Schorndorf

Siebte Tankstelle überfallen - ein Serientäter?

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Der siebte Tankstellenüberfall in diesem Jahr traf die Aral-Tankstelle in Schorndorf. © Gabriel Habermann / ZVW

Schorndorf. In der Nacht zum Mittwoch hat ein Räuber eine Tankstelle in Schorndorf überfallen. Es handelt sich bereits um den siebten Überfall in diesem Jahr. Der Täter erbeutete bei der Aral-Tankstelle in der Stuttgarter Straße Bargeld und flüchtete.

Wie die Polizei mitteilt, hatte der mit einem schwarzen Tuch und Baseballcap maskierter Mann gegen 23.45 Uhr die Tankstelle betreten und forderte unter Vorhalt einer Pistole von einem Angestellten das Bargeld aus einer Registrierkasse. Dieser kam den Forderungen nach und händigte mehrere Hundert Euro aus, die der Täter letztlich mit einem mitgeführten schwarzen Rucksack abtransportierte. Der Räuber flüchtete zu Fuß in Richtung Mittlere Uferstraße, wo sich seine Spur an einer Brücke verlor. Eine Fahndung der Polizei blieb in der Nacht ergebnislos.

Vom Täter liegt folgende Beschreibung vor: Der Mann hatte eine sportliche Figur, war etwa 1,80 Meter groß und 20 bis 30 Jahre alt. Er soll mit einer schwarzen Lederjacke, blauen Jeans und weißen Sportschuhen bekleidet gewesen sein. Hinweise nimmt die Kripo Waiblingen, unter 07151/9500, entgegen. Insbesondere sollten sich auch Zeugen melden, die in der Nacht im Bereich des Tatortes Verdächtiges beobachtet haben, das in Tatzusammenhang stehen könnte. So könnte der Mann bereits im Vorfeld der Tat beim Ausbaldowern oder später bei der Flucht, bei der auch durchaus im weiteren Verlauf ein Fahrrad oder ein Auto zum Einsatz gekommen sein könnte, aufgefallen sein.

Kripo prüft, ob es Zusammenhang mit anderen Überfällen gibt

Die Täterbeschreibung des Räubers auf ei Aral-Tankstellen ähnelt denen Täter, die kürzlich eine McDonalds in Fellbach überfallen und Mitte Juli eine Tankstelle in Oeffingen ausgeraubt haben. Wie ein Polizeisprecher des Polizeipräsidiums Aalen auf Anfrage erklärte, prüfe die Kriminalpolizei, „ob ein Tatzusammenhang besteht“. Es gebe jedoch keine Gewissheit, dass es sich bei den Räubern um ein und dieselbe Person handelt. Jeder Fall sei für sich zu bewerten, betont der Polizeisprecher. Ob und gegebenenfalls welche Maßnahmen die Polizei ergriffen hat, um Tankstellen zu schützen, machte der Polizeisprecher keine Angaben.

Die Häufung der Tankstellenüberfälle im Rems-Murr-Kreis in diesem Jahr fällt ins Auge. Immerhin einer der sieben Überfälle – der am 14. März in Oppenweiler – ist mittlerweile aufgeklärt. Ein 19-jähriger Drogensüchtiger, dem auch der Überfall auf eine Frau an einem Geldautomaten in Backnang zur Last gelegt wird, sitzt in U-Haft.

Gesucht werden jedoch weiterhin die beiden Männer, die Ende Juni und Anfang Juli in Schorndorf und Schwäbisch Gmünd zwei Tankstellen überfallen haben. Die Polizei schloss einen Zusammenhang dieser beiden Raubüberfälle nicht aus. In beiden Fällen handelte es sich um junge Täter, von denen einer einen südosteuropäischen Dialekt gesprochen haben soll.

Raubüberfälle in Endersbach und Waiblingen

Ebenfalls zwei Täter waren Anfang April in Weinstadt-Endersbach am Werk. Sie hatten eine Tankstelle in der Schorndorfer Straße gegen 4 Uhr überfallen. Die Täter sprachen englisch, ohne auffälligen Akzent, teilte die Polizei seinerzeit mit.

Ende Januar hatten drei maskierte Räuber, davon einer mit Schusswaffe, eine Tankstelle in der Mayenner Straße in Waiblingen überfallen. Dabei raubten die Täter Bargeld und Zigaretten.

Serientäter?

Die Täterbeschreibungen der Polizei bei den Raubüberfällen auf zwei Tankstellen und ein Selbstbedienungsrestaurant in Fellbach in den vergangenen Wochen sowie auf die Schorndorfer Tankstelle in der Nacht zum Mittwoch sind ähnlich, aber nicht gleich:

  • 15. August, Aral-Tankstelle in Schorndorf: Der Mann hatte eine sportliche Figur, war circa 1,80 Meter groß und circa 20 bis 30 Jahre alt. Er soll mit einer schwarzen Lederjacke, blauen Jeans und weißen Sportschuhen bekleidet gewesen sein.
  • 11. August, McDonalds Fellbach: Sein Alter wird auf 20, 22 Jahre geschätzt, seine Größe auf 1,70 Meter. Er wurde als auffällig schlank beschrieben und sprach gutes Deutsch, war mit einer schwarzen Lederjacke und einem schwarzen Kapuzenpulli bekleidet. Bei dem Raubüberfall trug er ein schwarzes Basecap und war mit einem schwarzen Tuch vor dem Gesicht maskiert. Er hatte einen schwarzen Rucksack dabei, in den er die Beute verstaute.
  • 26. Juli, Jet-Tankstelle in Fellbach: Der Täter war etwa 1,70 Meter groß, schlank und ungefähr Anfang 20 Jahre alt. Er hatte blonde Haare, die seitlich kurz rasiert waren. Er sprach akzentfreies Deutsch, drückte sich aber in Jugendslang aus. Er trug bei der Tatausführung einen schwarzen Pulli, eine graue Hose und eine schwarze Baseball-Mütze.
  • 15. Juli, Tankstelle in Fellbach-Oeffingen: Der Täter war 20 bis 25 Jahre alt, 1,75 bis 1,80 Meter groß und sehr schlank. Er hatte dunkelbraune Haare und dunkelbraune Augen. Bei der Tatausübung hatte er einen schwarzen Kapuzenpullover und eine schwarze Hose, bei der es sich möglicherweise um eine Jogginghose gehandelt hatte, sowie helle Turnschuhe an. Er hatte sich mit einer schwarzen Motorradunterziehhaube maskiert.