Schorndorf

Riani-Chefin Martina Buckenmaier erhält Daimlermedaille der Stadt Schorndorf

Daimlermedaille für Martina Buckenmaier
Martina Buckenmaier freut sich über die Daimlermedaille, die sie von Oberbürgermeister Matthias Klopfer erhält. © Büttner

Die Freude ist groß: Martina Buckenmaier, Geschäftsführerin des Schorndorfer Modelabels Riani, hat am Montagabend (12.07.) im Rahmen der Präsentation der neuen Sommerkollektion 2022 die Daimlermedaille von Schorndorfs Oberbürgermeister Matthias Klopfer erhalten. „Martina Buckenmaier ist eine beispielgebende Unternehmerin unserer Zeit, die aus tiefster Überzeugung an Schorndorf glaubt und in dieser Stadt, gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Tochter, ihre Vision von einem international erfolgreichen und bekannten Modeunternehmen täglich lebt und weiterentwickelt“, so der OB in seiner Würdigungsrede.

Längst zählt das schwäbische Unternehmen zu den großen Designerlabels. Seit etwa sechs Jahren hat Riani beispielsweise auf der Berlin-Fashion-Week eine eigene Show. Mehr als nur eine Marke ist Riani ein Lebensgefühl, und genau dieses wird von Martina Buckenmaier verkörpert und gelebt. Ihre Einflüsse sind in allen Unternehmensbereichen zu spüren und liefern bereichsübergreifende Inspirationen vom Design, über die Vermarktung bis hin zum Endkunden.

Die aus dem Münsterland stammende „Power-Frau“, wie Klopfer die Unternehmerin bezeichnet, wächst im 1925 vom Großvater gegründeten und von den Eltern weitergeführten Textilunternehmen Cruse auf und schließt mit 23 Jahren ihr Studium zur Diplom-Ingenieurin für Bekleidungstechnik und Gestaltung ab. Sehr erfolgreich führt sie viele Jahre die seit 1970 auf Lederbekleidung spezialisierte Firma Cruse Leather, die in den Jahren 2017/2018 dann komplett in die Firma Riani eingeflossen ist und deren Firmensitz gänzlich nach Schorndorf verlegt wurde.

„Perfekte Rianista an der Spitze des Unternehmens“

Auch ihr Ehemann und Geschäftspartner Jürgen Buckenmaier wurde bereits mit der Daimlermedaille ausgezeichnet. Er gründete die Riani GmbH 1978 und legte den Grundstein dieser Erfolgsgeschichte. Heute gehört das Unternehmen zu einer der führenden Womenswear-Premiummarken. 2007 ist Martina Buckenmaier als CEO in das Geschäft eingestiegen. Seitdem übernimmt sie die Verantwortung für Kreativität, neue Ideen, Wachstum und Ausrichtung der Firma. „Das Geheimnis unseres Erfolgs liegt in der Wertschätzung für jedes einzelne Kleidungsstück und für unsere Kundin“, so Martina Buckenmaier.

Klopfer würdigt den Umgang mit der Kundschaft: „Sie pflegt intensiv den Kontakt mit Menschen, um immer ganz nah an der Kundin, den Einkäufern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Produkten zu sein.“ Gemeinsam von ihr und ihrem Ehemann je zur Hälfte privat finanziert, entsteht 2015 am Riani-Platz in Schorndorf das neue Headquarter der Firma, in dem aktuell rund 140 Beschäftigte arbeiten. Auf 12 000 Quadratmetern Fläche setzt Martina Buckenmaier in dieser 2015 mit dem Immobilien Award der Metropolregion Stuttgart ausgezeichneten Firmenzentrale ihre Vorstellung von einem Unternehmen 4.0 um: Extrem großen Wert legt sie auf „Female Empowerment“. Die Frauenquote im Unternehmen liegt bei 84 Prozent, 71 Prozent der Teamleader sind Frauen.

Mit Ideen durchgesetzt und überzeugt

Mit dem Konzept „Cosy Kitchen“ wird den Beschäftigten gesundes Essen angeboten, zu 50 Prozent gesponsert vom Unternehmen. Auf Ergonomie am Arbeitsplatz wird genauso großen Wert gelegt, wie auf Nachhaltigkeit und Sustainability im gesamten Produktions- und Wertschöpfungsprozess. Sport- und Fitnessangebote mit professionellen Trainerinnen können dreimal pro Woche direkt in der Firma wahrgenommen werden, sogar in der Mittagspause. Noch mehr Gutes tun lassen können sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im firmeneigenen Day-Spa, das auch externen Gästen offen steht. „All diese visionären Elemente tragen die Handschrift von Martina Buckenmaier“, lobt Klopfer. Sie habe sich mit ihren Ideen durchgesetzt und damit voll überzeugt.

Dass die Modemarke mitten in der historischen Altstadt, in der Höllgasse, mit dem Flagship-Store und einem Concept-Store präsent ist, auch hier neue Wege geht und gleichzeitig die Verwurzelung und Liebe zu Schorndorf zum Ausdruck bringt, freut den Oberbürgermeister ganz besonders. „Und auch, dass mit Riani bis Ende März 2022 ein Schorndorfer Unternehmen in Dubai auf der Weltausstellung Expo vertreten sein wird. Die komplette Crew des Baden-Württemberg-Pavillons wird während der gesamten Expo-Zeit von Riani ausgestattet“, fügt Klopfer hinzu. „Zusammengefasst bleibt nur festzustellen: Ihre Fachkompetenz und ihre Leidenschaft machen Martina Buckenmaier zur perfekten Rianista an der Spitze des Unternehmens.“

Ehrenamtlicher und sozialer Einsatz

Das unternehmerisch herausforderndste Jahr war sicherlich das vergangene – die Pandemie schlug mit voller Wucht zu. Ein turbulentes Jahr sei es gewesen, sagten Martina und Tochter Mona Buckenmaier im Oktober 2020 im SWR-Fernsehen. Die Kollektion ihres Familienunternehmens mussten sie verkleinern.

Lange Zeit fielen sämtliche Modenschauen aus, die Einzelhändler waren wenig daran interessiert, neue Ware zu ordern, zudem hatten die Stoffhersteller in Italien, Spanien und Frankreich selbst mit der Corona-Krise zu kämpfen. Aufgeben? – Nie eine Option. Also setzte man sich zusammen und entwickelte neue Konzepte. Die ursprünglich glamourös gestaltete Weihnachtskollektion wurde dem Konzept „Cosy Christmas“ angepasst. Ebenfalls neue Ideen brauchte es in der Zusammenarbeit mit Lieferanten. Ein Betrieb in Ungarn beispielsweise hatte von der Regierung Orbán auferlegt bekommen, die Kleiderproduktion einzustellen und nur noch Masken herzustellen. Also verlegte das Schorndorfer Unternehmen seine Maskenproduktion auf diesen Betrieb.

Froh ist man in dieser Zeit, dass das Unternehmen gut dastehe: „Wir haben einfach über Jahrzehnte hinweg gut gewirtschaftet und alles in der Firma gelassen“, sagt die Geschäftsspitze.

Neben ihrem unternehmerischen Erfolg setzt sich Martina Buckenmaier auch leidenschaftlich für regionale soziale Projekte ein. Ihr ehrenamtliches Engagement spiegelt sich in vielen Bereichen wider: So fördert sie die Nähwerkstatt für Geflüchtete „Zauberfaden“ durch regelmäßige Aufträge der Firma und vermittelt den Arbeitskräften so Wertschätzung und Bedeutung ihrer Arbeit. Die Schorndorfer Tafel wird alle zwei bis drei Monate ganz regelmäßig und nachhaltig unterstützt. Feste Tradition ist im Unternehmen auch die Weihnachtsaktion „Spenden statt schenken“, deren Erlös sozialen Projekten im engen regionalen Umfeld zugutekommt, unter anderem der Bürgerstiftung Schorndorf.

Martina Buckenmaier ist seit 15 Jahren Vizepräsidentin des German-Fashion-Verbandes und vertritt in dieser Funktion 400 Modefirmen aus Deutschland. Darüber hinaus engagiert sie sich aktiv als Mitglied im VDU – Verband Deutscher Unternehmerinnen und im CEU – Club Europäischer Unternehmerinnen. Seit 2015 ist Buckenmaier Mitglied im Preisgericht der Schorndorfer Stiftung „Barbara-Künkelin-Preis“ und bringt in dieses Gremium ihre wertvollen Erfahrungen, inspirierenden Ideen und ihre Werte ein.

Klopfer: „Nicht unerwähnt lassen möchte ich zum Schluss die im Februar 2021 mit ihrer Tochter Mona gegründete Initiative ‘Handeln für den Handel’, der sich nach kurzer Zeit rund 180 Händler und Marken angeschlossen haben, um sich für ein sicheres Einkaufen, Perspektiven und Planungssicherheit sowie lebendige Innenstädte einzusetzen. Kompliment für diese Tatkraft, eben nicht zu resignieren, sondern gemeinsam aktiv zu werden.“

Die Freude ist groß: Martina Buckenmaier, Geschäftsführerin des Schorndorfer Modelabels Riani, hat am Montagabend (12.07.) im Rahmen der Präsentation der neuen Sommerkollektion 2022 die Daimlermedaille von Schorndorfs Oberbürgermeister Matthias Klopfer erhalten. „Martina Buckenmaier ist eine beispielgebende Unternehmerin unserer Zeit, die aus tiefster Überzeugung an Schorndorf glaubt und in dieser Stadt, gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Tochter, ihre Vision von einem international

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