Schorndorf

Neues SG-Stadion mit blauer Laufbahn

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Mit dem Coopertest, bei dem innerhalb von zwölf Minuten eine möglichst große Strecke zurückgelegt werden muss, haben vier Schorndorfer Schulen (Rainbrunnen, Albert Schweitzer-Schule, Gottlieb-Daimler-Realschule und Burg-Gymnasium, jeweils Klassen 5 und 6) die blaue Bahn eingeweiht. Auf ihr stehen für die Sprinter acht Bahnen und auf den weiteren Distanzen sechs Bahnen zur Verfügung. © Gabriel Habermann / ZVW
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So sehen Siegerinnen beim Cooperlauf aus ... © Gabriel Habermann
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Es läuft sich gut auf der neuen Finnenbahn, die im Stadionbereich bereits angelegt ist. © Gabriel Habermann
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Der Erste Bürgermeister Edgar Hemmerich, der für die Planung verantwortliche Technische Werkleiter bei den Zentralen Diensten, Herbert Schuck, Finanzbürgermeister Thorsten Englert und Rainer Brechtken, der bereits seine dritte Stadioneinweihung in Schorndorf erlebt hat (Bildmitte von links), erfreuen sich von der ehemaligen Tribünenseite am neuen Stadion und an den auf der blauen Bahn gezeigten sportlichen Leistungen. © Gabriel Habermann / ZVW

Schorndorf. Auch für einen wie Rainer Brechtken, der so etwas in Schorndorf schon zum dritten Mal erlebt hat, war die Einweihung des mit einem finanziellen Aufwand von rund 1,5 Millionen Euro sanierten Stadions im Sportpark Rems wieder etwas ganz Besonderes. Schließlich glänzt Schorndorf jetzt weit über seine Grenzen hinaus als „Sportstadt mit der blauen Bahn“ – bedingt natürlich auch durch seine beiden Vorzeige-Leichtathleten Hanna Klein und Marcel Fehr.

Nachdem er den Gemeinderat für seine Entscheidung, ins SG-Stadion zu investieren und damit den Sportpark Rems um einen weiteren glänzenden Mosaikstein zu bereichern, gelobt hatte, sagte, bezogen auf die blaue Polytan-Laufbahn, Oberbürgermeister Matthias Klopfer bei der Einweihung, dass es halt doch gut sei, manchmal die Verwaltung allein entscheiden zu lassen. Sei die doch ziemlich spontan auf den von Leichtathletik-Abteilungsleiter Ralf Brügel und Trainer Uwe Schneider herangetragenen Vorschlag, die Bahn blau erstrahlen zu lassen, eingegangen. Wobei dieser Belag ganz offensichtlich nicht nur ein guter Untergrund für Leichtathleten jedweder Spezies –, egal ob sie nun laufen, springen oder werfen – ist, sondern sich auch für Tänzer und Sportakrobaten eignet, wie die Vorführungen der Tanz- und Swing-Formation des Schorndorfer Tanz- und Gesellschaftsclubs und der Showgruppe „Dance and Gymnastics“ des TSV Lorch gezeigt haben. Und dass die blaue Bahn auch Sportler antreibt, die sich ansonsten eher auf Hallenböden, (Kunst-)Rasen und Sand oder im nassen Element bewegen, hat sich bei erstmals ausgetragenen Staffel verschiedener SG-Abteilungen und Firmengruppen gezeigt, bei der es über 1846 Meter – in Anlehnung an den Vereinsnamen SG 1846 – ging. Und auch wenn es bei dem „Schorndorfer Hörnle“ titulierten Staffelwettbewerb vor allem um den Spaß ging – die Tennisspieler verwendeten als Staffelstab einen Tennisschläger, die Schwimmer liefen mit Badekappen und die Tänzer hatten unter anderem einen „Foxtrottel“ am Start –, so gab es doch auch einen klaren Sieger: die Badmintonspieler.

Erinnerungen an die in den 60er Jahren gebaut Aschenbahn

Als Mitte der 1960er Jahre in Schorndorf die erste Laufbahn in Form einer Aschenbahn angelegt wurde, da geschah dies noch überwiegend in Eigenarbeit. Damals war Rainer Brechtkens Vater Arthur Brechtken Abteilungsleiter, und der hat seinen Sohn in den Sommerferien fünf Wochen lang schuften lassen – was Rainer Brechtken damalsgar nicht lustig gefunden hat. Auf dieser Bahn ist dann auch Horst Mayländer, der später zu Salamander Kornwestheim gewechselt ist, 400 Meter gelaufen – 48,2 war auf der Schorndorfer Bahn seine Bestzeit. Da wäre, ist er sich sicher, bei den heutigen Bedingungen inklusive der elektronischen Zeitnahme, einiges mehr drin gewesen. Die erste Kunststoffbahn im Stadion wurde dann, unter Oberbürgermeister Winfried Kübler, Anfang der 1990er-Jahre verlegt und eingeweiht – und auch da war Rainer Brechtken mit dabei.

Klopfer will sich irgendwann als Jugendtrainer bewerben

Was jetzt noch fehlt im Stadionbereich, in dem auch die bereits fertiggestellte Hälfte der im Endausbau rund 1,7 Kilometer langen Finnenbahn verläuft, ist eine Lagermöglichkeit für Sportgeräte und die Überdachung der Sitzstufen auf der ehemaligen Tribünenseite, für die Oberbürgermeister Matthias Klopfer für den Herbst einen interessanten Vorschlag ankündigte – und versprach, er werde, wenn er verletzungsbedingt schon selber nicht mehr laufen könne, sich irgendwann bei den Leichtathleten der SG als Jugendtrainer bewerben. Ebenfalls im Herbst soll Baubeginn für den geplanten Bewegungskindergarten sein, mit dem dann auch der Brückenschlag gelingt vom Stadion zu den weitgehend bereits realisierten Maßnahmen und Einrichtungen im hinteren Teil des Sportparks Rems, in den bis zur Remstal-Gartenschau von Stadt und SG zusammen rund 20 Millionen Euro investiert sein werden. Die Umkleidekabinen für die Sportler, die das Stadion nutzen – und dazu gehören auch die Fußballer, bei denen der Oberbürgermeister, wie er scherzhaft an die Adresse von Abteilungsleiter Jürgen Rösch, sagte, gespannt ist, ob sie sich dieses Stadion irgendwann auch durch Leistung verdienen – werden im neuen Bewegungskindergarten untergebracht, weshalb auch das alte Abseits-Gebäude mit den seitherigen Umkleideräumen möglichst lange stehenbleiben soll. Möglichst lange bedeutet in diesem Fall so lange, bis mit dem Bewegungskindergarten in die vom „Abseits“ belegte Fläche eingegriffen werden muss.

Alle Ergebnisse des sportlichen Wettkamps "Schorndorfer Meile" finden Sie hier.