Schorndorf

Schorndorf: Expertin Cornelia Tippl über Brautmode- und Hochzeitstrends

Brautmodetrends
Cornelia Tippl zeigt ein Kleid mit sieben Lagen. Fließende Übergänge sind nach wie vor gefragt. Aber ebenso sind figurumschmeichelnde Schnitte mit aufwendiger Stickerei, wie links zu sehen, ein Hingucker. © ALEXANDRA PALMIZI

Mehr Babys, weniger Hochzeiten – dieser Titel war vor einigen Wochen in den Medien zu lesen. Die einfache Erklärung: Hochzeiten konnten in der Corona-Zeit nicht so gebührend gefeiert werden, wie es eigentlich des Anlasses würdig gewesen wäre. Der Babyboom – vermutlich die Folge von mehr Home-Office und mehr Zeit zwischen (Ehe-) oder Lebenspartnern.

Im zweiten Pandemie-Jahr hat es einen historischen Tiefstand bei den Eheschließungen und ein neues Hoch bei den Geburten gegeben. Laut Statistischem Bundesamt haben noch nie so wenig Paare in Deutschland geheiratet wie im vergangenen Jahr. Schon 2020 gab es weniger Eheschließungen durch die Pandemie.

Hohe Nachfrage nach Umstandshochzeitskleidern

Und wie sieht es in diesem Jahr aus? Eine, die diese Frage beantworten kann, weil sie jeden Tag mit Bräuten zu tun hat, geschäftlich einige Hürden in der Pandemie-Zeit bewältigen musste, bis sie schließlich einen Neustart mit ihrem Geschäft „Traummoment – Brautmode und Accessoires“ in der Schorndorfer Uhlandstraße wagen konnte, ist Cornelia Tippl. „Also in der vergangenen Saison hatten wir eine so hohe Nachfrage nach Umstandshochzeitskleidern wie noch nie.“ Allerdings, und das sei spürbar gewesen, gab es – wenn überhaupt – Hochzeiten im „kleinen Rahmen“ und meist nur standesamtlich. „Mehr ging ja schlichtweg nicht wegen Corona.“ Große Feste ausrichten – Fehlanzeige. Abstand halten, keine große Party und keine innigen Umarmungen. Viele Paare hätten zwei-, dreimal ihre Trauung verschieben müssen. Die Kleider wurden teilweise aufbewahrt, manche Bräute wollten gar ein neues Kleid.

Mehrfach musste Cornelia Tippl Secondhandware ablehnen, diese nimmt sie normalerweise auch an, aber „unser Lager war voll“. Langsam merke man, dass es „wieder einen Anlauf zur Normalität“ gebe. In den vergangenen Wochen haben Cornelia Tippl und ihre Schneiderin viel zu tun gehabt: „Das Frühjahr – April, Mai, Anfang Juni – sind die beliebtesten Hochzeitsmonate. Teilweise haben sich hier die Kundinnen die Klinke in die Hand gegeben.“ Abstecktermine, Anproben und letztendlich die Abholung des Kleides – all das koste Zeit, die sowohl die Braut wie auch die gelernte Bekleidungstechnikerin und die Schneiderin investieren müssen. Vor allem, so erzählt Cornelia Tippl, mussten diese Hochzeitskleider geändert werden, die die vergangenen zwei Jahre im Schrank gehangen haben, da die Hochzeit nicht stattfinden konnte, weil Corona alle Planungen und Termine über den Haufen geworfen hatte.

Heirat im Herbst: Planungen sind verhalten

Jetzt im Mai hat man so viele Änderungstermine vereinbaren müssen wie noch nie. Im Moment falle auf, dass „kurzfristig geplant und organisiert“ werde – wenn es eben machbar ist. Vor Corona habe man sich für die Hochzeitsplanungen ein bis zwei Jahre Zeit genommen, spricht Tippl aus Erfahrung. Jetzt habe sie den Eindruck, dass sich Heiratswillige informieren, wann Termine frei sind, das in ihrem Terminkalender abchecken und dann ungewöhnlich schnell darauf reagieren.

Mit Blick in den Herbst oder Winter würden die Planungen für eine Trauung noch verhalten ablaufen. Manche Kundinnen äußern ihre Sorgen, wenn es da um einen Termin geht: „Keiner weiß, was uns da wieder erwartet, wenn es um Corona geht“, sagt Cornelia Tippl nachdenklich.

Was sich im Vergleich zum vergangenen Jahr kaum verändert hat, sind die Trends hinsichtlich der Kleider. Tüll und Spitze stehen nach wie vor auf der Liste ganz oben. Muster, Ornamente und Glitzer dürfen ebenfalls nicht fehlen. Cornelia Tippl nimmt ein Kleid vom Bügel, das ein semitransparentes Oberteil aufweist: „Das ist in. Auch ein großer Ausschnitt beim Dekolleté oder ein Stück bauchfrei kommt gerade bei jungen Bräuten sehr gut an.“ Figurumschmeichelnde Schnitte und eine betonte Silhouette sind ein Hingucker, ebenso wie Vintage-Röcke mit fließenden Übergängen und mehreren Lagen. Was die Farben anginge – da sei man vom Schneeweiß längst abgekommen – oft seien es nun sanfte Töne wie Champagner-, Rosé- oder Cremefarben. Die Brautmodeexpertin führt ein Kleid vor, das mit sieben Lagen ausgestattet ist – darunter einige Beige-Töne und als mittlere Lage eine „Cappuccino-nude-Note“. Noch außergewöhnlicher würde es dann werden, wenn die einzelnen Lagen mit Stickereien oder mit Glitzersteinen verziert sein sollen. „Junge Frauen bevorzugen gerne Spaghettiträger oder auch ein Oberteil mit Häkelspitze.“ Es dürfe gerade im Sommer lässig und leger sein. Auch wenn eine romantische Winterhochzeit „was für sich hätte“, fügt Cornelia Tippl noch mal an, seien das Frühjahr und der Sommer für Hochzeitspaare die idealste Vorstellung für „den schönsten Tag im Leben“.

Man könne nur gespannt sein, was die kommenden Monate bringen und bis dahin erst mal weitermachen und sich über jede einzelne Hochzeit freuen, die stattfinden und gefeiert werden kann.

Mehr Babys, weniger Hochzeiten – dieser Titel war vor einigen Wochen in den Medien zu lesen. Die einfache Erklärung: Hochzeiten konnten in der Corona-Zeit nicht so gebührend gefeiert werden, wie es eigentlich des Anlasses würdig gewesen wäre. Der Babyboom – vermutlich die Folge von mehr Home-Office und mehr Zeit zwischen (Ehe-) oder Lebenspartnern.

Im zweiten Pandemie-Jahr hat es einen historischen Tiefstand bei den Eheschließungen und ein neues Hoch bei den Geburten gegeben. Laut

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