Schorndorf

Neuer Schulleiter am Burg-Gymnasium: Marcus Vornhusen ist bereit für Neues

Marcus Vornhusen
Marcus Vornhusen neben einer Figur, die eine Schülerin geschaffen hat. © ALEXANDRA PALMIZI

Manche haben ihn gefragt, warum er sich das als Schulleiter antut, so einen Wechsel von einem Gymnasium zum anderen, der doch keinen echten Karrieresprung bedeutet. Die Antwort ist einfach: Nach zwölf Jahren am Gustav-Stresemann-Gymnasium in Schmiden will Marcus Vornhusen (54) raus aus seiner Komfortzone. Am 1. August tritt er die Nachfolge von Jürgen Hohloch am Burg-Gymnasium an, um dort eine neue Herausforderung anzunehmen. „Uns ist gemeinsam vieles gelungen, wir sind ein tolles Team“, sagt er über sein bisheriges Gymnasium am Schmidener Ortsrand. „Ich weiß, was ich hier aufgebe.“

Neue Konstellationen reizen ihn

Doch neu zu denken, neue Konstellationen kennenzulernen, andere Gewohnheiten und Prozesse zu erleben: Das reizt ihn. Schule mal wieder anders. Selbst lernen, wie andere was machen, aber auch neue Anstöße geben. Das hat er sich vorgenommen - umsetzen, das darf man annehmen, wird es der Vater zweier Töchter, der seit vielen Jahren in Haubersbronn wohnt, mit Freundlichkeit, feinem Humor und einem besonderen Interesse an den Menschen. Schon jetzt ist er von der Wirkung des Wechsels überzeugt: „Wie es dieser Schule guttun wird, dass eine neue Kraft kommt, tut es dem Burg-Gymnasium gut, wenn ein Blick von außen kommt.“

Stationen in Nagold und am Remstal-Gymnasium in Weinstadt

Marcus Vornhusen ist 1967 in Salzgitter geboren. An der Uni Saarbrücken studierte er Anglistik und Politikwissenschaft fürs Lehramt an Gymnasien. 1998 kam er in den Schuldienst in Baden-Württemberg und unterrichtete zunächst ein Jahr lang nicht an einem Gymnasium, sondern an einer Hauptschule in Freudenstadt. „Da habe ich viel gelernt“, erinnert er sich. Er wechselte nach Nagold, dann ans Remstal-Gymnasium nach Weinstadt und zuletzt nach Schmiden. Längst hat er erkannt, dass er Schulleiter sein will, dass er auf diesem Posten seine Erfüllung gefunden hat: „Hier haben Sie das pralle Leben, Höhen und Tiefen.“

Engagiert beim TSV Haubersbronn

Auch nach Schulschluss ist Marcus Vornhusen keiner, der sich zurückzieht und seine Ruhe will. In seinem Wohnort Haubersbronn bringt er sich ein. Er interessiert sich für Kommunalpolitik und engagiert sich als Abteilungsleiter Tennis beim TSV Haubersbronn. Dort hat er nicht nur die Jugendarbeit ausgebaut, sondern auch die Tennisanlage instandgesetzt. „Da bin ich gern dabei“, sagt er. „Ich übernehme Verantwortung, wenn ich sehe, dass ich gebraucht werde.“ Wichtig ist ihm auch die Quartiersentwicklung in den Schorndorfer Stadtteilen, die der Gemeinderat jüngst auf den Weg gebracht hat. Dafür engagiert er sich in Haubersbronn im Arbeitskreis Schulen, Vereine und Kindergärten. Übrigens kennt er das Burg-Gymnasium schon jetzt als „tolle Schule“ – aber nicht als Lehrer, sondern als Vater zweier Töchter und Bürger, wie er sagt. Anders als manch andere Lehrer, die gern ein bisschen Distanz zwischen Schule und ihrem Wohnort haben, findet er es reizvoll, Schulleiter in einem Gymnasium an seinem Wohnort zu sein: „Ich habe keine Angst, Schüler und Eltern zu treffen“, sagt er und lacht. Gefreut hat er sich deshalb, als ihn neulich ganz überraschend ein Junge schon als seinen neuen Schulleiter begrüßt hat. In dieser Funktion, sagt der 54-Jährige, habe er es mit tollen Menschen zu tun, aber auch mit schwierigen. Das lasse sich nicht verhindern. Überzeugt ist Vornhusen aber auch: „Jeder hat das Recht, angehört zu werden. Man muss sich um die Menschen bemühen, darf sich aber auch nicht die Suppe versalzen lassen.“

"Sie brauchen Menschen, die widersprechen"

Dass er Verantwortung übernehmen will, hat er schon früh gemerkt. „Als junger Lehrer habe ich immer die Schulleitung kritisiert.“ Dann habe er gedacht, dass er das selbst mal machen sollte, anstatt immer nur zu motzen. Mittlerweile sei Schulleitung Teamarbeit. „Man will alle Meinungen hören und in die Entscheidungen einfließen lassen.“ Dabei trifft der Schulleiter bei den Lehrern auf selbstbewusste Mitstreiter, die im Klassenzimmer ihren Beruf alleine ausübten und dort Führungskräfte seien. „Aber dann kommen wir alle zusammen und müssen uns einigen“, meint Vornhusen. Er selbst sieht sich als Teamplayer, aber auch als Schiedsrichter und einen, der gut mit Kritik umgehen kann, wenn sie offen und durchdacht ist. „Sie brauchen Menschen, die widersprechen“, ist er überzeugt. „Sonst rennen Sie gegen die Wand.“ Diese Gefahr sei groß, wenn es versäumt werde, die Meinungen anderer zu hören.

Pandemie ist im Herbst nicht vorbei

Eine Schule zu leiten, ist immer eine große Aufgabe. Besonders anspruchsvoll war dies freilich während der Corona-Krise – und die Pandemie ist noch nicht vorbei. Viel sei den Lehrkräften abverlangt worden, sagt er, gleichzeitig hätten sie so viel Lob wie nie von den Eltern erfahren. Im Moment treibt ihn die Sorge um, dass Corona zu leicht genommen wird und viele glaubten, auf Masken und Impfung verzichten zu können. Mit Lüften und Testen sei es am Stresemann-Gymnasium gelungen, die Ausbreitung des Virus an der Schule zu verhindern. Gute Voraussetzungen habe das Burg-Gymnasium bereits mit seiner Lüftungstechnik. „Wir wollen unterrichten“, betont der neue Schulleiter, der sich für den Herbst PCR-Pooltests wünscht, die inzwischen auf dem Markt sind. In den Ferien geht er nun erst mal nach Frankreich in den Urlaub, schon jetzt freut er sich aber auf seine neue Aufgabe. Dann will er lernen, wie die Schorndorfer gute Schule machen, sagt er. „Und ein BGler werden, um dann selbst eigene Akzente zu setzen.“

Manche haben ihn gefragt, warum er sich das als Schulleiter antut, so einen Wechsel von einem Gymnasium zum anderen, der doch keinen echten Karrieresprung bedeutet. Die Antwort ist einfach: Nach zwölf Jahren am Gustav-Stresemann-Gymnasium in Schmiden will Marcus Vornhusen (54) raus aus seiner Komfortzone. Am 1. August tritt er die Nachfolge von Jürgen Hohloch am Burg-Gymnasium an, um dort eine neue Herausforderung anzunehmen. „Uns ist gemeinsam vieles gelungen, wir sind ein tolles Team“,

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