Schorndorf

Neuer SG-Vorstand steht vor Herausforderungen

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Die neue Mannschaft an der Spitze der SG Schorndorf bilden der 4. Vorsitzende Jochen Haller, der 3. Vorsitzende Rainer Brechtken, der 2. Vorsitzende und Schatzmeister Jürgen Rösch, Veranstaltungsleiterin Bettina Schröder, der sportliche Leiter Dr. Ralf Brügel, der 1. Vorsitzende Dr. Matthias Römer und SG-Geschäftsführer Benjamin Wahl (von links nach rechts). Sie wollen den Verein gemeinsam fit für die Zukunft machen. © Palmizi / ZVW

Schorndorf. Mit einer runderneuerte Mannschaft an der Spitze will die SG Schorndorf wieder durchstarten. Das neue Vorstandsteam möchte die SG als Großverein in der Stadt angemessen platzieren und aus den vielen Abteilungen eine Einheit machen. Dabei steht der Vorstand unter dem 1. Vorsitzenden Dr. Matthias Römer vor großen finanziellen Herausforderungen. Der Verein steht nach den großen Investitionen der letzten Jahr ohne jegliche Rücklagen da.

Dr. Ralf Brügel war bislang „nur“ Abteilungsleiter bei den SG-Leichtathleten und ist jetzt sportlicher Leiter des Gesamtvereins. Er hat sich der Aufgabe verschreiben, die Abteilungen wieder stärker zusammenzuführen. In den letzten Jahren hätten sie mehr und mehr „vor sich hingewurstelt“. Schuldzuweisungen an den alten Vorstand gibt’s diesbezüglich aber keine. Veranstaltungsleiterin Bettina Schröder weist trotzdem darauf hin, dass es kein Wunder sei, dass bei all den vergangenen Großprojekten ein paar Dinge aus dem Blick geraten seien. Was im Umkehrschluss bedeute, dass es gut sei, „wenn man die Dinge jetzt anders sieht und neu bewertet“.

Laut Rainer Brechtken, 3. Vorsitzender, braucht die SG ein Leitbild. Die neue Identität soll dann auch nach Außen hin sichtbar gemacht werden. „Wir brauchen ein neues Wir-Gefühl“, betont auch Ralf Brügel. Die Satzung muss im Zuge dessen überprüft werden, ob sie noch zeitgemäß ist.

Sportpark für die Gartenschau nutzen

Auch für die SG bleibt es schwierig, Ehrenamtliche zu gewinnen und länger an den Verein zu binden. Dr. Matthias Römer hält es aber für ein ermutigendes Zeichen, dass bei der letzten Mitgliederversammlung höhere Vereinsbeiträge beschlossen wurden, als vom Vorstand vorgeschlagen.

Der neue Vorstand weiß, dass die SG nicht nur mit dem Sportvereinszentrum identifiziert wird, sondern auch mit dem von der Stadt finanzierten Sportpark Rems. Und auch dass, wie’s Jochen Haller sagt, „wir ohne die Stadt nicht da wären, wo wir sind“. Umso wichtiger sei es, deutlich zu machen, dass der Sportpark nicht nur ein Angebot für die SG, sondern für alle Bürger sei. Nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Gartenschau 2019, deren Chancen der Verein für sich nutzen müsse.

Gutes Verhältnis mit den anderen Vereinen schaffen

„Wenn dann noch der Eine oder Andere Mitglied bei uns wird, umso besser“, meint Brechtken. Matthias Römer geht noch einen Schritt weiter. Er kann sich vorstellen, dass auch der TSV Schornbach als derzeit klassenhöchster Schorndorfer Fußballverein mal im Stadion spielt. Was Fußball-Abteilungsleiter Jürgen Rösch davon hält, ist allein an seiner Mimik abzulesen. Und auch auf den scherzhaften Hinweis von Römer, dass es an der Zeit sei, dass die SG-Fußballer leistungsmäßig mal den Leichtathleten und den Badminton-Spielern nacheifern, reagiert Rösch nur mit einem vielsagenden Stirnrunzeln.

Ungeachtet dieser kleinen Spitzen sind sich aber alle im SG-Vorstand einig, dass es im Interesse des größten Schorndorfer Sportvereins sein muss, dass das Verhältnis zu den anderen Vereinen im Lot ist. „Es hängt vom Alter der jeweiligen Amtsträger ab, wie das Verhältnis der Vereine untereinander ist“, glaubt Matthias Römer, der die Schorndorfer sporttreibenden Vereine da insgesamt auf einem guten Weg sieht. Bedingt auch durch die Kooperationen mit dem Sportvereinszentrum, die von der SG angeboten werden. Und mit denen, so sieht es Geschäftsführer Benjamin Wahl, jeder Verein sein Angebotsspektrum erweitern kann.


Statt Sportlerball ein Familiensportfest

Der SG-Sportlerball ist Geschichte, die Stadt führt die Veranstaltung in Kooperation mit den Schorndorfer Nachrichten als „Gala des Sports“ weiter. Wobei aus Sicht von Rainer Brechtken wohl auch eine Rolle gespielt hat, dass die städtische Sportlerehrung, die zuletzt in Miedelsbach stattfand, in den letzten Jahren auch immer weniger die Außenwirkung entfaltet hat, die sich die Stadt gewünscht hätte.

„Eine Ballveranstaltung gehört nicht zum Kerngeschäft eines großen Sportvereins wie der SG“, sagt Brechtken. Stattdessen soll es erstmals am Sonntag, 22. Juli, ein großes Familiensportfest im Sportpark Rems geben. Die Vorbereitungen, sagt Bettina Schröder, laufen schon. „Wir wollen zeigen, dass wir der Sportanbieter Nummer 1 in Schorndorf und dass es da draußen gleichzeitig ein wunderbares Sportgelände für alle Schorndorfer gibt“, sagt Rainer Brechtken. Er sieht in dem Familien-Sportfest auch eine Generalprobe für die Gartenschau 2019, während der die SG im Sportpark Rems regelmäßig mit Veranstaltungen in Erscheinung treten will.