Schorndorf

Schmierereien in Schorndorfer Unterführungen: Wer steckt dahinter?

Graffiti
Unterführung beim Bahnhof. © Gabriel Habermann

Mit schwarzer Farbe aufgebrachte Parolen, schwer entzifferbare Schriftzüge, Kritzeleien, einzelne Buchstaben, sinnlose Kleckse: Unbekannte haben in den vergangenen Tagen wieder einmal die Wände vieler Schorndorfer Unterführungen und ein Nebengebäude der Bahn beschmiert und damit großen Schaden angerichtet. Derlei Kummer ist man bei der Stadtverwaltung zwar gewöhnt – immer wieder rücken die Männer von den Zentralen Diensten aus, um die Wände in den Unterführungen zu reinigen und neu zu streichen. Nun aber haben die Sprayereien ein neues Ausmaß angenommen. Von „Wildwuchs“ spricht Herbert Schuck, Fachbereichsleiter Infrastruktur der Stadt. Und er ist ziemlich sauer. Aktuell waren vor allem die Unterführung zum Burg-Gymnasium und die Bahnhofsunterführung betroffen, aber auch die Wände in den Unterführungen Augustenstraße, Vorstadtstraße, Hammerschlag und Mittlere Brücke werden regelmäßig von den Sprayern heimgesucht. Um die Schäden zu beseitigen, wurden im vergangenen Jahr 6000 Euro ausgegeben.

Wegen des Datenschutzes dürfen Unterführungen nicht überwacht werden

Das wird dieses Jahr nicht reichen. „Das Thema ist groß wie nie“, konstatiert Herbert Schuck. Vor etwa fünf Wochen hätten die Schmierereien deutlich zugenommen und an diesem Wochenende eine Art Höhepunkt erreicht. Noch gibt es keine Hinweise auf den oder die Täter, angesichts der zahlreichen Hinterlassenschaften nach dem Wochenende geht Herbert Schuck aber von mehreren Leuten aus. „Ich kann mir da keine Einzelperson vorstellen, sondern eher eine Gruppe, die nach genügend Alkoholkonsum auf die Idee kam, die Wände zu besudeln“, sagt er. So viele Wände zu besprühen, das dauere auf jeden Fall länger. Genau deshalb hofft der Fachbereichsleiter auch auf Zeugenhinweise – denn ohne die sei es sehr schwer, die Verursacher zu überführen. Die Unterführungen mit Kameras überwachen zu lassen, sei wegen des Datenschutzes nicht möglich.

Um die Schmierereien zu dokumentieren, werden Fotos gemacht, alle Sachbeschädigungen würden angezeigt. Die kleineren Vorkommnisse werden laut Schuck erst mal gesammelt und dann an die Polizei weitergegeben. „Wenn ein vermeintlicher Verursacher gefasst wird, kann man darauf zurückgreifen“, erklärt er. Bei größeren Vorkommnissen werde die Polizei direkt informiert. Doch auch diese ist bei der Ermittlung vor allem auf Hinweise angewiesen. Zwar seien in den Unterführungen auch Streifen unterwegs, sagt Polizeisprecher Robert Kauer. „Aber man muss Glück haben, jemanden zu ertappen.“

Die Schmierereien sollen nun rasch beseitigt werden – auch weil saubere weiße Wände Sprayer noch am ehesten von Farbschmierereien in den Unterführungen abhalten. Verschmutzte Flächen machten es Nachahmern leichter – „die Hemmschwelle sinkt“, weiß Schuck. In zwei Unterführungen wurden die Wände extra beschichtet, um das Sprayen zu erschweren und den städtischen Mitarbeitern das Entfernen der Farben zu erleichtern. Der Effekt der nicht ganz billigen Schutzschicht: Die Farbe haftet schlechter, kann weniger tief ins Mauerwerk eindringen und deshalb leichter entfernt werden. Doch laut Schuck hält die Beschichtung nicht ewig, zudem machten die Sprayer auch vor der Beleuchtung in den Unterführungen und vor Natursteinen nicht halt. Auf beidem kann die Schutzschicht nicht aufgetragen werden.

Die Feuerwehr übernahm eine Patenschaft

Hilfreich war lange eine Kooperation mit der Alterswehr, die die Patenschaft der Bahnhofsunterführung übernommen hatte und die Wände von den Schmierereien reinigte und strich. Einmal im Jahr wurde die Bahnhofsunterführung sogar ausgespritzt und grundgereinigt. Doch zuletzt hat die Wehr die Kooperation nicht mehr verlängert. Zu frustrierend muss es wohl gewesen sein, dass der Effekt des Einsatzes nur von kurzer Dauer war: Die Unterführungen waren schon nach kurzer Zeit wieder beschmiert.

Stadtverwaltung bitte um Hilfe

Damit soll jetzt Schluss sein: „Wir lassen uns das nicht mehr gefallen“, sagt Herbert Schuck. Passanten sollten nicht mehr wegsehen, sondern ihre Beobachtungen der Stadt weitermelden. Denn wenn ein Sprayer erwischt werde, habe das eine abschreckende Wirkung. Der Fachbereich Infrastruktur ist per E-Mail unter infrastruktur@schorndorf.de oder unter der Durchwahl 0 71 81/6 02 27 01 erreichbar. Hinweise können auch anonym gemeldet werden.

Mit schwarzer Farbe aufgebrachte Parolen, schwer entzifferbare Schriftzüge, Kritzeleien, einzelne Buchstaben, sinnlose Kleckse: Unbekannte haben in den vergangenen Tagen wieder einmal die Wände vieler Schorndorfer Unterführungen und ein Nebengebäude der Bahn beschmiert und damit großen Schaden angerichtet. Derlei Kummer ist man bei der Stadtverwaltung zwar gewöhnt – immer wieder rücken die Männer von den Zentralen Diensten aus, um die Wände in den Unterführungen zu reinigen und neu zu

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