Schorndorf

Schorndorfer Stadtwerke sind umgezogen auf die Au

StadtwerkeNeubau
Die Stadtwerke sind in den Neubau auf der Au umgezogen. Somit ist auch das Kundencenter in der Robert-Bosch-Straße 9 zu finden. © Gaby Schneider

Einige Pioniere, wie der kaufmännische Geschäftsführer Daniel Beutel, haben die schöne, neue Arbeitswelt im Neubau der Stadtwerke bereits seit 7. Mai genossen. Der Rest der gut 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist am Freitag vor Pfingsten von der Augustenstraße auf die Au gezogen. Damit ist von Dienstag, 25. Mai auch das Kundencenter der Stadtwerke am neuen Standort in der Robert-Bosch-Straße 9 zu finden – und auf folgenden Wegen zu erreichen: telefonisch unter 0 71 81 / 9 64 50-444 oder per E-Mail an info@stadtwerke-schorndorf.de sowie online unter www.stadtwerkeschorndorf.de. Um auch in den neuen Räumlichkeiten das Ansteckungsrisiko zu minimieren, ist das Kundencenter allerdings weiterhin nur über eine Terminvereinbarung geöffnet. Für Notfälle in der Strom-, Gas- und Wasserversorgung ist der Störungsdienst rund um die Uhr unter0 71 81 / 9 64 50-888 zu erreichen.

Bis Mitte Juli soll dann auch der Umzug der Zentralen Dienste abgewickelt, bis Mitte August das komplette technische Rathaus umgezogen sein. Für Oktober ist - als offizielle Eröffnung - ein Tag der offenen Tür geplant. Der Einzug  ist also im Zeitplan. Auch an den Baukosten hat sich, wie Geschäftsführer Beutel auf Anfrage erläutert, zuletzt nichts mehr geändert: Die Gesamtkosten für den Neubau der Stadtwerke liegen inklusive Grunderwerb bei 33 Millionen Euro. Noch nicht vergessen ist allerdings, dass man der Öffentlichkeit im August 2018 den Neubau noch für die Hälfte der Kosten verkauft.

Anfangs sollte der Neubau noch die Hälfte kosten

Wie berichtet, sollte das neue Stadtwerke-Domizil auf der Au, weil auf eine Fertigbauweise mit viel Holz umgeschwenkt wurde, statt der ursprünglich anvisierten 18,5 Millionen Euro in den Anfangszeiten sogar nur an die 13 Millionen Euro kosten. Dazu sollten 1,8 Millionen Euro für den Innenausbau und drei Millionen Euro für den Grunderwerb kommen. Machte – alles zusammengezählt – Gesamtkosten von 17,8 Millionen Euro. Bis zum Richtfest im Oktober 2019 waren die reinen Baukosten – diesmal ohne Ausstattung und Grunderwerb kommuniziert – auf 19,5 Millionen Euro gestiegen, weil das Gebäude für Räume des Technischen Rathauses aufgestockt wurde. Bis Sommer 2020 waren die Baukosten noch mal um zwölf Prozent auf 21,9 Millionen Euro gestiegen. Auch bei den Nebenkosten war ein Plus zu verzeichnen: Die Ausstattungskosten sind um 2,2 Millionen Euro gestiegen, die Bauzusatz- und Nebenkosten um eine Million Euro. Weil auch die technischen Ämter in den Neubau ziehen, musste dann auch zu den Gesamtkosten Umsatzsteuer in Höhe von 2,63 Millionen gezählt werde.

Gewerbegebiet „Auwiesen“ von Naturschützern kritisiert

Dass der Gemeinderat vor dreieinhalb Jahren mit einem Satzungsbeschluss für das neue Gewerbegebiet „Auwiesen“ den Weg frei gemacht hat für den Neubau der Stadtwerke auf der Au, auf den saftig-grünen Wiesen zwischen Hammerschlag und Stadion, haben Naturschützer früh kritisiert. Rudolf Berkemer von der BUND-Ortsgruppe hat etwa bemängelt, dass hier in großem Stil Feuchtwiesen versiegelt werden, die bei Wassermangel als Versickerungsfläche wichtig sein könnte. Andere sahen den Erholungsfaktor der Au, durch die seit der Gartenschau ja auch der Remstalradweg führt, gefährdet.

Doch Fledermäuse, die das Bauvorhaben hätten gefährden können, wurden vor Baubeginn trotz intensiver Suche nicht gefunden. Und mittlerweile sind alle externen Ausgleichsflächen für die Versiegelung der Wiesenflächen, die im östlichen Teil ins Wasserschutzgebiet „Roßwasen/Altlache“ reichen, umgesetzt beziehungsweise befinden sich in der Umsetzung. „Hierbei handelt es sich beispielsweise um eine Wildobstpflanzung und Grünlandextensivierungen“, teilt Ines Hagmann, Abteilungsleitung Stadtgrün vom Fachbereich Infrastruktur auf Nachfrage mit.

Insgesamt beträgt die überbaute Grundstücksfläche 17 700 Quadratmeter – inklusive einem erst nach der Baugenehmigung dazugekommenen Grundstück im Südzipfel des Geländes und der 2019 für den Einzug der Technischen Ämter beschlossenen Aufstockung des Neubaus.

Ausgleichsmaßnahmen für die Versiegelung der Wiesenflächen

Noch vor Baubeginn wurden als artenschutzrechtlich vorgezogene Ausgleichsmaßnahme bereits rund um den Neubau vier Nistkästen für den Haussperling als betroffene Vogelart aufgehängt. Zusätzlich wurden, um den Ausgleich vollständig zu erbringen, zwei Maßnahmen aus dem städtischen Ökokonto herangezogen. Bei einer dieser Maßnahmen handelt es sich um ein ausgewiesenes Waldrefugium aus dem Stadtwald Schorndorf. Die zweite Maßnahme stellt eine größere Streuobstpflanzung dar.

Außerdem wurden, so Hagmann weiter, innerhalb des Geltungsbereiches Pflanzgebote auf öffentlichen Flächen sowie sogenannte Flächen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft festgelegt. „Diese wurden ebenfalls von uns umgesetzt.“ Es fehlen vereinzelt noch Ansaaten, die aber noch in diesem Frühjahr folgen sollen. Die Begrünung des Grundstücks mit dem Stadtwerke-Neubau soll erst nach Abschluss der Bauarbeiten angegangen werden. Sträucher und Bäume außerhalb des Baubaubereichs sind aber bereits vollständig gepflanzt. Die Pflanzgebote auf privaten Flächen werden erst nach Kauf und Bau umgesetzt.

Geplant ist, dass in das alte Domizil der Stadtwerke in den Augustenstraße die Polizei einzieht. Womöglich wird es, kündigt Geschäftsführer Daniel Beutel an, in Zukunft auch eine innenstadtnahe Stadtwerke-Station für weniger mobile Bürgerinnen und Bürger geben. Auf dem Bauhof-Areal an der Paulinenstraße soll für die Internationale Bauausstellung (IBA) 2027 ein zukunftsweisendes Quartier entstehen. 

Einige Pioniere, wie der kaufmännische Geschäftsführer Daniel Beutel, haben die schöne, neue Arbeitswelt im Neubau der Stadtwerke bereits seit 7. Mai genossen. Der Rest der gut 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist am Freitag vor Pfingsten von der Augustenstraße auf die Au gezogen. Damit ist von Dienstag, 25. Mai auch das Kundencenter der Stadtwerke am neuen Standort in der Robert-Bosch-Straße 9 zu finden – und auf folgenden Wegen zu erreichen: telefonisch unter 0 71 81 / 9 64 50-444 oder

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