Schorndorf

SPD-Stadträtin Sabine Berger darf aus dem Gemeinderat ausscheiden

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Sabine Berger. © Ralph Steinemann Pressefoto

Seitdem im Sommer bekannt wurde, dass SPD-Stadträtin Sabine Berger, die erst bei der Kommunalwahl 2019 mit 5172 Stimmen gewählt wurde, ihr Mandat zurückgeben möchte, war im Umfeld des Gemeinderats ein irritiertes Hintergrundgeräusch zu vernehmen. Im April 2020 hatte Bergers Ehemann, SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Berger, den Gemeinderat aus persönlichen Gründen und auf eigenen Wunsch verlassen – und plötzlich, so der Eindruck, wurde auch für sie „die berufliche und gesundheitliche Belastung“ so groß, dass sich Job und Ehrenamt für sie nicht mehr vereinbaren ließen. Dass dann ausgerechnet Hans-Ulrich Schmid, der im Mai 2019 nach zwei Wahlperioden nicht mehr ins Gremium gewählt worden war, Nachrücker ist, machte die Sache für die Kritiker nicht besser: Mit dem Wechsel, so die Spekulation, wolle sich die SPD-Fraktion nur ein stärkeres (partei-)politisches Profil geben.

Das wies Fraktionsvorsitzender Tim Schopf schon im Sommer auf Anfrage zurück, und auch Oberbürgermeister Matthias Klopfer stellte jetzt im Gemeinderat fest, dass er nach einem persönlichen Gespräch mit Sabine Berger nachvollziehen kann, dass „wichtige Gründe“ vorliegen. Dass diese Gründe dem Gemeinderat nicht bekannt sind, hat wiederum die AfD-Fraktion zum Anlass genommen, die Zustimmung zu verweigern – und auch, so Franz Laslo in der Sitzung, weil Gemeinderäte gegenüber Wählern eine Verantwortung haben. Und es gibt weitere Bedenkenträger: Gegen Bergers Antrag stimmte auch Grünen-Rat Andreas Schneider, zwölf Stadträtinnen und -räte aus den Reihen der CDU und der Grünen enthielten sich.

Nachrücker Hans-Ulrich Schmid

Direkt im Anschluss wurde – weil keine Hinderungsgründe vorliegen – Nachrücker Hans-Ulrich Schmid verpflichtet. In Corona-Zeiten nicht mit Handschlag, sondern indem er die vom OB vorgelesene Verpflichtungsformel wiederholte. Dagegen stimmten die AfD-Räte Bußler und Laslo, Kirsten Katz und Andreas Schneider von den Grünen und Thomas Schaal von der CDU enthielten sich.

Schließlich wird der Wechsel auch in frauenpolitischer Hinsicht kritisch gesehen: Die Frauenquote im Gemeinderat, die zuletzt bei 44 Prozent lag, ist auf 41 Prozent gesunken. Und dabei haben – gerade nach der Veranstaltungsreihe zu 100 Jahre Frauenwahlrecht – in Schorndorf nicht wenige Frauen bei der Kommunalwahl bewusst Frauen gewählt.

Seitdem im Sommer bekannt wurde, dass SPD-Stadträtin Sabine Berger, die erst bei der Kommunalwahl 2019 mit 5172 Stimmen gewählt wurde, ihr Mandat zurückgeben möchte, war im Umfeld des Gemeinderats ein irritiertes Hintergrundgeräusch zu vernehmen. Im April 2020 hatte Bergers Ehemann, SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Berger, den Gemeinderat aus persönlichen Gründen und auf eigenen Wunsch verlassen – und plötzlich, so der Eindruck, wurde auch für sie „die berufliche und gesundheitliche

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