Schorndorf

Polizei zum Kindergartenbrand im SOS-Kinderdorf: „Die haben da wahrscheinlich gezündelt“

Kiga Brandermittler
Kindergarten am Wasserturm Oberberken Feuer Brand ausgebrannt SOS Kinderdorf Brandermittler Polizei Hier: Spurensicherung und Spürhund © Gabriel Habermann

Die Polizei spricht beim Brand im SOS-Kinderdorf in Oberberken, bei dem der Kindergarten am Wasserturm zerstört wurde, nun von einem „missglückten Bubenstreich“. Das sei vermutlich im kindlichen Leichtsinn passiert und „eher keine böse Absicht“. Der Verdacht gegen einen Jugendlichen und ein Kind aus dem SOS-Kinderdorf hat sich nach dem Brand am Sonntag schnell erhärtet. Polizeisprecher Holger Bienert sagte auf Anfrage unserer Zeitung: „Die haben dort drin wahrscheinlich gezündelt.“

Verdächtige gleich im Blick

Die Polizei hatte die beiden gleich am Sonntagabend als Verdächtige im Blick. Das Alter des Kindes und des Jugendlichen will die Staatsanwaltschaft laut Holger Bienert zum Schutz der sehr jungen Tatverdächtigen nicht veröffentlichen.

Kriminaltechniker hätten vor Ort Spuren gesichert, so Bienert, diese müssten nun ausgewertet und daran nachvollzogen werden, wie der Brand entstanden sei: „Das sind jetzt die routinemäßigen kriminaltechnischen Dinge. Man geht bei Bränden nach dem Ausschlussprinzip vor.“ Dazu, was die Tatverdächtigen ausgesagt haben, will sich der Polizeisprecher „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht äußern.

Eine Erzieherin hatte das Feuer im Kindergarten bei einem Spaziergang am vergangenen Sonntagabend entdeckt und die Feuerwehr verständigt. Als diese eintraf, stand das Gebäude jedoch bereits in Vollbrand, es war nicht mehr viel zu retten.

Die Stadt Schorndorf geht von einem Schaden in siebenstelliger Höhe aus. Bereits am Sonntag stellte Oberbürgermeister Matthias Klopfer mit Blick auf die qualmende Kindergarten-Ruine am Wasserturm in Oberberken fest, dass ein Wiederaufbau wohl nicht möglich ist.

Er stellte in Aussicht, gemeinsam mit dem SOS-Kinderdorf schnell zu entscheiden, wie ein Neubau realisiert werden kann – und teilte auf Facebook mit, dass bis frühestens Sommer 2022 ein neues Kinderhaus eröffnet werden könne: „Ein Zwei-Millionen-Projekt, das wir jetzt gemeinsam mit dem SOS-Kinderdorf schnell aufs Gleis setzen müssen.“ Die Eltern bat er um Verständnis, „dass jetzt Kompromisse notwendig sind“.

Aktuell nur Notbetreuung

Aktuell sind die Kinder im Rahmen einer Krisenlösung auf dem Gelände des SOS-Kinderdorfs untergebracht, teilt Victoria Leipert, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Dafür wurden zwei Räume mit angrenzenden Toiletten und Küche für die Betreuung mit Spielsachen und Mobiliar ausgestattet. An einer längerfristigen Lösung wird parallel mit dem Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS), der Stadt Schorndorf und dem Gesundheitsamt gearbeitet.

Im SOS-Kinderdorf hatte man sich eigentlich darauf gefreut, einen Normalbetrieb für alle Kinder gemäß den aktuellen Corona-Lockerungen ab Montag anbieten zu können. Nun muss die Notbetreuung erstmal fortgeführt werden. Für die Kinder, so Pressesprecherin Leipert weiter, „ist es schrecklich: Sie vermissen die Räume und auch ihre persönlichen Dinge, die den Flammen zum Opfer gefallen sind. Und für die Erzieherinnen sei es kaum auszuhalten, dass die ganzen Kunstwerke und Produkte, die die Kinder angefertigt haben, zerstört sind. „Manche der Kolleginnen konnten den zerstörten Kindergarten erst nach und nach in Augenschein nehmen und sind erschüttert von dem Bild der Zerstörung.“ Das Kinderdorf versucht, nun Normalität für die Kinder zu schaffen und Raum für aufkommende Fragen zu bieten. „Hierbei es wichtig, dass die Erwachsenen den Kindern Sicherheit und Zuversicht vermitteln.“

Die Polizei spricht beim Brand im SOS-Kinderdorf in Oberberken, bei dem der Kindergarten am Wasserturm zerstört wurde, nun von einem „missglückten Bubenstreich“. Das sei vermutlich im kindlichen Leichtsinn passiert und „eher keine böse Absicht“. Der Verdacht gegen einen Jugendlichen und ein Kind aus dem SOS-Kinderdorf hat sich nach dem Brand am Sonntag schnell erhärtet. Polizeisprecher Holger Bienert sagte auf Anfrage unserer Zeitung: „Die haben dort drin wahrscheinlich

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