Schorndorf

Schöner wohnen in Schorndorf: So lebt es sich mit der Genossenschaft

Westprojekt
Ein Vorzeigeprojekt der Genossenschaft - hier die Front an der Urbanstraße. © Gaby Schneider

Ruhig plätschert im kleinen schattigen Innenhof das Wasser im Brunnen. Es ist ein besonderes Ambiente – und es ist ein besonderes Wohnprojekt, das sich zwischen der Gottlieb-Daimler-Straße 41 und der Urbanstraße verbirgt. Wo einmal fünf ineinander verschachtelte und teilweise bis zu 100 Jahre alte Gebäude standen, sind in den vergangenen zwei Jahren 14 höchst individuelle und energieeffiziente Wohnungen entstanden. Eins der alten Häuser wurde abgerissen, an seiner Stelle ein kleiner Innenhof geschaffen. Die anderen alten Gebäude wurden kernsaniert und ins neue Ensemble integriert, jeder Platz fürs Wohnen wurde dabei bis unters Spitzdach ausgenutzt. Die zwischen 32 und 80 Quadratmeter großen Wohnungen im Besitz der Wohnungsgenossenschaft W.E.S.T. verfügen alle über einen Aufzug. Teilweise haben sie kleine Balkone zum gemeinsamen Innenhof oder nach außen.

Die Genossenschaft wurde im vergangenen Juli gegründet

Eine „inspirierende Alternative im örtlichen Wohnungsmarkt“ wollten Achim Ritter, Geschäftsführer der Ritter Baukontor, und Baukontor-Projektentwickler Eugen Dehning mit ihrer Wohnungsgenossenschaft bieten, die im Juli vergangenen Jahres aus der Taufe gehoben wurde. Inzwischen hat sie laut ihrem Vorstandsvorsitzenden Eugen Dehning 18 Mitglieder und befindet sich, so Dehnings und Ritters einhellige Meinung, damit auf einem guten Weg. „Wir sind froh, dass es so gut funktioniert“, so Dehning.

Ein Tagescafé und ein christlicher Buchladen

Mit „über drei Millionen Euro“ beziffert Achim Ritter die Baukosten des Projekts an der Gottlieb-Daimler-Straße, von dem zehn der 14 Wohnungen inzwischen an Mitglieder der Genossenschaft vermietet sind. Vier behält die Ritter Baukontor als möblierte Apartments, die auf Zeit vermietet werden. 15 Menschen, ältere wie jüngere, Singles und Familien, leben heute auf den 437 Quadratmetern. Im Erdgeschoss gibt es einen rund 100 Quadratmeter großen Laden, der als christliches Buchcafé genutzt werden soll. Der Betreiber steht noch nicht fest, die Grundidee aber schon: Neben Büchern christlichen Inhalts soll das Tagescafé Getränke und kleine Speisen anbieten und den Bewohnern und Nachbarn als Treff dienen. Auch eine Außenbewirtung mit drei bis vier Tischen an der Straße ist geplant. „Wir denken, dass wir dazu beitragen, die Weststadt zu beleben“, sagt Achim Ritter, der sich angesichts des Ladensterbens in der unteren Gottlieb-Daimler-Straße auch eine Verlängerung der Fußgängerzone wünschen würde. Klar für ihn ist: „Irgendwas muss man dort machen.“

Eigenanteil: 1000 Euro pro Quadratmeter

Bezahlbar, angemessen und mit der Eigenbeteiligung seiner Mieter will Ritter bauen. Letztere liegt im Fall der Wohnungen an der Gottlieb-Daimler-Straße bei rund 1000 Euro pro Quadratmeter Wohnraum. Wie berichtet, soll der Geschäftsanteil beim Ausscheiden wieder ausbezahlt und kann auch vererbt werden. Während in anderen Genossenschaften dieser Anteil normalerweise verzinst wird, schüttet die W.E.S.T. Wohnen keine Zinsen aus. Die mit der Zeit entstehenden Überschüsse sollen in weitere Wohnprojekte investiert werden. „Der Wertzuwachs“, sagt Ritter, „soll nicht nur dazu führen, dass die Leute zu vernünftigen Konditionen in bezahlbaren Wohnungen und gut gestalteten Gebäuden wohnen. Wir wollen auch weitere Projekte initiieren und mittelfristig den Wohnungsbestand vergrößern.“ Die Mitglieder sollten nicht nur die Sicherheit haben, dass sie wegen Eigenbedarfs nie aus der Wohnung müssen, sondern auch eine reelle Chance haben, innerhalb des Verbundes je nach Lebenssituation eine passende Wohnung zu finden.

Wohnprojekt für Familien

Dazu passt der Plan der Genossenschaft, bald auch größere Wohnungen für Familien zu bauen. Ideal wäre aus Ritters Sicht dafür das Areal des alten Bauhofs, das die Stadt als Projekt für die Internationale Bauausstellung (IBA) auserkoren hat. „Wir wollen uns dort für ein Grundstück bewerben“, kündigt er an. Ein anderes Projekt in der Römmelgasse läuft bereits. Dort wurde ein Gebäude angemietet, das Ritter kaufen will. Auch dieses Haus soll dann an die Genossenschaft gehen. Aktuell leben darin Menschen aus der Ukraine.

Ruhig plätschert im kleinen schattigen Innenhof das Wasser im Brunnen. Es ist ein besonderes Ambiente – und es ist ein besonderes Wohnprojekt, das sich zwischen der Gottlieb-Daimler-Straße 41 und der Urbanstraße verbirgt. Wo einmal fünf ineinander verschachtelte und teilweise bis zu 100 Jahre alte Gebäude standen, sind in den vergangenen zwei Jahren 14 höchst individuelle und energieeffiziente Wohnungen entstanden. Eins der alten Häuser wurde abgerissen, an seiner Stelle ein kleiner Innenhof

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