Schorndorf

Sportgeräte lagern in Schiffscontainern

Sportgeräte lagern in Schiffscontainern_0
Schiffscontainer als Lagerräume für Sportgeräte: Zu bewundern ist diese unorthoxe Lösung beim SG-Sportgelände – samt einer mittlerweile montierten Dachterrasse. © Schneider / ZVW

Schorndorf. Wo viel Sport getrieben wird, braucht’s auch Lagerräume. Und da geht die Stadt beim SG-Stadion, in dem sich Leichtathleten und Fußballer genauso tummeln wie Schülerinnen und Schüler verschiedener Schorndorfer Schulen, neue Wege: Statt in einem teuren Multifunktionsgebäude sind die Lagerräume in klassischen Schiffscontainern untergebracht. Und einer von ihnen ist sogar hochkant aufgestellt.

Ein Blickfang sind die knallgelben Gehäuse, die da im Stundentakt angekarrt worden und mit Hilfe eines Krans hingewürfelt worden sind, allemal. Wobei es bei dieser eintönig-knalligen Farbgebung nicht bleiben soll.

Hochseetaugliche Container

Bevor die hochseetauglichen Container, die aus Berlin und dort von einer Firma kommen, die viel mit Eventcontainern handelt, von Mitte August an die einzelnen Abteilungen und Schulen übergeben werden, sollen sie noch von der Agentur Joussen Karliczek optisch aufgepeppt werden.

Dass einer der Container senkrecht steht, ist nicht etwa dem Zufall beim Hinwürfeln der Container geschuldet, sondern hat seinen ganz konkreten Grund: In ihm werden die Speere der Leichathleten gelagert, die im Ruhezustand senkrecht stehen sollen.

Auf jeden Fall ist diese hochkant gestellte und wie alle anderen Container auch fest im Boden verankerte Lagerstätte der absolute Hingucker – und das Teil, das mit seinen rund drei Tonnen Gewicht noch einmal um rund eine Tonne schwerer ist als die quergestellten Gehäuse. Was, wie Architekt Bernhard Gunesch erklärt, daher rührt, dass dieses Hochkantelelment speziell „ausgesteift“ werden musste.

Auf einem der Container ist eine Dachterrasse platziert

Bernhard Gunesch, in Schorndorf lebend, aber erst September vergangenen Jahres beim Fachbereich Gebäudemanagement beschäftigt, ist der Mann, der die Idee mit den Schiffscontainern hatte. Dafür gibt’s vor Ort ein Extra-Lob von Bürgermeister Thorsten Englert, der sich vor allem auch deshalb über die Eigeninitiative eines jungen Mitarbeiters freut, weil – und das ist für einen Finanzbürgermeister nicht ganz unwichtig – die Stadt einiges an Geld gespart hat.

Denn zunächst einmal wurden Angebote für ein Multifunktionsgebäude, das ebenfalls höhenmäßig abgestuft hätte sein müssen, eingeholt, die preislich aber deutlich über den rund 200 000 Euro lagen, die jetzt für die auf insgesamt acht Lagereinheiten verteilten etwa 100 Quadratmeter Containerfläche ausgegeben werden.

SPRL: Sportpark Rems-Lager

Bei der Anordnung der Container, die laut Gunesch einerseits sehr viel aushalten und andererseits sehr wartungsfreundlich sind, ist darauf geachtet worden, dass sie, wenn erst einmal alles fertig und auch noch der Zugangsbereich entsprechend hergerichtet ist, als Entree zum SG-Stadion wirken können. Und ein besonderes Schmankerl gibt’s auch noch.

Auf einen der Container, die allesamt entsprechend ausgeleuchtet und durchlüftet sind, ist nach der Anlieferung eine von außen über eine Treppe begehbare Terrasse montiert worden, die zwar mit einem Geländer gesichert, aber nicht auch noch möbliert wird (zumindest nicht von Seiten der Stadt).

Gekennzeichnet wie echte Schiffscontainer sind die Gehäuse beim SG-Sportgelände übrigens auch: Mit SPRL, was für Sportpark Rems-Lager steht, mit der Schorndorfer Postleitzahl und mit einer einstelligen Nummer, die es dem zukünftigen Nutzer erleichtert, immer das richtige Abteil für seine Gerätschaften zu finden.

Das ehemalige „Abseits“ bleibt noch bis zum Frühjahr 2019 stehen

Alles gut und fertig also auf dem SG-Sportgelände? Noch nicht, denn das eigentlich schon zum Abriss freigegebene ehemalige Vereinsheim „Abseits“ bleibt laut Bernhard Gunesch noch bis zum Frühjahr stehen, weil es sonst bis ins nächste Jahr hinein im Stadionbereich keine Toiletten und keine Umkleidemöglichkeiten gäbe.

Wenn die dann im derzeit noch im Bau befindlichen Bewegungskindergarten zur Verfügung stehen, gibt es keinen Grund mehr, das „Abseits“ noch länger zu verschonen. Und demnächst soll auch mit der Überdachung der Sitzstufen auf der gegenüber liegenden Seite begonnen werden.

Jetzt sollen erst einmal die Fundamente gemauert werden, und bis September oder Oktober sollen Zuschauer dann bei Sportveranstaltungen im Stadion im Trockenen – oder muss man wegen der Schiffscontainer jetzt sagen: auf dem Trockenen – sitzen können.


Umgekehrter Weg

Gerade im technischen Bereich wird es für Kommunen wie Schorndorf zunehmend schwieriger, engagierte und zuverlässige Mitarbeiter zu finden – und vor allem sie auch zu halten. Weil die freie Wirtschaft lockt.
Da ist es schön, wenn mal einer wie Bernhard Gunesch, der von einem Esslinger Architekturbüro zur Stadtverwaltung gewechselt ist, den umgekehrten Weg wählt. Und bisher, sagt er, gefällt es ihm im Fachbereich Gebäudemanagement „sehr gut“.