Schorndorf

"Nichts mehr zu retten" - Kindergarten des SOS-Kinderdorfs in Oberberken komplett ausgebrannt

Grossbrand Kindergarten, SOS Kinderdorf, Schorndorf-Oberberken, 16.05.2021.
Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort, die Nachlöscharbeiten zogen sich in die Nacht hinein. © Benjamin Beytekin

Für Matthias Klopfer ist die Lage noch am Sonntagabend ziemlich klar. Der Schorndorfer Oberbürgermeister ist nicht lange nach der Alarmierung am Brandort und geht mit Blick auf die qualmende Ruine des Kindergartens am Wasserturm in Oberberken fest davon aus, dass es hier nicht um einen Wiederaufbau, sondern nur noch um einen Neubau gehen kann. „Das ist ein Totalschaden“, sagt Klopfer. Noch zwei Stunden nachdem der Brand gemeldet wurde und um 17.42 der Alarm rausging, ist die Feuerwehr mit einem Großaufgebot am Löschen, immer wieder entstehen neue, kleine Flammenherde im Gebäude. Entdeckt hat das Feuer eine Erzieherin des Kindergartens.

Sie beobachtet nun die Löscharbeiten. Etwa zwei Stunden vorher, war sie mit ihrem Mann spazieren und kam direkt am Kindgarten auf dem Gelände des SOS-Kinderdorfs vorbei, erzählt sie. Sie wohnt selbst im Schorndorfer Ortsteil Oberberken. „Wir haben in der Igel-Gruppe etwas Schimmern gesehen“, sagt sie. „Und beim zweiten Blick war klar, dass es ein Feuer ist.“ Daraufhin hätten sie sofort die Feuerwehr verständigt.

Diese war auch innerhalb von wenigen Minuten vor Ort. Aber beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand das Gebäude schon im Vollbrand. Die Flammen hätten nach allen Seiten herausgeschlagen, berichtet Patrick Bellon, Pressesprecher der Feuerwehr Schorndorf. „Da war schon nicht mehr so arg viel zu retten.“

Feuerwehr-Kommandant Jürgen Bruckner erklärt, warum das Gebäude so schnell so stark in Flammen stand, dass nur noch wenig zu machen war: „Das ist der Bauart geschuldet.“ In den großzügigen, weiten Räumen könne sich das Feuer schnell überall ausbreiten, es gebe keine Brandabschnitte. Außerdem ist in der 2004 eingeweihten Einrichtung sehr viel Holz verbaut.

Neben einem Einsatzfahrzeug der Feuerwehr steht ein Wagen mit Gummistiefeln. „Der ist von der Igelgruppe“, sagt die Erzieherin, die den Brand entdeckt hat. Der Wagen mit den Schuhen sei das Einzige, was aus dem Gebäude gerettet werden konnte. Die Erzieherin schüttelt den Kopf: „Wir haben uns noch gefreut, dass wir morgen mit allen Kinder weitermachen können.“

An diesem Montag hätten die beiden Kindergartengruppen wie alle im Rems-Murr-Kreis wieder in den vollen Betrieb einsteigen sollen, nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Fälle lange genug unter der festgelegten Zahl von 165 gefallen ist. Doch nun gehe s für die Kinder der Einrichtung am Wasserturm, deren Träger das SOS-Kinderdorf ist, aus einem ganz anderen Grund darum, eine Notbetreuung organisieren und Räume dafür zu finden.

OB Klopfer denkt schon an die Planung eines Neubaus

Am Rande der Löscharbeiten besprechen am Sonntagabend OB Matthias Klopfer, der Oberkerner Ortsvorsteher Siegbert Doring und Volker Grimm, stellvertretender Leiter des SOS-Kinderdorfs, das weitere Vorgehen. Wo kommen die Kinder zur Betreuung in den nächsten Tagen unter?

Man frage jetzt bei den Eltern ab, welche Kinder an diesem Montag und den Folgetagen unbedingt die Betreuung brauche, sagt Volker Grimm. Dann müsse man in Abstimmung mit der Stadt Schorndorf schauen, welche längerfristige Notlösung man finde, die für die Kinder passe. Matthias Klopfer denkt sogar schon weiter: Im zweiten Schritt gehe es schnell darum, „mit dem SOS-Kinderdorf, zu entscheiden, wie ein Neubau erfolgen kann.“ Für ein zweigruppiges Kinderhaus rede man von einer Investition von rund zwei Millionen Euro.

Währenddessen gehen die Löscharbeiten weiter. 13 Fahrzeuge der Feuerwehr mit rund 60 Einsatzkräften sind laut Sprecher Patrick Bellon vor Ort, sie kommen von der Abteilung Stadt, aus Oberberken und Weiler, während die Abteilung Haubersbronn in der Zentrale in Schorndorf die Stellung hält, falls es Folgeeinsätze gibt. Außerdem ist die Fellbacher Feuerwehr mit Gerätewagen für den Nachschub an Atemschutzgeräten da.

Polizei: Brandstiftung nicht ausgeschlossen

Die Brandursache ist vorerst noch völlig unklar. Die Polizei schreibt in einer Pressemitteilung, Brandstiftung könne nicht ausgeschlossen werden. Die Kriminalpolizei ist am Sonntagabend bereits vor Ort, kann aber wenig machen, weil das Gebäude noch brennt. Die Feuerwehr hat das Technische Hilfswerk zur Unterstützung gerufen, das mit einem Bagger das Dach abhebt, um die Glutnester darunter freizulegen. Kommandant Jürgen Bruckner geht am Abend davon aus, dass die Nachlöscharbeiten sich noch die ganze Nacht ziehen.

Es war dann ein einsatzreicher Sonntagabend für die Schorndorfer Feuerwehr. Kurz vor dem Kindergarten-Brand mussten Einsatzkräfte zu einem brennenden Balkon in der Baumwasenstraße ausrücken. „Das ging glimpflich ab, im Vergleich zu dieser Schadenslage hier“, sagt Jürgen Bruckner.

Für Matthias Klopfer ist die Lage noch am Sonntagabend ziemlich klar. Der Schorndorfer Oberbürgermeister ist nicht lange nach der Alarmierung am Brandort und geht mit Blick auf die qualmende Ruine des Kindergartens am Wasserturm in Oberberken fest davon aus, dass es hier nicht um einen Wiederaufbau, sondern nur noch um einen Neubau gehen kann. „Das ist ein Totalschaden“, sagt Klopfer. Noch zwei Stunden nachdem der Brand gemeldet wurde und um 17.42 der Alarm rausging, ist die Feuerwehr mit

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