wies auch Oberbürgermeister Matthias Klopfer hin, der das Fahrzeug gemeinsam mit Jost Rube an die Abteilung Stadt übergab, ist die Neuanschaffung unter dem Kostenvoranschlag von 530 000 Euro geblieben.

Im Übrigen aber, so Klopfer, sei der neue Rüstwagen, dessen Anschaffung vom Land mit 170 000 Euro bezuschusst worden ist, „jeden Cent wert“ – erst recht dann, wenn ihn die Schorndorfer Wehr ebenso pfleglich behandle wie seine Vorgängerfahrzeuge und ihm eine ähnliche lange Einsatzdauer beschere. Immerhin ist der Rüstwagen nach der Drehleiter das zweitteuerste Fahrzeug im Fuhrpark der Schorndorfer Feuerwehr und eines, das im Vergleich zu seinen Vorgängern nicht nur kostenmäßig deutlich zugelegt hat.

Beim Gewicht, bei dem 1969 mit 7,8 Tonnen gestartet und dann 20 Jahre später auf zwölf Tonnen gesteigert wurde, liegt der Rüstwagen jetzt bei 16 Tonnen, wobei zunächst eine Gewichtsreserve von 2,5 Tonnen vorgehalten wird. Bei den PS-Zahlen ist der Rüstwagen mittlerweile bei knapp 290 angelangt, nachdem das Vorgängerfahrzeug „nur“ mit 220 PS aufwarten konnte. Wobei es, wie Kreisbrandmeister René Wauro sagte, für ein auf 16 Tonnen ausgelegtes Fahrgestell einer Ausnahmeregelung bedurft hat.

„Ein Auto, das im Kreis seinesgleichen sucht“

„So häufig finden Sie dieses Auto im Kreis nicht, und in dieser Ausführung finden Sie es schon gar nicht“, sagte Wauro. In seinem Grußwort sprach er von einem Fahrzeug, „das seinesgleichen im Kreis sucht“, und attestierte dem neuen Rüstwagen einen „großen materiellen und taktischen Wert“, von dem auch viele andere Kommunen profitieren könnten. Wobei, so der Kreisbrandmeister, dieses Fahrzeug nie alleine ausrücke, sondern immer nur in Begleitung mindestens eines weiteren Fahrzeugs.

Als Besonderheit bei dieser Fahrzeugbeschaffung hob René Wauro hervor, dass die Ausstattung ausschließlich von den Ehrenamtlichen in der Schorndorfer Feuerwehr selber geplant worden sei und nicht von einem externen Planungsbüro. Vielleicht, so der Kreisbrandmeister anerkennend, erkläre auch das, warum der Kostenvoranschlag unterschritten worden sei.

Göttlicher Beistand

Dass der neue Rüstwagen und seine Besatzung künftig mit Gottes Segen unterwegs sind, dafür beteten, nachdem zuvor die Vertreter der beteiligten Firmen allzeit gute Fahrt und unversehrte Heimkehr gewünscht hatten, die evangelische Dekanin, Dr. Juliane Baur, und ihr katholischer Amtskollege, Monsignore Manfred Unsin. „Wenn ein Einsatz nötig ist, dann sei du mit den Rettungskräften und schenke ihnen Erfolg und Zufriedenheit, und wenn etwas nicht gelingt, dann stärke sie, damit sie ihren Dienst weiterhin mit Kraft und Freude tun können“, betete Dekanin Baur für göttlichen Beistand.

Zuvor hatte sie deutlich gemacht, dass Fahrzeuge zwar wichtig, dass aber noch wichtiger die Menschen, in diesem Fall die Feuerwehrleute, seien, die Zeit und Kraft investierten und jederzeit verlässlich seien, wenn es um den Schutz von Hab und Gut und die Rettung von Menschenleben gehe. Und doch seien auch diese Menschen „angewiesen auf den, der unser Leben hält und trägt“, sagte die Dekanin, bevor Manfred Unsin den heiligen St. Florian als Schutzpatron der Feuerwehr um seinen Schutz auch für den neuen Rüstwagen anrief und das Fahrzeug segnete.


Besser denn je

Dass ein Ausscheiden aus dem aktiven Dienst für so einen Geräte- oder Rüstwagen nicht auch sein Ende bedeuten muss, zeigt das „Schicksal“ des 1969 in Betrieb genommenen Gerätewagens.

Der steht, nachdem er nach 1989 zunächst in die Dienste des DRK wechselte und dann von Feuerwehr-Oldtimerfreunden zurückgekauft und restauriert wurde, aus Sicht von Abteilungskommandant Peter Lämmle „heute besser da denn je“. Auch davon konnten sich die Besucher auf dem Marktplatz überzeugen, wo auch die beiden Vorgängermodelle des neuen Rüstwagens präsentiert wurden.