Schorndorf

Schon am Öffnungstag rechnen einige Schorndorfer Händler wieder mit einer Schließung

Laden auf!
Mit der Öffnung am Montag kamen einige Menschen in die Innenstadt. © Gabriel Habermann

Seit diesem Montag (08.03.) dürfen die Geschäfte in der Schorndorfer Innenstadt wieder öffnen. Einige der Händler freuen sich und zeigen sich optimistisch. Andere befürchten, dass die Geschäfte schon in wenigen Tagen wieder dichtmachen müssen. Oberbürgermeister Matthias Klopfer zeigt sich solidarisch mit den Händlern.

Schon am Vormittag sind einige Menschen in der Innenstadt unterwegs. In Anbetracht der vergangenen Wochen ein ungewohntes Bild. Roland Veil vom Geschäft „Betten-Veil“ in der Weststadt ist fröhlich gestimmt. „Es sind schon einige Kunden da gewesen, die Leute wollen wieder raus“, sagt er. Doch im Rems-Murr-Kreis liegt die sogenannte Inzidenz, also die Zahl der neu gemeldeten Fälle innerhalb der letzten sieben Tage bezogen auf 100 000 Einwohner, bei 47 (Stand 7. März). Bereits ab einem Wert von 50 müssen die Geschäfte wieder schließen und dürfen dann nur noch Termine anbieten. Die Freude wird deshalb wohl nicht lange halten, so Veil. Er befürchtet, dass die Geschäfte schon Anfang der kommenden Woche wieder schließen müssen.

Online-Shop als Chance

Im Januar hat Roland Veil damit begonnen, im eigenen Online-Shop seine Waren zu verkaufen. Bislang habe er damit positive Erfahrungen gemacht. „In ganz Deutschland wird jetzt bestellt“, freut er sich. Die aktuell schwierige Lage bringe auch Chancen mit sich.

Simone Becker vom Blumengeschäft „Blumen mit Stiel“ hat den Eindruck, dass vergangenen Montag in ihrem Laden mehr los war. Floristen durften bereits vor einer Woche öffnen. Eine große Kauflust gebe es derzeit nicht, bedauert sie. Die Regeln der Politik sieht sie kritisch. Es erscheint ihr wenig sinnvoll, dass die Geschäfte in Schorndorf öffnen dürfen, während sie etwa in Stuttgart geschlossen bleiben müssen. Ihre wirtschaftliche Lage sei ernst, macht sie deutlich. Von den staatlichen Hilfen habe das Unternehmen bislang keinen Cent gesehen. „Das läuft alles sehr unglücklich“, sagt sie.

Zum Spielwarengeschäft „Wiedmann“ sind schon in den ersten Stunden einige Kunden gekommen, erzählt die Verkäuferin an der Kasse. „Ich hoffe, dass es so bleibt“, sagt sie. Wenn sich alle an die weiterhin geltenden Regeln halten, dann könnte eine erneute Schließung abgewendet werden, hofft sie. Vor allem das Ostergeschäft wäre für den Spielwarenhändler wichtig.

Moser-Chefin ist froh

Angelika Schumacher vom Schuhgeschäft „Moser“ freut sich, dass sie ihren Laden wieder aufmachen durfte. Doch von einem Ansturm oder vielen Kunden könne nicht die Rede sein. Sie hofft zwar, dass sie ihr Geschäft noch eine Weile offen lassen kann, doch allzu optimistisch ist sie da nicht. Auch sie rechnet wieder mit einer steigenden Zahl von Infizierten.

Natalija Nazor, Inhaberin vom Einrichtungsgeschäft „Mariposa“, geht es ähnlich. Viele Kunden seien bislang noch nicht gekommen. Bald werde sie wohl mit Terminen arbeiten müssen, fürchtet auch sie. Doch ob sich das lohne, daran hat Nazor ihre Zweifel. Schließlich müsse auch dafür Personal im Laden sein.

Anders schaut es bei Nicole Goldbach vom Geschäft „Kunststück“ aus. „Das letzte Jahr war trotz Lockdown sensationell“, sagt sie. Viele ihrer Kunden hätten zu Hause renoviert und sich von ihr dann daheim beraten lassen. Die Einrichtungsbranche gehöre wohl zu den Gewinnern der Krise.

Ulrich Fink, Geschäftsführer vom Citymarketing-Verein „Schorndorf Centro“, sagt bezogen auf die Inzidenz: „Hoffen wir, dass es unter 50 bleibt.“ Die aktuelle Öffnung sei ein Lichtblick. Über die Gesamtlage sagt er: „Ich mache mir große Sorgen um die Innenstadt.“ Die Vergabe von Terminen, die den Geschäften über einem Wert von 50 noch bleibt, sei in der Praxis für viele Händler schwer umzusetzen, meint Fink. Er kritisiert außerdem eine „mangelnde Informationspolitik“ seitens der Regierenden. Bis eindeutig klar war, dass die Läden wieder öffnen dürfen, sei zu viel Zeit vergangen. Noch am vergangenen Donnerstagnachmittag stand in Baden-Württemberg nicht fest, ob es eine Öffnung geben wird oder nicht.

Oberbürgermeister Klopfer gibt Prognose ab

Oberbürgermeister Matthias Klopfer zeigt sich solidarisch mit den Händlern. Er hätte mit mehr Menschen in der Innenstadt gerechnet, sagt Klopfer. Er befürchtet wie viele Händler, dass bald schon wieder eine Schließung droht. Seine Prognose: Durch die stärkere Testung steigt nun wohl auch die Zahl der Infizierten an. Klopfer kritisiert die aktuelle Strategie des Landes: „Es hätte mehr Parameter gebraucht als nur die Sieben-Tage-Inzidenz.“

Seit diesem Montag (08.03.) dürfen die Geschäfte in der Schorndorfer Innenstadt wieder öffnen. Einige der Händler freuen sich und zeigen sich optimistisch. Andere befürchten, dass die Geschäfte schon in wenigen Tagen wieder dichtmachen müssen. Oberbürgermeister Matthias Klopfer zeigt sich solidarisch mit den Händlern.

Schon am Vormittag sind einige Menschen in der Innenstadt unterwegs. In Anbetracht der vergangenen Wochen ein ungewohntes Bild. Roland Veil vom Geschäft „Betten-Veil“ in

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