Schorndorf

Schorndorfer OB-Kandidat Bernd Hornikel: Zuhören und überzeugen

Hornikel Wahlkampf
Bernd Hornikel im Wahlkampf in der Johann-Philipp-Palm-Straße. © Benjamin Büttner

Nach dem ersten Wahlgang hat Bernd Hornikel nicht lange gezögert. In den Ortsteilen hatte er deutlich schwächer abgeschnitten als in der Kernstadt und am schlechtesten in Buhlbronn. „Also habe ich mit einer kleinen Runde in Buhlbronn gestartet“, berichtet er. An den Haustüren zu klingeln sei gar nicht nötig gewesen, weil an diesem Tage viele Buhlbronner in ihren Gärten gearbeitet oder vor den Garagen Reifen gewechselt hätten. Auch im Buhlbronner Chor ist er vorbeigegangen. Sein Eindruck aus dem Flecken und anderen Ortsteilen: „Das Gefühl, abgehängt zu sein, ist ein großes Thema.“ Aus seiner Sicht zu Recht? „Da ist sicher was dran“, glaubt Bernd Hornikel. „Es stimmt aber nicht, dass dort gar nichts passiert.“

Was er im Falle seiner Wahl aber ausbauen möchte, ist die Präsenz in den Verwaltungsstellen. Durch besser besetzte Rathaus-Außenstellen würde seiner Ansicht nach nicht nur mancher Weg in die Stadt überflüssig, sondern auch die Identität der Bürger gestärkt werden. Für dieses Ziel könnte auch die Arbeit aus den Rathäusern verlagert werden: Im Zeitalter der Digitalisierung, findet er, sei es nicht abwegig, dass ein Mitarbeiter in einer Außenstelle auch Arbeiten aus der Kernstadt erledigt. „Das geht im Home-Office doch auch“, sagt er. Der Wunsch aus den Ortschaften sei nicht überzogen, mehr Präsenz vor Ort sei auch eine Frage der Wertschätzung und könnte für mehr Zufriedenheit sorgen.

Ein Netzwerk von 1000 Personen

Mit Optimismus, aber auf keinen Fall übermütig, wie er betont, startet Bernd Hornikel in die letzte Phase des Wahlkampfes. „Ich spüre, meine Zustimmung steigt“, sagt er. Die Bandbreite seiner Unterstützer sei groß, Menschen von allen politischen Seiten, „von der CDU bis zu den Grünen“, aus Sport, Kultur und Vereinen, hätten sich für ihn ausgesprochen. Mittlerweile habe er ein Netzwerk von fast 1000 Menschen. „Ich habe viele Unterstützer gefunden“, sagt Hornikel, „aber ich habe keine Seilschaften und Verpflichtungen.“ Diese Unabhängigkeit des Bewerbers von außen hat er zu schätzen gelernt, ohne eine Fraktion im Hintergrund sei die Unabhängigkeit viel größer. Als Mann von außen habe er einen freieren Blick auf die Stadt: „Es ist mir wurst, wenn einer sagt, irgendwas geht nicht.“

Große Schnittmenge mit den Grünen

Wie berichtet, wird der 52-jährige parteilose Kandidat inzwischen von den Grünen unterstützt, deren Themen er sehr ernst nehme. Mit ihnen sieht er eine große Schnittmenge, andererseits könne er sich aber auch mit Konservativen verbinden. „Ich freue mich über die Unterstützung, es gibt aber auch Themen, bei denen ich anderer Auffassung bin“, erklärt er. Naturschutz, Klimaschutz und Artenschutz seien wichtige Aufgaben, er sehe aber auch den Bereich Wirtschaft, und das Auto werde er auch nicht abschaffen. Als OB wolle er keine „ideologiebeladenen“ Vorgaben machen, sondern „überzeugen und vorleben.“

Aus den Facebook-Scharmützeln hält er sich raus

Auch im Gemeinderat will er reden und überzeugen – und das mit jedem. „Mit der AfD habe ich null Schnittmenge“, betont er. Aber man arbeite sich an ihnen nur ab, wenn man sie ins Aus setzen wolle und setze sie damit auf ein Podest. Auch aus den Wahlkampf-Scharmützeln auf Facebook hält er sich raus, wenn er auch durchaus wahrnimmt, dass sich „die Social-Media-Fiesheiten steigern“. Er selbst konzentriere sich auf seinen Wahlkampf und versuche, „den Spagat zwischen Landesbeamter und „Wahlkämpfer“ hinzubekommen. Als anstrengend empfindet er den Wahlkampf manchmal durchaus, gleichzeitig habe er aber den Eindruck, in Schorndorf jeden Tag mehr anzukommen. Derzeit ist Bernd Hornikel tagsüber und abends als Wahlkämpfer unterwegs. Danach sitzt er dann zu Hause auf Umzugskartons, weil er in Kürze nach Schorndorf umzieht. Wenn am 28. November die Wahl ausgezählt ist und der neue Oberbürgermeister feststeht, ist für ihn der Stress noch nicht vorbei. „Am 29. November kommt der Umzugswagen“, erzählt er. Ob er die Wahl gewinnt? In gewisser Weise, sagt er, habe er schon gewonnen. „Ich kenne jetzt so viele Menschen in der Stadt. Auch wenn es nicht klappt, kann ich mich einbringen. Darüber freue ich mich.“

Nach dem ersten Wahlgang hat Bernd Hornikel nicht lange gezögert. In den Ortsteilen hatte er deutlich schwächer abgeschnitten als in der Kernstadt und am schlechtesten in Buhlbronn. „Also habe ich mit einer kleinen Runde in Buhlbronn gestartet“, berichtet er. An den Haustüren zu klingeln sei gar nicht nötig gewesen, weil an diesem Tage viele Buhlbronner in ihren Gärten gearbeitet oder vor den Garagen Reifen gewechselt hätten. Auch im Buhlbronner Chor ist er vorbeigegangen. Sein Eindruck aus

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