Schorndorf

So sehen die Ganztagsangebote aus

Ganztagsschule Schorndorf_0
Zur Ganztagsbetreuung an der Künkelinschule gehört auch die Bewegungszeit auf dem Pausenhof während der Mittagspause. © Gaby Schneider / ZVW

Schorndorf. Zum Ende des Schuljahrs wird die Stadt Schorndorf den Hort in der Kita Wirbelwind schließen. Die Entscheidung hat der Gemeinderat auch deshalb getroffen, weil es an den Schulen Ganztagsangebote gibt. Und auch wenn der Hort nur Platz für 25 Kinder bietet, es wird sich eine pädagogische Lücke auftun. Auch deshalb, weil die Situation in Schorndorf an jeder Schule anders und die Betreuung oft genug ehrenamtlich geregelt ist. Wie’s weitergehen soll – auch qualitativ – ist Ende März Thema im Verwaltungsausschuss.

Das Ziel war ambitioniert: 2014 wollte die damalige grün-rote Landesregierung innerhalb von zehn Jahren 70 Prozent der Grundschulen auf einen verbindlichen Ganztagsbetrieb umstellen. Davon sind die Schulen im Land – und in Schorndorf – weit entfernt. Dennoch hat der Gemeinderat beschlossen, den Hort in der Kita Wirbelwind, in dem 25 Schulkinder bis 14 Jahren von zwei Jugend- und Heimerziehern, einer Anerkennungspraktikantin, einer Bundesfreiwilligendienst-Kraft und einer Springkraft (alle 100 Prozent) betreut werden, zum Schuljahresende nicht zu verlängern. Etwa zur gleichen Zeit hat der Jugendhilfeausschuss des Kreistags entschieden, dass die Schulkindbetreuung bei Tagesmüttern vom Landkreis nur noch bezuschusst wird, wenn es kein kostenfreies Betreuungsangebot an den Schulen gibt. Das gibt es aber sowieso nur an vier von insgesamt neun Grundschulen in Schorndorf und den Teilorten – und dann bis längstens 15.50 Uhr. Von einer mit dem Hort vergleichbaren pädagogischen Ausstattung ganz zu schweigen.

Eine dieser Ganztagsschulen ist seit zwölf Jahren die Grundschule im Schulzentrum Rainbrunnen, und zwar montags bis donnerstags von 7.45 bis 15.45 Uhr sowie freitags bis 12.10 Uhr. Von Montag bis Mittwoch gibt es kostenfreie, zum Teil aber auch kostenpflichtige Angebote der SG Schorndorf, des ASV Bauknecht und der Jugendmusikschule. Außerdem können von Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr kostenpflichtige Betreuungsmodule dazu gebucht werden. In der Sekundarstufe – also der Gemeinschaftsschule bis zur zehnten Klasse – ist die Ganztagsschule verbindlich: Nachmittagsunterricht ist montags, dienstags und donnerstags bis 15.45 Uhr, mittwochs gibt es AGs oder eine Freistellung für den Konfirmandenunterricht.

130 Ganztagskinder in der Schlosswallschule

Ganztagsschule ist seit dem Schuljahr 2012/13 auch die Schlosswallschule, von Montag bis Donnerstag bis 15.50 Uhr. Dazu buchen viele Eltern eine kostenpflichtige, ergänzende Betreuung für ihre Kinder; möglich ist das montags bis freitags von 7 bis 8 Uhr, montags bis donnerstags von 15.50 bis 17 Uhr sowie freitags von 12.30 bis 15 Uhr. Unter 215 Schülerinnen und Schülern gibt es ungefähr 130 Ganztagskinder, die auch aus anderen Schulbezirken kommen. In der Mittagspause und den AGs werden die Kinder von Ehrenamtlichen betreut. Außerdem gibt es 24 Lehrerstunden, von denen 23 für individuelles Lernen eingesetzt werden. Wert legen Rektorin Karin Ehlert und ihre Kolleginnen darauf, dass es Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder gibt sowie die Möglichkeit zu freiem Spiel.

Die Künkelinschule ist seit dem Schuljahr 2015/16 Ganztagsschule – allerdings nur montags, dienstags und mittwochs bis 14.45 Uhr. Von 211 Schülerinnen und Schülern nutzen fast die Hälfte das Angebot, das Hausaufgabenbetreuung in Schulfamilien, Bewegungszeit und AGs beinhaltet. Damit sind die Kapazitäten im Ganztag ausgeschöpft. Eine Betreuung darüber hinaus ist kostenpflichtig, und montags bis mittwochs von 7 bis 16 Uhr sowie donnerstags und freitags von 7 bis 14.45 Uhr zu haben. Außerdem gibt es an der Künkelinschule noch eine kostenpflichtige Kernzeitbetreuung von 7 bis 13 Uhr, für die aktuell zwischen 20 und 30 Schülerinnen und Schüler angemeldet sind. Betreut werden die Kinder in der Künkelinschule von städtischem Personal – das Land hat seine Förderung bis auf Weiteres eingefroren. Die AGs werden von Ehrenamtlichen und von Lehrern angeboten.

Auch die Schillerschule in Haubersbronn ist Ganztagsschule: von montags bis donnerstags bis 15.15 Uhr und freitags bis 12.35 Uhr. Darüber hinaus gibt es ergänzend eine kostenpflichtige Betreuung von montags bis freitags von 7 bis 8.15 Uhr sowie von Montag bis Donnerstag von 15.15 bis 17 Uhr und am Freitag bis 15.15 Uhr. Kostenpflichtig ist auch die Kernzeitbetreuung von Montag bis Freitag von 7 bis 13 Uhr sowie vor dem Nachmittagsunterricht von 11.45 bis 12.45 Uhr. 78 Schülerinnen und Schüler sind in der Schillerschule im Moment im Ganztag angemeldet, 21 Kinder in der ergänzenden Betreuung und die Kernzeitbetreuung kümmert sich um 42 Jungen und Mädchen.

Sommerrainschule: Eltern bevorzugen flexibles Angebot

In der Fuchshofschule gibt es keine Ganztagsbetreuung. Das einzige Nachmittagsangebot ist die Sprachförderung. Die Kernzeit, von 7.45 bis 14 Uhr angeboten, ist kostenpflichtig und wird auch nur von einem Drittel der 180 Schülerinnen und Schüler in Anspruch genommen. „Der Großteil der Eltern will gar keinen Ganztag“, sagt Rektorin Ursula Daiber nach entsprechenden Signalen aus dem Elternbeirat.

Die Sommerrainschule in Schornbach würde gerne Ganztagsschule werden, allerdings hat eine Umfrage unter den Eltern ergeben, dass die ein flexibles Nachmittagsangebot bevorzugen. „Für eine Ganztagsschule bräuchte es verlässlich 25 Schüler“, sagt Rektorin Carolin Thielemann und kann stattdessen eine Kernzeitbetreuung anbieten: Von 103 Schülerinnen und Schülern sind insgesamt 24 von montags bis freitags von 7.30 bis 8.30 Uhr und von 12 bis 13.30 Uhr angemeldet; elf Kinder besuchen montags bis donnerstags von 13.30 bis 15.30 Uhr den kostenpflichtigen Lern- und Spielclub, der im Auftrag der Stadt von der Evangelischen Gesellschaft im Rems-Murr-Kreis (Eva) betreut wird.

An den anderen Grundschulen in und um Schorndorf gibt es nur die Möglichkeit einer kostenpflichtigen Kernzeitbetreuung. Wie an der Reinhold-Maier-Schule in Weiler, wo von insgesamt 148 Schülerinnen und Schülern 75 im Modul eins – von 7.15 bis 13.15 Uhr – betreut sind. 16 Schülerinnen und Schüler werden dienstags von 13.15 bis 14.45 Uhr und donnerstags von 13.15 bis 15.30 Uhr in Modul zwei betreut.

Eine kostenpflichtige Kernzeitbetreuung gibt es auch an der Otfried-Preußler-Grundschule in Miedelsbach, und zwar montags bis freitags von 8.15 bis 13.15 Uhr, was von 77 Schülerinnen und Schüler 26 nutzen sowie dienstags von 13.15 bis 16 Uhr und donnerstags von 13.15 bis 17 Uhr, was von sieben Kindern genutzt wird. Auch an der Schurwaldschule in Oberberken gibt es eine Kernzeitbetreuung, und zwar von 7.30 bis 13.30 Uhr. Zusätzlich können Kinder montags bis donnerstags bis 15.30 Uhr in der ergänzenden Nachmittagsbetreuung angemeldet werden. Und: Es gibt an verschiedenen Nachmittagen AGs und sportliche Angebote in Kooperation mit den Vereinen. Von 66 Schülerinnen und Schülern nutzen mehr als die Hälfte die Kernzeit, von denen nachmittags neun angemeldet sind.

Gottlieb-Daimler-Realschule, Burg- und Max-Planck-Gymnasium

Das Angebot an den weiterführenden Schulen ist ähnlich uneinheitlich: An der Gottlieb-Daimler-Realschule gibt es seit dem Schuljahr 2016/17 einen offenen Ganztagsbetrieb montags bis donnerstags von 7.40 bis 15.15 Uhr – mit Lehrerstunden für Lernzeit und drei von der Stadt Schorndorf bezahlten Betreuerinnen. In der Lernzeit gibt es eine Hausaufgabenbetreuung, danach stehen Sport und Spiel auf dem Programm. Wer das Angebot nutzen möchte, muss sich für mindestens drei Tage anmelden, mehr als vier Tage sind nicht möglich. Von insgesamt 830 Schülerinnen und Schülern sind 55 für die Ganztagsschule angemeldet.

Einen offenen Ganztagsbetrieb (nach Landesrecht) gibt es seit sechs Jahren auch am Burg-Gymnasium – und zwar kostenfrei bis 15.30 Uhr. Betreut werden die gut 30 angemeldeten Fünft- und Sechstklässler von einer städtischen Erzieherin. Außerdem gibt es für die 850 Schülerinnen und Schüler am Burg-Gymnasium AGs und Nachmittagsunterricht. Eine Hausaufgabenbetreuung findet nach Auskunft von Schulleiter Jürgen Hohloch mangels Nachfrage nicht statt. Überhaupt hat er den Eindruck, dass der Großteil der Familien die Kinderbetreuung privat organisiert hat.

Am Max-Planck-Gymnasium setzt man aufs Ehrenamt und hat sich bisher bewusst dagegen entschieden, Ganztagsschule nach Landesrecht zu werden. Für Fünft- und Sechstklässler gibt es montags bis freitags von 12 bis 15.30 Uhr ein kostenfreies Angebot: Eine Betreuung in der Unterstufenbücherei, im Ehrenamt von Müttern auf die Beine gestellt und gewährleistet, gibt es montags bis donnerstags von 12 bis 14 Uhr. In der Mittagspause gibt es die Möglichkeit, in der Mensa zu essen oder eine AG zu besuchen. Am MPG gibt es bis 14.30 Uhr oder bis 15.30 Uhr auch eine Hausaufgabenbetreuung von Schülermentoren, die von einer ehrenamtlich engagierten Lehrkraft unterstützt werden. Angemeldet sind derzeit 34 Schülerinnen und Schüler, die das Angebot ein- bis fünfmal pro Woche nutzen. In der Bücherei halten sich jede Woche an die 50 Schülerinnen und Schüler längere Zeit auf und an den AGs nehmen 386 Kinder teil.

Die Albert-Schweitzer-Schule, Sonderpädagogisches Bildung- und Beratungszentrum, ist zwar keine ausgewiesene Ganztagsschule, an drei Nachmittagen gibt es dennoch ein Betreuungsangebot. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der BG-Mensa steht Hausaufgabenbetreuung und ein Spielangebot bis 15.30 Uhr auf dem Nachmittagsprogramm. Von den knapp 90 Schülerinnen und Schülern, die die Albert-Schweitzer-Schule besuchen, nutzen zwischen 20 und 30 Kinder das Angebot, das allerdings mit der sechsten Klassenstufe endet. Betreut werden die Schülerinnen und Schüler in dieser Zeit von Lehrerinnen und Lehrern, von Sozialpädagogen der Paulinenpflege sowie von Studierenden und Praktikanten.
 

Betreuung in der Schulferien

In der Ferienbetreuung kooperiert die Stadt Schorndorf mit der SG und der Paulinenpflege. Die SG Schorndorf bietet – mit finanzieller und personeller Unterstützung der Stadt im Hintergrund – seit 2005 nahezu in allen Ferien Sportwochen an mit Halbtagsbetreuung in den Faschings-, Oster-, Pfingst- und Herbstferien sowie Halb- und Ganztagsbetreuung in den Sommerferien. Jährlich werden hier mehr als 1000 Kinder zwischen vier und 14 Jahren betreut.

Außerdem gibt es eine Ferienbetreuung im Rainbrunnenschulzentrum, die die Paulinenpflege im Auftrag der Stadt anbietet, und zwar montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr in den Faschings-, Oster-, Pfingst- und Herbstferien sowie in den letzten drei Sommerferienwochen. Werden dort im Moment jede Woche zwischen 20 und 30 Mädchen betreut, könnten nach Auskunft von Joachim Loose, stellvertretendem Fachbereichsleiter Verwaltung Schulen bei der Stadt, die Kapazitäten durchaus noch aufgestockt werden. Und der Bedarf ist nicht unwahrscheinlich: Schließlich müssen künftig nicht nur die 25 Hortkinder in den Ferien betreut werden, bei der Stadt ist man sich durchaus bewusst, dass Kinder, die schon im Kindergartenalter in der Ganztagsbetreuung waren, später auch noch Betreuungsbedarf haben. Außerdem, so Loose, sei Schorndorf eine wachsende Stadt.