Schorndorf

Schafherde bremst Sonntagsverkehr aus

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SPD-Stadträtin Silke Olbrich stand am Sonntagnachmittag im Schaf-Stau und hat das Bild durch die Autoscheibe geschossen. © Jamuna Siehler

Schorndorf. Eine Schafsherde bremste am Sonntagnachmittag den Verkehr in der Schorndorfer Innenstadt aus. Wir haben mit dem Schäfer gesprochen.

Damit seine Schafe frisches Gras zu fressen kriegen, geht der Welzheimer Schäfer Eberhard Bürkle auf Wanderschaft: Am Sonntagnachmittag war seine Herde wieder in Schorndorf unterwegs. Eine gute halbe Stunde, schätzt Bürkle, hat’s gebraucht, bis die 278 Schafe von der Wiese am Grüß-Gott-Weg über die Johannes- und Werderstraße, durch die Unterführung Richtung Stuttgarter Straße, die Mittlere Uferstraße über die Waiblinger Straße und die B 29 am Holzberg waren.

Und auch wenn die Schafe den Verkehr ausbremsen, eine Genehmigung braucht der Schäfer dafür nicht. Dem Ordnungsamt, sagt Leiterin Karin Bauer, war’s darum auch gar nicht bekannt, dass am Sonntagnachmittag in Schorndorf eine ganze Schafherde unterwegs war. Und eine Seltenheit ist der Schaftrieb auch nicht: Sechs-, siebenmal, schätzt Bürkle, ist er jedes Jahr unterwegs.

Eine Triebgenehmigung vom Staatlichen Veterinäramt in Backnang ist nur nötig, wenn er die Kreisgrenze überquert. 7800 Schafe, weiß Fachbereichsleiter Dr. Philipp Benz seit einer Zählung im Januar 2014, gibt es im Rems-Murr-Kreis. Bürkle ist einer von zwei Schäfern, die ihren Betrieb in Welzheim-Eberhardsweiler haben.

Praktizierter Umweltschutz

Dass Schäfer mit ihren Tiere unterwegs sind, ist praktizierter Umweltschutz: An Fell, Klauen und im Kot reisen Samen und Sporen, ja sogar kleine Tiere mit. „Somit vernetzt die Hüteschäferei Lebensräume miteinander und stellt den Individuenaustausch sicher. Hierdurch können Isolationseffekte der heute stark fragmentierten Landschaft vermindert werden“, heißt es in einem Leitfaden des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.