Schorndorf

OB-Wahl Schorndorf: Warum die SPD keinen Kandidaten findet

OB-Plakate
Der Wahlkampf ist in vollem Gange. Ein Kandidat der SPD ist nicht dabei. © Palmizi

Lange haben die Schorndorfer Sozialdemokraten einen Kandidaten für die Nachfolge des scheidenden Oberbürgermeisters Matthias Klopfer (SPD) gesucht. Doch einen, den sie mit voller Überzeugung unterstützen können, haben sie offenbar nicht gefunden. Einen Tag vor Ablauf der Bewerbungsfrist teilt die SPD nun mit: „Wir werden keine Kandidatin und keinen Kandidaten ins Rennen schicken. Und wir werden keinen der bisher bekanntgewordenen Kandidaten offiziell unterstützen.“

In den vergangenen Monaten hätten sie sehr gründlich, aufwendig und engagiert nach qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern gesucht und viele Gespräche geführt, heißt es in einer Pressemitteilung. Teilweise sei die Suche nach einem OB-Kandidaten auch fraktionsübergreifend angegangen worden. Das Ergebnis sei indes ernüchternd gewesen: „Diejenigen, die wir für fähig halten, das Amt als Schorndorfer Stadtoberhaupt anzutreten, haben zum Teil nach langem Überlegen abgesagt“, so die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Sabine Reichle und Gemeinderatsfraktionschef Tim Schopf in ihrer gemeinsamen Erklärung. Andere hätten sie nicht komplett überzeugen können. Am Ende seien sie sich einig gewesen: „Wenn wir jemanden ins Rennen schicken, dann nur, wenn wir komplett überzeugt sind. Wir spüren eine große Verantwortung und schicken deshalb nicht irgendjemanden ins Rennen, nur damit es eine/n SPD-Bewerber/in gibt. Das wäre absurd.“

Dass die SPD keinen Kandidaten habe, bedeute nicht, dass sie ihr Engagement für die Stadt herunterfahren werde. „Im Gegenteil. Wir werden umso vehementer im Gemeinderat für wichtige Ziele kämpfen – und versuchen diese im Konsens mit möglichst vielen anderen Stadträtinnen und Stadträten oder Fraktionen zu erreichen.“ Als eines der drei Top-Ziele der nächsten Jahre nennen Sabine Reichle und Tim Schopf die Stärkung des sozialen Klimas. Unter anderem solle die Jugendarbeit und Seniorenarbeit ausgebaut, die Quartiersarbeit verstärkt und weiter in Kindertagesstätten und Schulen investiert werden. Ein weiteres Top-Thema sei der Klimawandel. Um den zu stoppen, sollten ökologische Standards und die Kriterien für alle Bauprojekte überarbeitet werden. Die Verkehrswende solle vorangetrieben, die Fußgängerzone erweitert, der Untere Marktplatz autofrei werden. Auch in Fahrradstraßen, die Innenstadtbegrünung und die Aufforstung muss nach Ansicht der SPD investiert werden. Weitere Zukunftsthemen sind für die Sozialdemokraten auch die Wirtschaftsförderung und Digitalisierung. Den Glasfaserausbau durch die Stadtwerke und ein stabiles Internet begreifen die Sozialdemokraten als Daseinsvorsorge und Zukunftsinvestition. In der Innenstadt soll die Stadt als Investorin oder Zwischenmieterin auftreten, um Leerstände zu verhindern.

Die größten Schnittmengen mit Bernd Hornikel

Bisher haben acht Kandidaten und Kandidatinnen ihre Bewerbungen – sechs Männer und zwei Frauen – abgegeben. Unterstützen will die SPD keinen von ihnen. Mit dem parteiunabhängigen Juristen Bernd Hornikel hätten sie inhaltlich und von den Werten her die größten Schnittmengen. Und „auch die menschliche Basis stimmt“, erklären Sabine Reichle und Tim Schopf weiter. Mit Markus Reiners, der in Stuttgart für die CDU im Gemeinderat sitzt und vom bürgerlichen Lager CDU, FDP und Teilen der Freien Wähler unterstützt wird, habe es einen offenen, freundlichen Austausch gegeben. „Wir teilen jedoch viele Ansichten nicht. Er ist für uns auch kein ,Kandidat der Mitte’.“ Allerdings freue sich die SPD über Reiners sehr deutliche Abgrenzung zur AfD. Bei Dörte Schnitzer, der Initiatorin der Klimaentscheidgruppe, schätzt die SPD eigenen Angaben zufolge zwar das Engagement für Schorndorf. Allerdings glaube man, „dass ein großes Thema keine komplette Kandidatur trägt“.

Außer Manuel Burbott, dessen Kandidatur an diesem Montag bekannt wurde (siehe nebenstehenden Artikel), haben Bernd Hornikel, Markus Reiners, Tobias Schwenk, Andreas Schneider, Horst Zwipp, Dörte Schnitzer und Brigitte Aldinger ihre Kandidatur erklärt.

Am Dienstag, 12. Oktober, endet die offizielle Bewerbungsfrist für das Amt des Oberbürgermeisters in Schorndorf. Der Zeitungsverlag Waiblingen veranstaltet eine Podiumsdiskussion am Dienstag, 2. November, 19 Uhr, in der Künkelinhalle. Gewählt wird am 7. November.

Lange haben die Schorndorfer Sozialdemokraten einen Kandidaten für die Nachfolge des scheidenden Oberbürgermeisters Matthias Klopfer (SPD) gesucht. Doch einen, den sie mit voller Überzeugung unterstützen können, haben sie offenbar nicht gefunden. Einen Tag vor Ablauf der Bewerbungsfrist teilt die SPD nun mit: „Wir werden keine Kandidatin und keinen Kandidaten ins Rennen schicken. Und wir werden keinen der bisher bekanntgewordenen Kandidaten offiziell unterstützen.“

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