Schorndorf

Schorndorf: Luis Zirkelbach stellt sein neues Album "Millionen Meilen" vor

Luis Zirkelbach
Luis Zirkelbach bei der CD-Vorstellung am 9. Juli im Hof der Manufaktur. © Benjamin Büttner

„Das war bisher mein schönstes Solokonzert“, freut sich Luis Zirkelbach über seinen Open-Air-Auftritt diesen Juli im Hof der Manufaktur. Vorgestellt hat er dabei vor allem die Songs seiner neuen CD „Millionen Meilen.“ Die inzwischen dritte. In jedem der vergangenen drei Corona-Jahre hat er ein Album eingespielt. Doch die Neue hat einen faszinierend federleichten Schwung. Und dies trotz durchaus politisch-existenzieller Stimmungslagen auch im Moll-Bereich.

„Ich hab’ wieder was zu sagen!“

„Ich hab’ schon früher politische Songs geschrieben“, erklärt der nächste Woche vor 35 Jahren in Schorndorf geborene Musiker. „War dann aber irgendwie die Kritik leid.“ Luis, Sohn der geschiedenen Künstlereltern Gez und Eva Zirkelbach, hat dann eine musikalische Auszeit eingelegt. Inzwischen ist er selbst vor kurzem Vater geworden und sagt mit neuer Entschiedenheit: „Ich habe wieder was zu sagen - und steh’ dahinter.“

Und dann legt man die im vergangenen Herbst aufgenommene CD auf und fasst es kaum! Was für filigran aufhorchen lassende Arrangements, was für feine instrumentelle Tupfer von Akustik- und E-Gitarre, quengelnd archaischem Organ, blinkenden Piano-Einwürfen, Syntheziser-Weben und so vielem mehr. „Wo hast du die fantastische Band her“, fragt man Luis Zirkelbach, weil auf dem Cover der CD keine Credits genannt werden. Die Antwort: „Ich hab das außer dem Saxofon alles selber eingespielt, arrangiert und produziert.“ Dabei gelang ihm nun die bewundernswerte Vielstimmigkeit eines voluminösen (digital simuliertem) Orchester-Sounds! Und man muss hinzufügen, durch neueste Technik brauchen Musiker eigentlich kein teures Studio mehr, um klanglich perfekte Aufnahmen zu machen. Die Schwelle, etwas nennenswert Gutes zu produzieren, ist damit demokratisch tiefer gelegt worden.

Und Luis hat das höchst produktiv genutzt! Nun aber, was bekommen wir zu hören? Insgesamt zehn Lieder, die nacheinander durchgespielt einen farbenreichen Flow entwickeln. Ein vielgestaltiger Song-Reigen, dennoch aus einem Guss, nie beliebig auseinanderbrechend. Mit „Niemals werde ich hier bleiben“ zieht es einen mit geschmeidigem Aufbruchsfuror hinaus in die Welt. „Wir brauchen ein Land, das keine Grenzen kennt“ heißt es im utopischen Protestsong „Anders als du“.

Trostlied voll Zuversicht

Ein Trostlied voll zärtlicher Zuversicht ist „Zähle deine Tränen nicht“. Und mit „Pragfriedhof“ begibt sich Zirkelbach in ein saxofon-schwärendes, duster nebelverhangendes Memento Mori zwischen Leben-Wollen und gruftiger Grabesstimmung. Der Titelsong „Millionen Meilen“ ist ein sich torkelnd wegwünschender Kneipen-Blues.

Mein Lieblingsstück ist allerdings das haarsträubende „Kindermaxiking“, in dem Luis Zirkelbach sich selbst vergisst und überspringt in eine dadaistisch anmutende Rap-Aufzählung mit Techno-Gespinsten der Zutatenangabe einer Kinderschokolade mit Magermilchpulver: grandios!

Na und dann der Schluss-Song „Komm doch mal vorbei (ich hab’ auch aufgeräumt)“. Eine Einladung Luis Zirkelbachs, ihn als immer wieder auftretenden Barden im ganzen Rems-Murr-Kreis zu erleben. „Straßenmusik ist eine super Schule“, sagt er.

„Das war bisher mein schönstes Solokonzert“, freut sich Luis Zirkelbach über seinen Open-Air-Auftritt diesen Juli im Hof der Manufaktur. Vorgestellt hat er dabei vor allem die Songs seiner neuen CD „Millionen Meilen.“ Die inzwischen dritte. In jedem der vergangenen drei Corona-Jahre hat er ein Album eingespielt. Doch die Neue hat einen faszinierend federleichten Schwung. Und dies trotz durchaus politisch-existenzieller Stimmungslagen auch im Moll-Bereich.

„Ich hab’ wieder was zu

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