Schorndorf

Schorndorf: Wie auf der ehemaligen Mülldeponie ein Wald entsteht

Rekultivierung Deponie Schorndorf
Schicht um Schicht wird der Boden der ehemaligen Deponie abgedichtet. © Büttner

Von weit her sind sie zu sehen, die hellen und dunkleren Schichten, die auf der ehemaligen Deponie an der Göppinger Straße zwischen den Bäumen aufgebracht werden. Was geschieht auf dem Gelände, auf dem schon seit April 2021 kein Grüngut mehr abgegeben werden kann? Grund dafür ist die Rekultivierung der stillgelegten Deponie, die nach Angaben der Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben ist: Entsprechend den Vorgaben der Deponieverordnung muss die Oberfläche des Mülllagers abgedichtet und das Gelände anschließend wieder bepflanzt werden. Hintergrund: Seit 2005 darf in Deutschland kein Hausmüll mehr auf Deponien gekippt werden, aus den ehemaligen Mülldeponien im Kreis sind Entsorgungszentren geworden. Was nicht recycelt wird, wird in der Müllverbrennungsanlage in Münster verbrannt.

Sickerwasser und Deponiegase sollen minimiert werden

Im April vergangenen Jahres hatten auf der früheren Schorndorfer Mülldeponie die Bauarbeiten begonnen, bis Ende 2022 werden sie voraussichtlich noch dauern. Ziel ist es laut AWRM, langfristig die Entstehung von Sickerwasser sowie die Freisetzung von Deponiegas zu minimieren. Die Oberflächenabdichtung bedeute einen wichtigen Beitrag zur Reduktion klimawirksamer Emissionen der Abfallwirtschaft im Kreis.

Im Zuge der Rekultivierung wurde das bisher bewaldete Areal auf einer Fläche von rund 3,5 Hektar gerodet, das Gelände danach profiliert. „Als Nächstes folgen Trag- und Ausgleichsschichten“, teilt Stefanie Baudy, Pressesprecherin Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM), mit. Über diesen Schichten werde die eigentliche Dichtung in Form einer Kunststoffdichtungsbahn in Kombination mit einer mineralischen Dichtlage aufgebracht. Darüber kommen eine Entwässerungsschicht sowie der Rekultivierungsboden. Im Bereich des Entsorgungszentrums wird die Fläche des Kompostplatzes so groß wie möglich gestaltet. Um dies umzusetzen, wird eine Stützmauer gebaut. Die Kostenberechnung für den Bau der Oberflächenabdichtung beläuft sich auf rund 5,3 Millionen Euro.

Was Umweltschützer freuen wird: Was vorher ein Wald war, soll am Ende wieder einer werden: Entstehen soll laut Stefanie Baudy ein Wirtschaftswald, gesäumt von Wiesen und Hecken. Nach Angaben von Stadtförster Julian Schmitt werden Grauerlen gepflanzt, da diese Bäume ihre Wurzeln nicht allzu tief ins Erdreich treiben, die Abdeckschicht also nicht durchbohrt wird. Allerdings seien Grauerlen ökologisch gesehen weniger wertvoll als der ursprüngliche Wald, ein ökologischer Ausgleich wird deshalb nötig: Dafür werden im Stadtwald auf Kosten der Abfallwirtschaftsbehörde auf einer Fläche von insgesamt 2,2 Hektar 12 000 Eichen, Hainbuchen und andere Bäume gepflanzt. Ein von der Dürre und dem Borkenkäfer stark mitgenommener Fichtenbestand kann so in einen robusteren Eichenbestand umgewandelt werden. Nach Angaben Schmitts trägt die Behörde nicht nur die Kosten für die Pflanzen und Pflanzung, sondern auch für die Kultursicherung bis die Bäume hoch genug sind, um zu überleben. Im Bereich der ehemaligen Mülldeponie geht der neue Wald nach der Nachsorge ebenfalls in die Zuständigkeit des Forsts zurück.

Übrigens: Wer sein Grüngut loswerden will, findet trotz des vorübergehenden Wegfalls der Annahmestelle genügend Möglichkeiten. Die Öffnungszeiten der Häckselplätze Haubersbronn und Weiler wurden für die Zeit der Baumaßnahmen erweitert.

Von weit her sind sie zu sehen, die hellen und dunkleren Schichten, die auf der ehemaligen Deponie an der Göppinger Straße zwischen den Bäumen aufgebracht werden. Was geschieht auf dem Gelände, auf dem schon seit April 2021 kein Grüngut mehr abgegeben werden kann? Grund dafür ist die Rekultivierung der stillgelegten Deponie, die nach Angaben der Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben ist: Entsprechend den

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