Schorndorf

Schorndorf: Warum in der Wilhelm-Maybach-Straße jetzt versetztes Parken gilt

ParkenMaybachstrasse
Auf der Wilhelm-Maybach-Straße ist jetzt – zwischen Friedhof- und Silcherstraße – Parken auf beiden Straßenseiten erlaubt. © Gaby Schneider

Anwohner wie FDP/FW-Stadtrat Jochen Schäfer haben es schon lange gefordert: Die Durchfahrt auf der Wilhelm-Maybach-Straße muss für den Durchgangsverkehr unattraktiver werden. Allzu oft, das beobachtet auch die Nachbarschaft, werde die Straße im Berufsverkehr als Abkürzung von der Burg- in Richtung Schlichtener Straße genutzt – und nicht immer bei Tempo 30.

Seit Ende Januar läuft jetzt ein Verkehrsversuch: Zwischen Friedhof- und Silcherstraße darf nicht mehr nur bergaufwärts am rechten Straßenrand geparkt werden, sondern wechselseitig auf beiden Seiten. Mit dem Verkehrsversuch und den mobilen Halteverbotsschildern soll nach Auskunft Jessica Pulzers, Sachgebietsleiterin Verkehrsangelegenheiten, geklärt werden, „wie sich die neue Beschilderung auf die Verkehrssituation auswirkt“.

Versetztes Parken für einen Ausgleich der Verkehrsströme

Erst 2018, erinnert Pulzer, seien in der Wilhelm-Maybach-Straße Halteverbote eingerichtet worden, die verhindern sollten, dass es wegen wechselseitig parkender Fahrzeuge für Rettungsfahrzeuge, Feuerwehr oder Lastwagen zu eng wird. Mit der Folge: Fahrzeuge durften fortan ausschließlich an der Westseite der Wilhelm-Maybach-Straße geparkt werden. „Dadurch“, erläutert die Sachgebietsleiterin, „hatte es der aus Richtung Stadtmitte kommende Verkehr besonders zu den Hauptverkehrszeiten schwer, an der langen Reihe parkender Fahrzeuge vorbeizukommen.“ Für einen Ausgleich der Verkehrsströme wurde das Halteverbot versetzt eingerichtet – und zwar mit so großem Abstand, dass große Fahrzeuge auch künftig durch die Wilhelm-Maybach-Straße kommen.

Mit dieser Lösung ist nicht nur Jochen Schäfer zufrieden. Er hat bereits von Nachbarn positive Rückmeldung bekommen – verbunden mit der Hoffnung, dass der Durchgangsverkehr durch wechselseitiges Parken endlich ausgebremst wird. „Man muss sehen“, sagt Schäfer, „wie sich die Situation entwickelt, über Probleme sprechen und gegebenenfalls nachbessern.“ Die Stadtverwaltung lobt er ausdrücklich, „da sie die Verkehrsproblematik in der Wilhelm-Maybach-Straße und die Risiken für die Anwohner und deren Kinder erkannt hat und nun mit der Anordnung versucht, den Verkehr zu verlangsamen“.

Zweifel, ob das Ziel der Verkehrsberuhigung erreicht wird

Andere sehen den Verkehrsversuch weniger positiv. In einem anonymen Brief an die Redaktion bezweifelt ein Anwohner den Sinn dieser Maßnahme, kritisiert den Wegfall der Parkplätze und hält es für fraglich, „dass das Ziel der Verkehrsberuhigung erreicht wird“ – bei vermehrtem Anfahren und Bremsen statt eines zumindest bergab zügigeren Verkehrsflusses. Außerdem vermisst er eine Bürgerbeteiligung und unterstellt Stadtrat Schäfer, Eigeninteressen verfolgt zu haben. Tatsächlich, sagt Jessica Pulzer, seien interessierte Anwohnerinnen und Anwohner „teilweise“ in die Planungen einbezogen gewesen. Doch grundsätzlich gilt: „Eine Bürgerbeteiligung ist bei verkehrsrechtlichen Maßnahmen nicht erforderlich.“ Eine Sache des Gemeinderats ist eine solche Änderung ebenfalls nicht. Und noch etwas ordnet die Sachgebietsleiterin ein: Da das bestehende Haltverbot nicht ausgeweitet, sondern nur teilweise auf die andere Straßenseite verlegt wird, „ist kein nennenswerter Wegfall von Parkplätzen zu verzeichnen“. Zufahrten zu Grundstücken und Kurvenbereiche mussten bereits vor Änderung der Parkregelung frei gehalten werden.

Anwohner wie FDP/FW-Stadtrat Jochen Schäfer haben es schon lange gefordert: Die Durchfahrt auf der Wilhelm-Maybach-Straße muss für den Durchgangsverkehr unattraktiver werden. Allzu oft, das beobachtet auch die Nachbarschaft, werde die Straße im Berufsverkehr als Abkürzung von der Burg- in Richtung Schlichtener Straße genutzt – und nicht immer bei Tempo 30.

Seit Ende Januar läuft jetzt ein Verkehrsversuch: Zwischen Friedhof- und Silcherstraße darf nicht mehr nur bergaufwärts am rechten

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