Schorndorf

Schattentheater-Workshop im Figurentheater Phoenix

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Schattentheater
Hinter den Kulissen gibt Shermen Assef den Kindern Tipps, wie sie die Figuren halten sollen, damit das Spiel lebendig aussieht. © Habermann / ZVW
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Schattentheater
Die elfköpfige Schattentheater-Gruppe mit ihren selbstgebastelten Figuren. © Habermann / ZVW

Schorndorf. Doktor Professor Fridolin von Klarsicht ist ein weltbekannter Forscher. Weil im Urwald plötzlich furchterregendes Gebrüll ertönt und sich alle Tiere fürchten, muss er nach Südamerika fliegen. Was ihm dort passiert, haben elf Kinder am Dienstag im Figurentheater Phoenix aufgeführt. Von den Figuren bis zur Geschichte haben sie alles an zwei Tagen selbst entworfen.

Video: Was Yusha am Schattentheater-Workshop so gefällt erzählt er uns hier.

Shermen Assef bindet Yusha ein Tuch über die Augen, dreht ihn im Kreis und führt ihn an der Hand von links nach rechts über die Bühne. Der Neunjährige soll die Orientierung verlieren und nicht mehr wissen, wo oben und unten, links und rechts, vorne und hinten ist. Hinter ihn legt die Theaterpädagogin einen Ball und bittet eines der anderen Kinder, diesen (ohne entdeckt zu werden) zu stibitzen. Eine Übung vor allem im Leisesein, die für die spätere Bühnenarbeit ganz wichtig ist. Schließlich soll niemand diejenigen hören, die hinter der Bühne Figuren bewegen. Doch Yusha hat ein waches Ohr – und entdeckt den Dieb.

Geschichte gemeinsam ausgedacht

Die elf Kinder stellen sich aber allesamt recht geschickt an, halten tatsächlich eine halbe Stunde lang weitgehend still und sind dadurch gut vorbereitet für die große Probe, die auf sie zukommt, bevor sie sie am Ende des Workshops ihren Eltern das Stück über Doktor Professor von Klarsicht präsentieren. Die Geschichte haben sie sich am Montag gemeinsam ausgedacht. Theaterleiterin Ute Assef hat sie inzwischen auf Papier gebracht und studiert sie nun mit Tochter Shermen und den Teilnehmern ein.

Elefanten, Affen und Schlangen eigenhändig aus Papier geschnitten

Die Elefanten, Affen, Krokodile und Schlangen haben die Kinder in Eigenarbeit gefertigt, auch das Bühnenbild aus Bäumen, Blumen und einer kleinen Höhe. Dazu haben sie zunächst aus Papier den Torso geschnitten, dann die Gelenke mit Musterklammern drangebaut und die Figuren mit Holzstäben verbunden. So bleiben sie beweglich und können hinter der Bühne zum Leben erweckt werden.

Erfahrenster spielt die Hauptrolle

Nicht schwer sei das gewesen, berichtet Yusha aus Norddeutschland, der schon zum vierten Mal beim Schattentheater dabei ist. Zusammen mit seinem Bruder Nadmuddin verbringt er die Ferien bei den Großeltern im Süden. Neben dem Figurenmachen gefällt ihm besonders die Arbeit hinter der Bühne, das Theaterspielen „und am Ende der Applaus.“ Nach dem vierten Mal würde er sich aber zur Abwechslung zwar auch mal Aliens oder Flugzeuge als Thema wünschen. Im Hier und Jetzt ist der Neunjährige aber vor allem etwas nervös. Denn als Erfahrenster unter den Teilnehmern darf er die Hauptrolle des Professors übernehmen.

Bewegungen möglichst dynamisch

Als Fridolin von Klarsicht wird er durch den Urwald stapfen, wilden Tieren begegnen – und letztlich auch jenes Geheimnis lüften, das hinter dem fürchterlichen Gebrüll steckt, vor dem sich selbst die wildesten Tiere fürchten. Zunächst müssen aber die Szenen studiert werden. Shermen Assef nimmt dazu die Kinder hinter den Kulissen an die Hand. Zeigt, wie sie die Figuren richtig halten müssen, damit sie auch vor der Bühne zu sehen sind – und wie sie die Bewegungen möglichst dynamisch gestalten. Daneben liest Ute Assef die Rahmengeschichte und gibt den Kindern von ihrem Regiepult aus Tipps und Anweisungen.

Der Professor darf als Erster ran. Mit einer Lupe im Gepäck erkundet er den Urwald. Doch statt den Verursacher des furchterregenden Geräuschs zu enttarnen, stößt er zunächst mit seiner Lupe auf eine kleine Spinne. Die erscheint durch das Glas so groß, dass er sich vor lauter Schreck im Gebüsch versteckt. Von dort aus beobachtet er dann die Szenerie: Eine Babyschlange, die sich fortschlängelt, seine Schlangenmutter, die sich auf sorgenvolle Suche begibt, den gefräßigen Ameisenbär, der ihr dabei hilft, zwei Elefanten die ihre Kräfte messen und ein Krokodil, das Kokosnüsse knackt. Bis er schließlich, des Beobachtens müde, in tiefen Schlaf fällt.

Babyschlange lüftet Geheimnis um das Gebrüll im Urwald

Die Babyschlange ist es dann, die das Geheimnis um das ominöse Gebrüll lüftet. Sein Freund, ein Pandabär, ist schuld. Der fühlt sich nämlich furchtbar unwohl in Südamerika. Denn dort gibt es keinen Bambus, nur Bananen. Davon wird der Bär zwar auch satt, doch viel lieber wäre er in seiner vertrauten chinesischen Heimat. Nur aus Versehen ist er in den Gepäckraum eines Flugzeugs nach Südamerika gelangt.

Doktor Professor Fridolin von Klarsicht befreit den Pandabären am Ende aus dieser misslichen Lage, fliegt mit ihm nach Fernost. Das Rätsel um den Lärm ist gelöst. Und die Ruhe im Urwald wieder hergestellt.


Ein Loch ist im Eimer

Für die kleinen Kinder ab drei Jahren gibt es im Rahmen des Sommerferienprogramms am Freitag, 1. September, von 15 bis 15.45 Uhr die Aufführung „Ein Loch ist im Eimer“: Es ist ein sonniger Tag und es ist so heiß, dass die Blumen vor Bärs Höhle die Köpfe hängen lassen. Aber als er sich aufmacht, um Wasser für die durstigen Blumen zu holen, bemerkt er: Ein Loch ist im Eimer! Nur gut, dass in diesem Moment Igel Knitz vorbeikommt. Ob er einen Rat weiß?

Kosten: drei Euro. Treffpunkt: Künkelinstraße 33, im Figurentheater, Anmeldung unter ) 0 71 81/93 21 60