Schorndorf

So geht es Max nach der Stammzellspende

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Der 14-jährige Maximilian Mayer aus Plüderhausen ist an Blutkrebs erkrankt. © Laura Edenberger

Plüderhausen/Tübingen. Seit September 2018 kämpft Maximilian Mayer aus Plüderhausen gegen den Blutkrebs. Nachdem kein passender Spender gefunden wurde, bekam der 14-Jährige Ende Januar dieses Jahres Stammzellen seiner Mutter transplantiert. Sie steht ihrem Sohn in der Klinik in Tübingen ständig zur Seite und hat uns erzählt, wie es ihm seit der Transplantation geht.

Anfang des Jahres organisierte der SV Plüderhausen, Max' Sportverein, gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eine Typisierungsaktion. Die Hilfsbereitschaft war riesig: 958 Spender kamen am 20. Januar in die Staufenhalle, gaben Speichelproben ab und ließen sich bei der DKMS registrieren - in der Hoffnung, Max und anderen Blutkrebspatienten helfen zu können. Ob bei der Typisierungsaktion Stammzellspender für Krebspatienten gefunden wurden, steht auch rund zwei Monate danach noch nicht fest (siehe dazu auch "Prozess nach der Registrierung"). 

Max bekommt die Stammzellen seiner Mutter

Weil bei Max Mayer eine Stammzellspende dringend nötig war und nicht schnell genug ein Spender gefunden werden konnte, bekam er Ende Januar Stammzellen seiner Mutter Marianthi Mayer eingesetzt. Wenn es keinen geeigneten Fremdspender gibt, spendet oftmals ein Familienmitglied. In Max’ Fall stimmen seine Gewebemerkmale mit denen seiner Mutter zumindest zu 50 Prozent überein.

Positive Neuigkeiten aus der Klinik

Über 40 Tage nach der Transplantation gibt es positive Neuigkeiten aus der Klinik in Tübingen: "Die Stammzellen hat Max super angenommen und sie arbeiten auch schon fleißig", erzählt Marianthi Mayer. Das Blut des Jungen ist momentan frei von Leukämiezellen. Die ersten 100 Tage nach einer Stammzelltransplantation sind kritisch und es kann sowohl während dieser Zeit, als auch danach, zu einem Rückfall kommen. Doch momentan geht es Max den Umständen entsprechend "ganz gut". Vor allem, "wenn man bedenkt, dass wir so schlechte Prognosen hatten", sagt Mayer.

Umso größere Augen machten Mutter und Sohn, als vor ein paar Wochen zum ersten Mal ins Gespräch kam, dass Max die Klinik eventuell bald verlassen darf. Seit Monaten durfte er nicht nach Hause. "Auf einmal gesagt zu bekommen, dass es absehbar ist, dass er nach Hause darf, war irre", beschreibt Marianthi Mayer das Gefühl. Momentan lässt sich jedoch noch nicht abschätzen, wann es soweit sein wird, denn Max ist sehr schwach auf den Beinen. Er muss täglich Tabletten nehmen und bekommt zusätzlich noch Medikamente intravenös verabreicht. Bis diese reduziert werden und er wieder zu Kräften kommt, kann es noch eine Weile dauern. Doch seine Mutter ist sich sicher, dass Max weiter kämpfen wird: "Er arbeitet jeden Tag daran, ganz bald nach Hause zu dürfen."

14. Geburtstag in der Klinik verbracht

Seinen 14. Geburtstag am 3. Februar musste Max noch in der Klinik verbringen. Die Ärzte und Schwestern sangen ihm ein Ständchen und seine Familie kam zu Besuch. Die Oma hatte eine Torte im Gepäck, auf der das Foto seiner Fußballmannschaft abgebildet war. Obwohl Max kein Stück Kuchen essen konnte, weil er noch kein Hungergefühl hat und erst einmal nur keimfreies, abgekochtes Essen zu sich nehmen darf, freute er sich sehr darüber. Auch Max' Fußballmannschaft und seine Schulklasse dachten an ihn und schickten Geburtstagsgrüße nach Tübingen. "Natürlich wäre es daheim am schönsten gewesen", sagt Marianthi Mayer. Dennoch ist die Familie dankbar, dass sie den Tag gemeinsam verbringen durften.

Dankbar für überwältigende Unterstützung

Dankbar ist Marianthi Mayer auch für die überwältigende Unterstützung in dieser Zeit. Sie möchte sich sowohl beim SV Plüderhausen und der DKMS für die Organisation der Typisierungsaktion bedanken, als auch bei all den Menschen, die sich registrieren ließen. "Und von tiefstem Herzen ein Danke für die Spenden, die wir bekommen haben."


Prozess nach der Registrierung

Laut DKMS-Aktionsbetreuerin Laura Riedlinger dauert es bis zu acht Wochen, bis jeder potenzielle Spender in die entsprechende Datei aufgenommen wurde. Erst dann stehen die Daten der weltweiten Suche nach Stammzellspendern zur Verfügung. Kommt man dann irgendwann als Spender in Frage und willigt man ein, dass man bereit wäre, zu spenden, werden ein Blut- und ein Gesundheitscheck veranlasst. Bis es zu einer Spende kommt, "können nochmal zwei Monate vergehen", so Riedlinger. Erst, wenn gespendet wurde, erfährt die Öffentlichkeit davon.

Weitere Informationen, auch darüber, wie man sich bei der DKMS registieren lassen kann, gibt es unter www.dkms.de.