Schorndorf

Schorndorf: Warum die Lebensmittelpreise rasant steigen

Mehlpreis
Manfred Hetzinger in seiner Bäckerei. © Gabriel Habermann

Wer in den vergangenen Wochen beim Einkaufen einmal genauer auf die Preise geachtet hat, dem dürfte der Trend bereits aufgefallen sein: Viele Lebensmittel sind in letzter Zeit teurer geworden. Nach Berechnungen des Ifo-Instituts wird sich der Preisanstieg sogar noch weiter fortsetzen und sich selbst auf sonst relativ preisstabile Supermärkte und Discounter auswirken. Grund dafür ist der rasante Anstieg der Erzeugerpreise aus der Landwirtschaft. Die bekommt auch Bäckermeister Manfred Hetzinger deutlich zu spüren.

Auch die Qualität des Mehls nimmt ab

Laut vielen Medienberichten, wie im Online-Magazin Fallstaff oder der Tagesschau, sind die Gründe für den Preisanstieg bei den Lebensmitteln wohlbekannt: Landwirtschaftliche Erzeuger müssen auf wiederum steigende Preise beim Düngemittel, Transport oder der Energiegewinnung reagieren. Auch die hohen Inflationsraten spielen eine Rolle.

Manfred Hetzinger, der seine stadtbekannte Handwerksbäckerei in der Moserstraße betreibt, bekommt das hauptsächlich beim Mehlpreis zu spüren. Noch vor genau einem Jahr zahlte er bei seinem Lieferanten 35 Cent für ein Kilo Mehl. Mittlerweile muss er dafür 46 Cent auf den Tisch legen. „Die Preiserhöhung kam ganz plötzlich und ist für mich nicht ganz nachvollziehbar“, sagt er. Schließlich sei die Nachfrage nach Mehl nicht deutlich angestiegen. Irgendwann bekommen das auch seine Kunden bei den Brotpreisen zu spüren. Allerdings werde sich die Erhöhung in Grenzen halten, sagt Manfred Hetzinger.

Jedoch, erklärt Manfred Hetzinger, macht ihm ein höherer Mehlpreis nichts aus, solange die Qualität stimmt. Diese sei nämlich das größere Problem. Der Bäckermeister erklärt warum: Die EU subventioniert die Landwirte rein nach Ertrag. Das führe dazu, dass pro Hektar mehr Getreide angepflanzt wird. Am Ende leidet darunter die Mehl-Qualität, erklärt der Bäcker.

Den Einschätzungen des Ifo-Instituts zufolge steht der große „Preisschock“ bei Lebensmitteln aller Art erst bevor. „Die Erzeugerpreise ziehen stark an, das hat am Ende dann auch Auswirkungen auf die Verbraucherpreise, vor allem nach der nächsten Ernte“, erklärte Anfang der Woche auch Christian Janze von der Beratungsfirma „EY“ der Süddeutschen Zeitung.

Die Preise, die die deutschen Kunden dann erwarten, sind in anderen Ländern wie Frankreich völlig normal. Dort gibt es keine superbilligen Discounter, viele Lebensmittel sind deutlich teurer. Manfred Hetzinger sieht das Problem aber auch im Unterschied der Kulturen: „In Deutschland wird im Vergleich kein großer Wert auf hochwertige, gesunde Lebensmittel gelegt“, sagte er. Ebenfalls werde zu viel Nahrung einfach weggeworfen. Laut Manfred Hetzinger ebenfalls eine Folge der niedrigen Lebensmittelpreise. Aktuell hofft er aber vor allem darauf, dass sich die Situation um die steigenden Lebensmittelpreise bald beruhigt.

Wer in den vergangenen Wochen beim Einkaufen einmal genauer auf die Preise geachtet hat, dem dürfte der Trend bereits aufgefallen sein: Viele Lebensmittel sind in letzter Zeit teurer geworden. Nach Berechnungen des Ifo-Instituts wird sich der Preisanstieg sogar noch weiter fortsetzen und sich selbst auf sonst relativ preisstabile Supermärkte und Discounter auswirken. Grund dafür ist der rasante Anstieg der Erzeugerpreise aus der Landwirtschaft. Die bekommt auch Bäckermeister Manfred

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