Schwierigkeiten beim Zoll für das Feuerwehrauto
Startschwierigkeiten in Paraguay: Maria Elena Dubberke will eine Feuerwehr in Paraguay gründen und hat den passenden Löschwagen aus Deutschland mitgebracht. Nun steht er am Hafen und der Zoll verlangt Unsummen für die Einfuhr. Am Freitag (22.12.) fuhr sie mit großen Hoffnungen und viel "Vitamin B" in die Hauptstadt um das Fahrzeug abzuholen.
5200 Euro - so viel verlangten die Zollbeamten in der Paraguayischen Hauptstadt Asuncion für die Einfuhr des Feuerwehrautos. Weit mehr als das Fahrzeug gekostet hatte. Die rund 4000 Euro für den Kauf des ausgemusterten Wagens hatte die 16-jährige Miedelsbacherin durch Spenden zusammenbekommen. Der Zoll kennt keine Spenden und Geschenke, so weit so klar. Doch wie die Höhe der Einfuhrgebühren zustande gekommen ist, kann er auch nicht begründen. Eine Quittung über die 5200 Euro sollte es laut Maria Elena nicht geben. Zweifelhafte Methoden."Die denken, sie können eine 16-Jährige einfach abzocken", befürchtet Maria Elena. Selbst die Botschaft von Paraguay in Deutschland habe eingeräumt, dass man beim Zoll die Höhe der Einfuhrgebühren so bestimme, wie man es für angemessen halte. Überschüsse seien für den "eigenen Gebrauch". Klare Beträge konnte die Miedelsbacherin nicht ausfindig machen. Selbst über die nächste Feuerwehrstation in der 40 Kilometer von ihrem Wohnort entfernten Stadt names Villarrica, konnte Maria Elena nichts erreichen.
Es wird günstiger wenn man jemanden kennt, der jemanden kennt...
Durch Kontakte ihres Onkels hat Maria Elena sich nun den Gegebenheiten angepasst und verhandelt. 1500 Euro weniger - 3800 Euro - soll die Einfuhr noch kosten. Das ist noch immer sehr viel Geld, doch mit jedem Tag, den das von ihr liebevoll "El Rojo" (der Rote) genannte Feuerwehrauto im Hafen steht, fallen zusätzliche Kosten an. Je länger das Fahrzeug am Hafen steht, desto mehr Hürden kommen dazu. Einige Kaufinteressenten sind bereits um "El Rojo" herumgeschlichen. Über ihren Kontakt in Paraguay will Maria Elena das Fahrzeug deshalb möglichst schnell dort abholen. Eine Quittung soll sie dann auch bekommen. Am Freitag machte sich die junge Feuerwehrfrau auf den Weg zum Hafen.
Sollten nun alle Stricke reißen, will Maria Elena nicht aufgeben. Der nächste Schritt wäre für sie ein Brief an den Präsidenten. Denn die Gründung der Feuerwehr ist und bleibt wichtig: Die Dubberkes leben dort in einer deutschen Kolonie mit rund 5600 Einwohnern. Dort gibt es zwar eine deutsche Schule und einen deutschen Friedhof, was aber fehlt ist Sicherheit im Brandfall. Es gibt aktuell keine professionelle Feuerwehrstation. Bis die Feuerwehr aus dem 40 Kilometer entfernten Villarrica über unbefestigte Straßen mit Schlaglöchern und anderen Schikanen anrückt, sind brennende Zuckerrohrplantagen und Holzhäuser nur noch Schutt und Asche.
Ihre Facebookgemeinde steht fest hinter der 16-Jährigen und bietet Unterstützung an, wo sie nur kann:
Update
Inzwischen hat Maria Elena Dubberke das Feuerwehrauto abgeholt - günstiger, aber dennoch unter zweifelhaften Bedingungen: Sie zahlte rund 27,8 Millionen Guarani (etwa 4200 Euro) für die Einfuhr, erhielt aber nur eine Quittung über 15 Millionen. Der Wert des Fahrzeugs wurde ebenfalls in den Einfuhrpapieren geändert. Auf ihrer Facebook-Seite schrieb die 16-Jährige: "Ich gewaltig über's Ohr gehauen!"
Kurze Zeit nach der Abholung kam bereits der erste Einsatz. Zufällig fuhr Maria Elena mit "El Rojo" an einem Unfall vorbei und versorgte als Ersthelferin die Verletzten bis zum Eintreffen des Notarzts:

