Schorndorf

Solarenergie: Strom vom Acker – wo in Schorndorf Freiflächen-Photovoltaik möglich wäre

Fotovoltaik in Kaisersbach
Diese Photovoltaik-Anlage befindet sich auf dem Gelände der Mülldeponie in Kaisersbach. © Büttner

Der Ausbau der Solarenergie erfordert neue Wege. Auch in Schorndorf könnten in Zukunft Äcker und Wiesen für die Stromerzeugung genutzt werden. Eine erste Untersuchung auf Schorndorfer Gemarkung für den Bau von Freiflächen-Photovoltaik hat die Verwaltung in der Sitzung des Technischen Ausschusses vorgelegt. Geprüft worden war, welche Flächen für Photovoltaik grundsätzlich geeignet wären. Das Ergebnis: Fünf Areale am Rande der Kernstadt, in Schlichten und in Haubersbronn wären für die Energieerzeugung gut geeignet und sollen nun weiter untersucht werden.

Was genau wurde geprüft?

Geprüft hat die Verwaltung 52 Flächen mit insgesamt 228 Hektar, die mit Blick auf Naturschutz, Hanglagen, wasserrechtliche Vorgaben, Grün-Zäsuren und Biotope bewertet wurden. Danach, so Diana Gallego, Leiterin der Stabsstelle Klimaschutz und Mobilität, wurden die Flächen nach Größe, Schutzgebieten, Exposition, Hangneigung und regionalplanerischen Vorgaben priorisiert. Keine Rolle spielten Stand jetzt die Eigentumsverhältnisse. Was Grundbesitzer indes interessieren wird: Aus der Verpachtung für Photovoltaik könnten sie mehr Geld erwirtschaften als mit klassischem Ackerbau. Ob der Bau der Anlagen auf diesen Flächen aus wirtschaftlicher und technischer Sicht aber überhaupt sinnvoll wäre, soll im nächsten Schritt geprüft werden. Danach fällt die Entscheidung, ob gebaut wird.

Wächst auch was unter den Paneelen?

Der Technische Ausschuss hat das Konzept wohlwollend zur Kenntnis genommen. Bei den normalerweise schräg aufgestellten Paneelen wäre Landwirtschaft indes kaum noch möglich, so die Experten vom Ingenieurbüro Blaser, weil die Anlage Schatten wirft und die Bewirtschaftung mit Maschinen schwierig wäre. Andererseits könnten unter den Paneelen artenreiche Wiesen wachsen, auch Schafe könnten dort gehalten werden. In vielen Fällen sei so ein Beitrag zum Natur- und Artenschutz möglich, schreibt die Stadtverwaltung in der Sitzungsvorlage.

Und was ist mit dem Lebensmittelanbau?

Dass der Anbau von Lebensmitteln mitberücksichtigt werden soll, war vielen Räten wichtig. Kirsten Katz (Grüne) brachte aufgeständerte senkrecht stehende Photovoltaikmodule in die Diskussion: Diese wären mit der Landwirtschaft kompatibel, zwischen den aufgeständerten Photovoltaikteilen könnten die Bauern weiter arbeiten. Der Nachteil: Der Energieertrag ist geringer.

Was ebenfalls beachtet werden muss: Nicht an jedem Standort wird der Strom vergütet. Anspruch auf eine Vergütung nach dem Energieeinspeisungsgesetz (EEG) haben nach Angaben der Verwaltung Anlagen, die auf versiegelten Flächen gebaut werden, auf Konversionsflächen aus wirtschaftlicher, verkehrlicher, wohnungsbaulicher oder militärischer Nutzung, längs von Autobahnen oder Schienen, auf Flächen, die in einem älteren Bebauungsplan als Gewerbe- oder Industriegebiet ausgewiesen sind, und auf Flurstücken mit ackerbaulicher oder Grünlandnutzung in einem für die Landwirtschaft zweitrangigen Gebiet. Außerdem gilt: Je kürzer die Entfernung zu den Stromleitungen, desto billiger werden die Erschließungskosten.

Wo geht es jetzt weiter?

Das beste Ergebnis hatte eine 4,3 Hektar große Fläche in Schlichten in den „Illgenäckern“, die an die südlich gelegenen Gewerbeansiedlungen angrenzt. In weniger als 100 Meter gibt es eine Anbindung an das öffentliche Stromnetz. Westlich angrenzend an die „Illgenäcker“ liegt in den „Allmendsäckern“ eine Acker- und Grünlandfläche, die nach Einschätzung der Stadtwerke ebenfalls über gute Voraussetzungen für einen Anschluss ans nahe gelegene Stromnetz verfügt. Die Potenzialfläche grenzt südlich an die Wohnbebauung an, im Westen wird sie von der Schurwaldstraße begrenzt. Die überwiegend flach geneigte und südexponierte Fläche weist laut Verwaltung keine raumplanerischen und naturschutzfachlichen Restriktionen auf.

In der Kernstadt geht eine 3,9 Hektar große Fläche im Gewann „Entenwiesen“ westlich des Wohngebiets am Stöhrerweg und nördlich der B 29 in die weitere Untersuchung. Die Fläche ist nach Ansicht der Verwaltung für den Einsatz von Freiflächen-Photovoltaik gut geeignet. Raumplanerisch und naturschutzfachlich bestehen keine Restriktionen.

Nur 0,77 Hektar groß ist ein Areal in Haubersbronn im Gewann „Rappenküche“, das östlich auf Höhe des Rappenwegs ans Wohngebiet angrenzt. Im Osten schließt die Fläche an der Urbacher Straße und somit der Gemarkungsgrenze ab. Auch diese flach geneigte und südexponierte Fläche weist laut Verwaltung keine Restriktionen auf. Die nördlich angrenzenden Flächen wurden aufgrund ihrer nicht nach Süden ausgerichteten Exposition zunächst allerdings ausgeklammert.

Wäre eine Erweiterung möglich?

Weiter untersucht wird in Haubersbronn auch ein Gebiet im Gewann „Kirchsteiger Bach“. Die im Südosten Haubersbronns gelegene Potenzialfläche im Bereich Klammenweg ist nur 1,32 Hektar groß und stößt an ein im Flächennutzungsplan ausgewiesenes Wohngebiet an. Sollte das Wohngebiet nicht realisiert werden, wäre nach Angaben der Verwaltung auch eine Erweiterung möglich. Eine Stromeinspeisemöglichkeit wäre an diesem Standort in rund 130 Metern gegeben.

Der Ausbau der Solarenergie erfordert neue Wege. Auch in Schorndorf könnten in Zukunft Äcker und Wiesen für die Stromerzeugung genutzt werden. Eine erste Untersuchung auf Schorndorfer Gemarkung für den Bau von Freiflächen-Photovoltaik hat die Verwaltung in der Sitzung des Technischen Ausschusses vorgelegt. Geprüft worden war, welche Flächen für Photovoltaik grundsätzlich geeignet wären. Das Ergebnis: Fünf Areale am Rande der Kernstadt, in Schlichten und in Haubersbronn wären für die

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