Schorndorf

So läuft die Flüchtlingsintegration in der Daimlerstadt

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Symbolfoto. © Joachim Mogck

Schorndorf.
Bürgermeister Edgar Hemmerich verkündete die gute Nachricht gleich am Anfang: Die Co-Finanzierung des Landes fürs Integrationsmanagement ist für weitere zwei Jahre gesichert, so dass das städtische Integrationsmanagement mit seinen derzeit 5,5 Stellen vorläufig einmal auf insgesamt fünf Jahre ausgelegt ist. Fünf Jahre, das ist für das Integrationsmanagement auch der Zeithorizont für die Arbeit mit anerkannten Geflüchteten, weil sie dann eine unbefristete Niederlassungserlaubnis erhalten, wenn sie sprachlich und wirtschaftlich gut integriert sind. Was mal mehr und mal weniger gut gelingt.



„Das Schöne ist, dass trotz der industriellen Transformation auch Geflüchtete die Chance haben, eine Arbeit zu finden“, sagte Bergmann, der seinerseits auch Probleme mit einem in verschiedener Hinsicht veränderten Arbeitsmarkt hat. „Es ist gar nicht so einfach, so ein Team von Integrationsmanagerinnen zusammenzuhalten“, konstatierte er mit Verweis auf einen weitgehend abgegrasten Arbeitsmarkt.

Die AfD sieht die Kommune „am Ende der Fahnenstange“

Zweifel, ob die Integrationsarbeit von Stadt und IBA-Team letztendlich tatsächlich vom erhofften Erfolg gekrönt sein werden, äußerte AfD-Stadtrat D. Ulrich Bußler, der eher vermutet, dass viele der Geflüchteten dauerhaft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen bleiben werden. Wobei Bußler einräumte, dass es durchaus beeindruckend sei, was auf kommunaler Ebene für die Zuwanderer getan werde – vor allem, wenn man bedenke, dass die Entscheidung, wie viel Zuwanderung jeweils vor Ort ankomme, auf ganz anderer Ebene getroffen werde. „Wir sind am Ende der Fahnenstange“, monierte der AfD-Stadtrat unter Verweis auf die finanziellen Folgeerscheinungen, etwa durch den Bau von neuen Kindergärten und die damit zusammenhängenden dauerhaften Folgekosten.


Zahlen, Fakten, Quoten und Tendenzen

  • Von den 846 Geflüchteten, die derzeit in Schorndorf leben, verfügen über 70 Prozent über eine Aufenthaltserlaubnis. Dieser Anteil ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, während die Zahl der Personen mit einer Aufenthaltsgestattung sank. Aus Sicht des Integrationsmanagements steigen durch diese Entwicklung die Integrationschancen der Geflüchteten aufgrund eines besseren und leichteren Zugangs zu Maßnahmen der Ausbildungs- und Beschäftigungsförderung.
  • Die Zahlen in der vorläufigen Unterbringung sind in den letzten Jahren gesunken, da insgesamt weniger Schutzsuchende ankommen. Im Oktober 2019 waren noch 121 Personen in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, in der Anschlussunterbringung in städtischen und von der Stadt angemieteten Unterkünften leben 162 Personen, dazu kommen 35 noch betreute unbegleitete minderjährige Ausländer. In der Anschlussunterbringung ist, geschuldet wohl auch der insgesamt problematischen Wohnraumversorgung, eine hohe Verweildauer festzustellen. Drei Personen verweilen seit 2015, 46 Personen seit 2016 und 77 Personen seit 2017 in der Anschlussunterbringung. 2020 muss Schorndorf zusätzliche 20 Personen untrbringen.
  • 528 der 846 Geflüchteten leben mittlerweile in Privatwohnungen, was einer vergleichsweise guten Privatraumquote von 62 Prozent entspricht.
  • Zwischen dem 1. Januar 2015 und dem 30. November 2019 sind 108 Personen durch Familiennachzug nach Schorndorf gekommen, davon sind 68 Kinder. Damit sei der Familiennachzug zwar hinter den Erwartungen zurückgeblieben, er nehme das Integrationsmanagement und dessen Leistungen aber gleichwohl stark in Anspruch, heißt es in dem Bericht für den Verwaltungs- und Sozialausschuss. Im Gegenzug wurden 2016 acht und 2017 sieben Abschiebungen vollzogen, seit 2018 gab es keine Abschiebungen mehr.
  • Seit dem Schuljahr 2015/2016 wurden die Vorbereitungs- und Vorqualifizierungsklassen erheblich ausgeweitet, seit 2017 sind die Schülerzahlen aufgrund des zunehmenden Übergangs in Regelklassen rückläufig. Die Anteile von Schülern mit Migrationshintergrund an den städtischen Schulen sind sehr unterschiedlich (siehe nebenstehende Tabelle), entsprechend unterschiedlich sind die Herausforderungen und Arbeitsweisen im Umgang mit der Schülerschaft.
  • Das IBA-Team Rems-Murr betreut im Landkreis mehr als 2950 Personen im Alter von über 15 Jahren. Davon sind 40 Prozent arbeitssuchend und befinden sich in einer Sprachförder- oder sonstigen Qualifizierungsmaßnahme, circa 18 Prozent sind arbeitslos, das heißt, sie warten auf einen Sprachkurs oder sind ohne Maßnahme. 257 Personen absolvieren eine Ausbildung oder besuchen die Schule.
  • Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Gemeinderat hat in einem Haushaltsantrag den Wunsch geäußert, eine Kommunikationsplattform für einen sachlichen Austausch über Herausforderungen und Erfolge auf dem Feld der Migration und Integration zu schaffen. Die Verwaltung wird im Lauf des ersten Quartals jeweils einen von den Fraktionen zu benennenden Vertreter einladen, um mit den Fraktionen gemeinsam über ein passendes Format für eine solche Plattform zu reden.

Schorndorf.
Bürgermeister Edgar Hemmerich verkündete die gute Nachricht gleich am Anfang: Die Co-Finanzierung des Landes fürs Integrationsmanagement ist für weitere zwei Jahre gesichert, so dass das städtische Integrationsmanagement mit seinen derzeit 5,5 Stellen vorläufig einmal auf insgesamt fünf Jahre ausgelegt ist. Fünf Jahre, das ist für das Integrationsmanagement auch der Zeithorizont für die Arbeit mit anerkannten Geflüchteten, weil sie dann

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