Schorndorf

Schwerer Beinbruch nach Rutschpartie am Schorndorfer Bahnhof

Rutschgitter
Glatt und abschüssig: Auf diesem Metallgitter ist im Juni eine 87-jährige Dame mit schweren Folgen ausgerutscht. © Gabriel Habermann

Eigentlich sollte es ein gemütlicher und unterhaltsamer Nachmittag werden, als Anna Maria Reich ihre Freundin Anfang Juni am Schorndorfer Bahnhof abholte. Es war einer dieser nieseligen Regentage vor der ersten richtigen Hitzeperiode des Jahres. Immerhin, jetzt am Nachmittag hatte es aufgehört zu regnen. Anna Maria Reich winkte schon fröhlich, als sie die 76-Jährige, die bis dahin im Übrigen noch topfit war, in einer Gruppe von etwa zehn Personen aus der S-Bahn aussteigen sah. „Plötzlich wurde sie immer kleiner, dann konnte ich sie gar nicht mehr sehen.“ Die Freundin war ausgerutscht und lag auf dem harten Boden.

Gitter ein Unfallschwerpunkt?

Reich verständigte den Rettungsdienst. Die eintreffenden Sanitäter seien keinesfalls überrascht gewesen, mal wieder eine Verletzte von dem Gitter aufklauben zu müssen. An dieser Stelle seien schon ab und an Menschen ausgerutscht. Eine kurze Nachfrage beim DRK-Rettungsdienst in Schorndorf bestätigte dies, wobei das Gitter wohl nicht explizit als Unfallschwerpunkt gilt. Indes: Die Freundin von Anna Maria Reich verletzte sich schwer. Im Krankenhaus angekommen, wurde ein komplizierter Beinbruch festgestellt.

Zwar ist ein Schild an der Rampe angebracht, das davor warnt, diesen Weg bei Eis und Schnee zu nutzen, von Regennässe ist aber nichts zu lesen. Abgesehen davon sei die Umgebung nicht klitschenass gewesen, erinnert sich Anna Maria Reich. Rund ums Gitter seien keine Pfützen zu sehen gewesen und auch das Gitter selbst sei nicht offensichtlich nass gewesen. Drum gab es keinen offensichtlichen Anlass zur Vorsicht. „Es muss wohl nur noch an einigen Stellen vom Nieselregen des Vormittags noch feucht gewesen sein“, vermutet sie.

Reich: „Menschen schützen?“

Nach der Operation musste ihre 76-jährige Freundin noch zwei Wochen im Krankenhaus bleiben. Inzwischen ist sie wieder zu Hause und wartet auf die Reha. Aktuell kann sie nur noch im Erdgeschoss des Hauses wohnen, ihr Mann versorgt sie, so gut er kann, aber das Leben der bislang noch sportlichen Dame ist nun stark eingeschränkt. Ärzte hätten ihr prophezeit, dass es noch Monate dauern würde, bis sie ihr Bein wieder wie zuvor gebrauchen könne. Beide Damen sind der Meinung, dass das Gitter geradezu eine Rutschfalle sei. Es sei kein Wunder, dass hier ein Unfall passiert sei. „Kann hier wirklich keine Abhilfe geschaffen werden, um Menschen zu schützen?“, fragt sich Anna Maria Reich.

Mit der Kritik der beiden Freundinnen konfrontiert, antwortete die Pressestelle der Deutschen Bahn auf unsere Nachfrage wie folgt: „... es tut uns sehr leid, dass eine Person auf einem Gitter am Schorndorfer Bahnhof ausgerutscht ist. Wir haben den Unfall zum Anlass genommen und das besagte Gitter nochmals besonders geprüft - konnten aber keinen Unfallschwerpunkt feststellen. Selbstverständlich führt die DB regelmäßig Verkehrssicherheitsbegehungen durch und beseitigt Unfallgefahren umgehend.“

Eigentlich sollte es ein gemütlicher und unterhaltsamer Nachmittag werden, als Anna Maria Reich ihre Freundin Anfang Juni am Schorndorfer Bahnhof abholte. Es war einer dieser nieseligen Regentage vor der ersten richtigen Hitzeperiode des Jahres. Immerhin, jetzt am Nachmittag hatte es aufgehört zu regnen. Anna Maria Reich winkte schon fröhlich, als sie die 76-Jährige, die bis dahin im Übrigen noch topfit war, in einer Gruppe von etwa zehn Personen aus der S-Bahn aussteigen sah. „Plötzlich

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