Schorndorf

OB-Wahl Schorndorf: Andreas Schneider sieht sich diffamiert

Podiumsdiskussion
Andreas Schneider möchte Oberbürgermeister werden. © Alexandra Palmizi

Der Termin für den zweiten Wahlgang zum neuen Schorndorfer Oberbürgermeister steht - die Gegner und Unterstützer formieren sich. Bis zum Wahltag am 28. November wird es für die Kandidaten vor allem darum gehen, neue Argumente für sich zu formulieren, ihr Profil zu schärfen und sich voneinander abzugrenzen. Letzteres gilt besonders für Andreas Schneider und Bernd Hornikel, die bekanntermaßen beide um die Stimmen der grünen und eher links orientierten Wähler kämpfen. Hornikel wird von den Grünen unterstützt, Schneider ist aus Fraktion und Partei ausgetreten. Doch im Kampf um die Wähler, für die Klimaschutz und Ökologie gewichtige Argumente sind, will Schneider den Grünen keineswegs das Feld überlassen.

Dabei verweist er immer wieder auf eine Vielzahl von Anträgen, die er in den vergangenen Jahren im Gemeinderat gestellt habe. Seine Gegner werfen ihm dagegen vor, vieles von dem, was er jetzt anprangert, im Gemeinderat mitentschieden zu haben. So enthielt er sich in der Gemeinderatssitzung am 30. September bei der Abstimmung um die Erhöhung der Kindergartengebühren der Stimme, schreibt in Facebook aber, seine Haltung zu Jugendarbeit und Kindergartengebühren sei klar. „Für mich wäre die Befreiung des vierten Kindes von der Gebühr selbstverständlich.“ Heute sagt Andreas Schneider auf Anfrage, dass der Antrag ohnehin keine Chance gehabt hätte, weil er von der AfD gekommen war. Und dass er damals gegen seine Überzeugung gestimmt habe, weil er von den Grünen nicht in ein rechtes Eck gestellt werden wollte.

Schneider und die „Abkehr von den grünen Ideen“

Anders als Markus Reiners, der vom bürgerlichen Lager aufs Schild gehoben wurde oder auch Bernd Hornikel, war Andreas Schneider bereits vor der Wahl Gegenstand zahlreicher Leserbriefschreiber, die wahlweise versuchten, Schneider als ultimativen OB-Kandidaten hochzuloben oder genau das zu widerlegen. Letzteres war auch das Ziel der früheren Grünen-Stadträtin Mechthild Dierlamm-Harth, die Schneider in einem Leserbrief die Abkehr „von grünen Ideen“ vorwarf und unter anderem die Debatte um das Bündnis Seebrücke ins Spiel brachte. Wir erinnern uns: Schneider war energisch gegen den Schorndorfer Beitritt zum Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ eingetreten, weil er die Initiative Seebrücke als linksextremistisch einstufte. Das hatte ihm den Beifall der AfD eingebracht. Zudem warf ihm die Grüne Dierlamm-Harth in ihrem Leserbrief auch vor, die Verpflichtung zur Klimaneutralität nicht überzeugend zu vertreten. In diesem Zusammenhang stört sich Mechthild Dierlamm-Harth unter anderem an Schneiders Aussage in seinem Wahlprogramm, dass der Diesel in Schorndorf seinen Stellenwert behalte. Umgekehrt musste sich Dierlamm-Harth von Schneider vorwerfen lassen, in ihrem Leserbrief die Unwahrheit über ihn gesagt zu haben.

Die Mail landete auch in Andreas Schneiders Posteingang

Das hat sie nicht auf sich sitzenlassen. Um jeden Zweifel über ihre Person auszuräumen, hat die ehemalige Grünenstadträtin und Beirätin im Grünen-Ortsverband ihre eigenen Aussagen im Leserbrief mit verschiedenen Quellenangaben hinterlegt und diesen, wie sie es nannte, „Faktencheck“ dann an die Grünen im Ortsverband geschickt. Verbunden mit der Frage, ob einer der Empfänger diese Infos auf Facebook, wo derzeit munter diskutiert wird, veröffentlichen wolle. Sie selbst hat dort keinen Account. Allerdings landete die Mail nicht nur bei den Grünen, sondern auf Umwegen auch in Schneiders Postfach – der dahinter nun eine Diffamierungskampagne sieht.

„Ich bin empört“, sagt der 46-Jährige. Nur weil die AfD wegen seiner Haltung zur Seebrücke Beifall geklatscht habe, mache er noch lange keine gemeinsame Sache mit den Rechten. In Sachen Naturschutz verweist er weiter auf seine früheren Anträge im Gemeinderat, in seinem Statement für Dieselautos sieht er keinen Widerspruch zu einer ökologisch ausgerichteten Politik. Dieselmotoren hätten den geringsten CO2-Ausstoß von allen Verbrennern, zudem könne sie ein Oberbürgermeister ohnehin nicht verhindern. Für Feinstaubmessungen sei er durchaus, ebenso wie für entsprechende Maßnahmen, wenn die Grenzwerte überschritten werden, betont er. Was Schneider generell stört: „Die Grünen definieren, was grüne Politikinhalte sein sollen“, ärgert er sich. Wobei er unter grüner Politik nicht die Politik der grünen Partei verstehe, sondern generell eine Politik für Natur- und Umweltschutz.

Nach dem „Faktencheck“ hatte Andreas Schneider Mechthild Dierlamm-Harth erklärt, dass man gegen diese Unwahrheiten auch juristisch vorgehen könne. Unwahrheiten lasse sie sich aber nicht vorwerfen, kontert diese. Mit Spannung erwarte sie das gegen sie angekündigte gerichtliche Vorgehen Schneiders, sagt sie und fragt: „Welcher meiner Sätze ist unrichtig, welcher wäre strafbar?“ In der Zwischenzeit hat Andreas Schneider aber bereits klargestellt, dass er nicht beabsichtige, in dieser Sache juristisch vorzugehen.

Der Termin für den zweiten Wahlgang zum neuen Schorndorfer Oberbürgermeister steht - die Gegner und Unterstützer formieren sich. Bis zum Wahltag am 28. November wird es für die Kandidaten vor allem darum gehen, neue Argumente für sich zu formulieren, ihr Profil zu schärfen und sich voneinander abzugrenzen. Letzteres gilt besonders für Andreas Schneider und Bernd Hornikel, die bekanntermaßen beide um die Stimmen der grünen und eher links orientierten Wähler kämpfen. Hornikel wird von den

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper