Schorndorf

Stadt Schorndorf übernimmt bald wieder die Trägerschaft  fürs Familienzentrum

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Ausfüllhilfe
Fachbereichsleiter Christian Bergmann, Geschäftsführerin Simone Halle-Bosch, Vorsitzende Barbara Lischik-Nickel, Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich und Anne Brauchler (von links) bei der Vorstellung des 2018 gestarteten Projekts „Ausfüllhilfe“. © Benjamin Büttner
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FamilienzentrumSH
Immer was los ist im Begegnungscafé des Familienzentrums. © Hardy Zürn

Ende November 2000 wurde das Familienzentrum Schorndorf als eingetragener Verein gegründet, 2004 hat der Gemeinderat beschlossen, die Geschäftsführung des Familienzentrums zu finanzieren, bis 2014 befand sich das Familienzentrum in städtischer Trägerschaft, dann wurde die Geschäftsführung von der Stadt auf den Verein Familienzentrum Schorndorf e. V. und den ehrenamtlich arbeitenden Vereinsvorstand übertragen. Jetzt steht ein erneuter Wechsel an, und zwar der zurück in städtische Trägerschaft. Die derzeitige Vorstandschaft mit der Vorsitzenden Barbara Lischik-Nickel an der Spitze möchte die Leitung altersbedingt abgeben, und nachdem auch nach einem zweijährigen Suchlauf keine Nachfolger in Sicht sind, die bereit wären, die Personal- und vielfältige Projektverantwortung zu übernehmen, hat die 1. Vorsitzende den Wunsch an die Stadt herangetragen, die Trägerschaft wieder ab- beziehungsweise zurückgeben zu dürfen. Von diesem Wunsch hat der Gemeinderat (bei drei AfD-Enthaltungen) einstimmig Kenntnis genommen, wobei ihm die grundsätzliche Zustimmung dadurch erleichtert worden ist, dass es so aussieht, als könne die Übernahme kostenneutral bewerkstelligt werden. Was bedeuten würde, dass es beim bislang schon gewährten städtischen Personalkostenzuschuss in Höhe von 47 000 Euro bleibt.

Qualtiät des Hauses muss erhalten bleiben

Vorbereitet werden soll die Umsetzung des Vorhabens vom Fachbereich „Familie und Soziales“ bis Mitte August, weil davon ausgegangen wird, dass die Weiterführung der in diesem Jahr auslaufenden Förderrichtlinie des „Bundesprogramms Mehrgenerationenhaus“, auf der die Finanzierung des Familienzentrums teilweise basiert, bis Mitte des Jahres verabschiedet ist. Die endgültige und auf konkreten Zahlen fußende Beschlussfassung im Gemeinderat soll in der Gemeinderatssitzung am 1. Oktober erfolgen, die Übernahme der städtischen Trägerschaft soll zum 15. Oktober wirksam werden. Und zwar mit der klaren Vorgabe, dass die Qualität des Hauses erhalten bleiben muss.

„Das Kind ist erwachsen geworden und bringt viele eigene Kinder mit“

Von einer 20-jährigen Erfolgsgeschichte sprach mit Blick auf das Familienzentrum der Leiter des Fachbereichs „Familie und Soziales“, Christian Bergmann, im Gemeinderat und lobte das vorbildliche Zusammenwirken des Familienzentrums mit seinem Fachbereich als ein Beispiel dafür, „wie Zivilgesellschaft und Behörde zusammenwirken können“. „Das Kind ist erwachsen geworden und bringt ganz viele eigene Kinder mit“, sagte Bergmann mit Verweis darauf, dass mittlerweile 21 Träger, Vereine und Organisationen sowie 41 Privatpersonen Mitglied im Verein sind und dass es insgesamt 37 regelmäßige Angebote und Gruppentreffen gibt. Es sei wichtig, so ein niederschwelliges Angebot auch weiterhin präsentieren zu können, betonte der Fachbereichsleiter. „Besser kann man es einfach nicht machen“, lobte auch Oberbürgermeister Matthias Klopfer den Verein und die Vorstandschaft, die ganz viel konzeptionelle und organisatorische Arbeit geleistet hätten. Das Familienzentrum sei „eine kräftige Pflanze im Herzen der Stadt“, sagte Klopfer und dankte den maßgeblich Verantwortlichen für ihr „herausragendes ehrenamtliches Engagement“.



Lob vom Gemeinderat: „So sieht eine Erfolgsgeschichte aus“

In die gleiche Kerbe hieben auch die Sprecherinnen der Fraktionen, wobei SPD-Stadträtin Heidi Rapp den Bogen weit zurück spannte in die 1980er Jahre, als es beim damals noch im alten AOK-Gebäude in der Künkelin-Straße tagenden Frauenforum und bei anderen Träume von einer solchen Einrichtung gab, die dann in der Arnold-Galerie realisiert wurde. „Danke für eine Lebensleistung“ sagt Heidi Rapp auch in ihrer Eigenschaft als Sprecherin des 2005 gegründeten „Bündnisses für Familie“ ganz speziell an die Adresse von Barbara Lischik-Nickel, die ebenfalls Mitbegründerin des Bündnisses war. „So sieht eine Erfolgsgeschichte aus“, schwärmte auch FDP/FW-Stadträtin Sabine Brennenstuhl und beschrieb die erstaunliche Entwicklung des Familienzentrums so: „Man möchte etwas entwickeln, und dann kommt so was dabei raus.“ Die Einrichtung sei auch ein Beispiel dafür, „wie die Suche nach Synergieeffekten Wirklichkeit wird“, meinte die FDP/FW-Stadträtin, aus deren Sicht sich die Perspektive einer kostenneutralen Übernahme „sensationell gut“ anhört. Als besonders wichtiges Angebot des Familienzentrums hob Sabine Brennenstuhl aus dem Blickwinkel der Familienrichterin die seit 2018 angebotene Ausfüllhilfe hervor. Von einem „Ort mit ganz vielen engagierten Frauen und mit einer ganz besonderen Stimmung“ sprach Grünen-Stadträtin Friederike Köstlin.

Verein soll als eine Art Förderverein weiterbestehen

Einerseits sei’s zwar schade, dass sich für die Vorstandschaft keine Nachfolger gefunden hätten, anderseits sei das aber auch nicht erstaunlich „bei dem, was sich entwickelt hat“, meinte CDU-Stadträtin Silvia Wolz, die erwartet, dass die Arbeit des Familienzentrums auch unter städtischer Trägerschaft im Sinne des seitherigen Trägervereins weitergeführt wird. Auf die Frage der CDU-Stadträtin nach der Zukunft des Vereins sagte die Vorsitzende Barbara Lischik-Nickel, sie gehe davon aus, dass der Verein als eine Art Förderverein weiterbestehen werde. Und natürlich gehe sie auch davon aus, dass alle seitherigen Mieter ihre Rechte im Familienzentrum behalten könnten.

Förderung des gesellschaftlichen Miteinanders in der Kommune

Aus Sicht der Verwaltung hat sich das Familienzentrum über die Jahre „als Dachverband und Vermieter zur Familienbildungs- und Begegnungsstätte mit Lotsen- und Wegweiserfunktion im sozialen Netz und der familienfreundlichen Kommune Schorndorf entwickelt“. Die Stadt wiederum habe mit dem Projekt „Mehrgenerationenhaus Familienzentrum“ Raum und Infrastruktur für gemeinsame Aktivitäten geschaffen und das gesellschaftliche Miteinander in der Kommune gefördert. „Das Zusammenspiel der Generationen bewahrt Alltagskompetenzen und Erfahrungswissen, fördert Integration und Inklusion und stärkt den Zusammenhalt zwischen den Menschen“, heißt es in der Sitzungsvorlage, in der außerdem hervorgehoben wird, das Familienzentrum sei „Anlaufstelle für viele und dient der Aktivierung der Schorndorfer Bürgerinnen und Bürger zur Mitverantwortung in der Kommune“.

Ende November 2000 wurde das Familienzentrum Schorndorf als eingetragener Verein gegründet, 2004 hat der Gemeinderat beschlossen, die Geschäftsführung des Familienzentrums zu finanzieren, bis 2014 befand sich das Familienzentrum in städtischer Trägerschaft, dann wurde die Geschäftsführung von der Stadt auf den Verein Familienzentrum Schorndorf e. V. und den ehrenamtlich arbeitenden Vereinsvorstand übertragen. Jetzt steht ein erneuter Wechsel an, und zwar der zurück in städtische

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