Schorndorf

Rund 70 Teilnehmer bei Kundgebung auf dem Oberen Marktplatz in Schorndorf zum  bundesweiten Aktionstag „abrüsten statt aufrüsten“

Friedensdemo
Lebendige Friedensbewegung in Schorndorf auf dem Oberen Marktplatz. © Gabriel Habermann

Corona fordert zwar Abstandhalten, das aber schließt nicht auch ein Auf-Distanz-Gehen zu allen anderen wichtigen Themen, die uns bedrängen, ein. Der Krieg kennt keinen Lockdown, wie die jüngsten Nachrichten aus Berg Karabach, der Region Tigray in Äthiopien und viel zu vielen anderen Konfliktherden der Welt uns täglich mahnen.

Unser Land exportiert Gewalt

„Kontakte reduzieren, ja. Aber nicht die wesentlichen Fragen aus den Augen verlieren“, klagte denn auch Pfarrerin Dorothee Eisrich ein bei der erstaunlich gut besuchten Kundgebung - wenn auch von inzwischen in die Jahre gekommenen, altbekannten Friedensaktivisten - beim bundesweiten Aktionstag „abrüsten statt aufrüsten“.

Und Eisrich, Beauftragte für Friedensarbeit im ev. Kirchenbezirk Schorndorf, blieb nicht abstrakt: „Unser Land ist leider vorn mit dabei mit Rüstungsexporten.“ Wir übersetzen: Unser Land, das sich nicht genug tun kann mit der Feiertagsfreude über inzwischen 75 Jahre Frieden in Europa, exportiert Gewalt - um unseren Wohlstand zu mehren. Gefordert werden muss, so wurde beim Aktionstag deutlich, vor allem auch eine strengere Rüstungsexportkontrolle in Deutschland.

Ingrid Bolay vom Weltladen „el mundo“ berichtete von einem Staudammprojekt im Nordosten Brasiliens, bei dem die Umsiedlung von Indigenen und Kleinbauern mit Waffengewalt durchgesetzt werde. „Woher stammen die Waffen, die dort zum Einsatz kommen?“ Die Turbinen für den Staudamm kämen aus Heidenheim, schaffen hier Arbeitsplätze mit verheerenden Folgen an ihrem Einsatzort.

Konfliktgefahr Klimawandel

Helmut Hess sprach für die Gruppe um das „Ökumenische Montagsgebet für den Frieden in der Welt“ und forderte „die Weiterentwicklung von Konzepten der Friedensarbeit und anstelle von Militäreinsätzen den Einsatz von Fachleuten für zivile Konfliktbearbeitung“.

Der Beitrag des Gastredners Jürgen Wagner von der Informationsstelle Militarisierung Tübingen machte zum Schluss klar, dass „der Klimawandel in vielen Ländern die Konfliktgefahr noch erhöhen wird“.