Schorndorf

Schild am Marktplatz: Schorndorf zählt Besucher per WLAN in der Fußgängerzone

Marktplatz Schorndorf_0
Der Obere Marktplatz in Schorndorf. © Joachim Mogck

Wer in den vergangenen Monaten durch die Schorndorfer Fußgängerzone gelaufen ist, dem könnte unter anderem am Oberen Marktplatz an der Ecke des Telekom-Ladens ein kleines Infoschild aufgefallen sein. Die Stadt und das  Unternehmen namens IMAS informieren darauf über eine Besucherfrequenzmessung in der Fußgängerzone. Dafür werden Mobiltelefone der Fußgänger anonym erfasst. Wie funktioniert das und was will die Stadt mit dieser Erhebung erreichen?

Datenschutz steht im Vordergrund

Hinter der digitalen Erfassung steckt der städtische Eigenbetrieb Tourismus und Citymanagement. Durchgeführt wird die Frequenzmessung vom Dienstleister IMAS GmbH aus Köln.

Dieses Unternehmen ist auf das Geschäft mit Besucherzählungen für Einkaufszentren, Messen und Veranstaltungen spezialisiert. Seit September werden in Schorndorf Daten zum Fußgängeraufkommen erhoben. Der Betriebsleiter des Eigenbetriebs Tourismus und Citymanagement, Lars Scheel, erklärt: „Ziel der Erfassung ist, eine Aussage treffen zu können, was in der Stadt los ist.“ Es soll also geprüft werden, ob bestimmte Veranstaltungen oder Maßnahmen des Einzelhandels wirken und mehr Leute in die Innenstadt locken. Dafür wurden im Stadtgebiet acht Zählpunkte angebracht.

Dies sind genau genommen kleine WLAN-Router, die anonyme Wifi-Signale aller Smartphones im Umkreis erfassen. Die Geräte verbinden sich dabei nie wirklich, erklärt Lars Scheel: „Die Smartphones nehmen die Existenz des Netzwerks wahr und das Netzwerk die der Smartphones.“ Die Voraussetzung dafür: Die mobilen Geräte der Innenstadt-Bummler müssen die WLAN-Funktion aktiviert haben.

Lars Scheel versichert derweil, dass die Besucherfrequenzmessung unter strengen Datenschutzrichtlinien durchgeführt wird. Die Daten können deshalb nicht einmal in Echtzeit ausgelesen werden, sondern nur mit etwas Verzögerung. „Niemand muss Angst haben, dass wir ihn tracken.“

System arbeitet mit Näherungen

Außerdem sei das System nicht zu hundert Prozent aussagekräftig, sondern arbeite nur mit Näherungen. Klar: Nicht jeder, der durch die Innenstadt schlendert, hat ein Smartphone in der Tasche oder die WLAN-Funktion ständig aktiviert. Trotzdem lässt sich laut Lars Scheel relativ genau sagen, wann wie viel in der Stadt los ist. Im Vergleich zur klassischen Passantenfrequenzzählung, die mit einem Handzähler erfolgt, sei das System eine tolle Sache.

Und welche Erkenntnisse konnte der Eigenbetrieb seit Beginn der Erfassung im September 2021 gewinnen? „Es ist zu erkennen, dass wir bei der Frequenz in der Innenstadt trotz weggefallener Corona-Maßnahmen aktuell nicht auf dem gleichen Level sind wie im Herbst.“

Das könne man nun nicht nur nach Gefühl feststellen, sondern auch anhand der Zahlen belegen. „Spannend wird es, wenn wir das System mehrere Jahre im Einsatz haben“, sagt Lars Scheel.

Wer in den vergangenen Monaten durch die Schorndorfer Fußgängerzone gelaufen ist, dem könnte unter anderem am Oberen Marktplatz an der Ecke des Telekom-Ladens ein kleines Infoschild aufgefallen sein. Die Stadt und das  Unternehmen namens IMAS informieren darauf über eine Besucherfrequenzmessung in der Fußgängerzone. Dafür werden Mobiltelefone der Fußgänger anonym erfasst. Wie funktioniert das und was will die Stadt mit dieser Erhebung erreichen?

Datenschutz steht im

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper