Schorndorf

OB-Wahl in Esslingen: Matthias Klopfer hat starke Konkurrenz

OB Mathias Klopfer
Matthias Klopfer will Oberbürgermeister in Esslingen werden. © ALEXANDRA PALMIZI

Der Gemeindewahlausschuss in Esslingen hat getagt, jetzt ist es amtlich: Bei der Wahl zum Esslinger Oberbürgermeister am 11. Juli hat Oberbürgermeister Matthias Klopfer fünf Konkurrenten. Die Bewerbungsfrist endete am Montag, um 18 Uhr. Damit kämpfen außer Matthias Klopfer (SPD) vier Männer und eine Frau um die Nachfolge des scheidenden Jürgen Zieger, der ein Jahr vor dem offiziellen Ende seiner Amtszeit in den Ruhestand geht. Vier der Bewerber werden von Parteien unterstützt, ins höchste Amt im Rathaus streben aber auch ein unabhängiger Kandidat und eine unabhängige Kandidatin aus Esslingen.

Matthias Klopfer (53) hat die Rückendeckung der Esslinger SPD, die – ebenso wie die Grünen und die Freien Wähler – acht Sitze im Gemeinderat hat, gefolgt von der CDU mit sieben, der FDP mit vier und der Linken mit drei Sitzen. Klopfers schärfster Konkurrent ist möglicherweise Vittorio Lazaridis, der für die Grünen Stadtrat in Stuttgart ist. Lazaridis, Sohn einer italienischen Mutter und eines griechischen Vaters, studierter Politikwissenschaftler und Sonderpädagoge, ist Ministerialdirigent im Kultusministerium in Stuttgart. In Esslingen hat er mit seiner Familie als Kind gelebt. Von den Linken unterstützt wird der Esslinger Stadt- und Kreisrat Martin Auerbach. Der 44-Jährige ist Jugend- und Heimerzieher und arbeitet in einer Jugendhilfe-Einrichtung.

Der Weissacher Bürgermeister ist der jüngste der Kandidaten

Mit 32 Jahren ist Daniel Töpfer der Jüngste der Kandidaten. Der Bürgermeister aus Weissach bei Böblingen wird vom bürgerlichen Lager unterstützt, also von der CDU, den Freie Wählern und der FDP. Beobachter räumen ihm schon wegen seines Alters einen Vorteil ein. Zum Zeitpunkt seiner Wahl in Weissach vor sieben Jahren war er mit 25 der jüngste Bürgermeister in der Region Stuttgart, und noch immer gehört er zu den jüngsten Bürgermeistern in Deutschland. Sein Nachteil: Weissach, Sitz des Porsche-Entwicklungszentrums, hat gerade mal knapp 8000 Einwohner – ein großer Sprung wäre es also für den 32-Jährigen in die fast 100.000 Einwohner zählende Stadt Esslingen. Als unabhängige Kandidaten treten außerdem der Esslinger Anwalt Gebhard Mehrle (51) und Gabriela Letzing (55) an, die ein veganes Bistro betreibt.

Matthias Klopfer war der erste Bewerber, der in Esslingen seine Kandidatur erklärte und mit einem – wie ihm viele dort bescheinigen – sehr engagierten Wahlkampf begann. Nicht nur auf dem Wochenmarkt sei er mit vielen ins Gespräch gekommen, sondern auch in Vereinen, Unternehmen und den Stadtteilvertretungen, berichtet Klopfer selbst. In die heiße Phase starte er nun mit einem positiven und zuversichtlichen Gefühl. Vergangenes Wochenende habe er nochmals sehr gute Gespräche geführt, wobei es hilfreich gewesen sei, dass dank der rückläufigen Corona-Zahlen wieder kleinere Treffen möglich waren. Die großen Themen im Wahlkampf ähneln laut Klopfer übrigens stark denen in Schorndorf: Der Spagat zwischen dringend notwendigem Wohnungsbau einerseits und schmerzhaftem Flächenverbrauch andererseits treibe die Menschen um. Außerdem gehe es um die Leerstände in der Stadt und das große Thema Mobilität. Wobei Letzteres in Esslingen noch ein drängenderes Problem sei als in Schorndorf: Der Altstadtring in der knapp 100.000 Einwohner großen Stadt sei fast permanent verstopft.

Ein zweiter Wahlgang scheint sehr wahrscheinlich

Noch ist der Wahlausgang offen, derzeit würde es wohl niemand wagen, eine eindeutige Prognose abzugeben. „Matthias Klopfer bringt alle Eigenschaften mit, die ein Esslinger Oberbürgermeister unserer Meinung nach haben sollte“, hatte der Esslinger SPD-Chef Daniel Blank bei der Vorstellung Klopfers im April erklärt. Dazu gehörte nach Auffassung Blanks Klopfers großer Erfahrungsschatz als Oberbürgermeister einer Großen Kreisstadt, und genau die wird ihm von Beobachtern des Wahlkampfes nun auch zugutegehalten. Eher unwahrscheinlich erscheint es aber, dass die Wahl gleich am 11. Juli im ersten Wahlgang entschieden wird. Bei einem so starken Bewerberfeld wird wohl keiner der Kandidaten auf Anhieb die absolute Mehrheit erreichen können. Dazu kommt: Matthias Klopfer und Vittorio Lazaridis werden in Teilen wohl um dieselben Wähler kämpfen und sich gegenseitig Stimmen abgraben.

Kann gut sein, dass nach dem ersten Wahlgang einer der beiden zugunsten des anderen verzichten muss, wenn nicht wieder die Stuttgarter Konstellation eintreten soll. Wir erinnern uns: Dort hatte sich das öko-soziale Lager nach dem ersten Wahlgang nicht einigen können. Lachender Dritter war der Backnanger Bewerber Frank Nopper, der daraufhin ins Stuttgarter Rathaus einzog.

Der Gemeindewahlausschuss in Esslingen hat getagt, jetzt ist es amtlich: Bei der Wahl zum Esslinger Oberbürgermeister am 11. Juli hat Oberbürgermeister Matthias Klopfer fünf Konkurrenten. Die Bewerbungsfrist endete am Montag, um 18 Uhr. Damit kämpfen außer Matthias Klopfer (SPD) vier Männer und eine Frau um die Nachfolge des scheidenden Jürgen Zieger, der ein Jahr vor dem offiziellen Ende seiner Amtszeit in den Ruhestand geht. Vier der Bewerber werden von Parteien unterstützt, ins höchste

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