Schorndorf

Stefan Breiter in Freiburg zum Finanzbürgermeister gewählt

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Stefan Breiter wurde mit 40 Stimmen bei acht Enthaltungen zum neuen Finanzbürgermeister von Freiburg gewählt. Der 50-Jährige wird am 1. April die Nachfolge von Otto Neideck (links) antreten. © Diana Nägele

Freiburg.
Der bisherige Remshaldener Bürgermeister Stefan Breiter wurde am Dienstagnachmittag (30.01.) vom Gemeinderat der Stadt Freiburg im Breisgau mit großer Mehrheit zum Finanzbürgermeister gewählt, wie die Stadt Freiburg am Abend mitteilt. Damit steht fest, dass er nach gerade mal fünf Jahren im Amt Remshalden wieder verlassen wird. Sein Dienst in Freiburg beginnt am 1. April.

Breiter übernimmt das Dezernat IV, zu dem unter anderem die Bereiche Finanzen sowie Sicherheit und Ordnung gehören und wird damit Nachfolger des derzeitigen Ersten Bürgermeisters Otto Neideck.

Remshalden braucht neuen Bürgermeister

In Remshalden ist damit auch die Stelle des Bürgermeisters frei geworden. Die Gemeinde teilt am Abend mit, dass der Gemeinderat am 08.02. "in öffentlicher Sitzung über das weitere Vorgehen" berät. Die Wahl des neuen Bürgermeisters sei für Mai vorgesehen.

Ein weiterer Karrieresprung für Breiter

Für Stefan Breiter ist der Schritt nach Freiburg ein weiterer Karrieresprung in einem von Anfang an ziemlich unwahrscheinlichen Lebenslauf. Geboren in Freiburg wuchs er als Kind einer alleinerziehenden Mutter auf. Mit dem Hauptschulabschluss ging er zur Post und wurde Briefträger und Paketzusteller. Dass er mit diesen Ausgangsvorsausetzungen trotzdem so eine Karriere hingelegt hat, sieht Breiter selbst im Sport begründet: Als Eishockeyschiedsrichter brachte er es bis zum Hauptschiedsrichter in der höchsten deutschen Spielklasse und leitete Europacup- und Länderspiele. Mit dem Erfolg im Sport und durch Förderer und Vorbilder stieg sein Selbstbewusstsein und keimte der Wunsch, mehr aus seinem Leben herauszuholen.

Er holte den Realschulabschluss an der Abendschule nach, kündigte bei der Post und begann eine Ausbildung beim Landratsamt für den mittleren Dienst – brach sie aber ab, um gleich die Fachhochschulreife nachzuholen und den Ausbildungsweg zum höheren Dienst einzuschlagen. Er landete im Finanzamt Schwäbisch Gmünd, blieb aber auch dort nicht lange. Mit 34 Jahren ging er ins Staatsministerium nach Stuttgart. Er diente als persönlicher Referent der Ministerpräsidenten Günther Oettinger und Stefan Mappus – nach dessen unrühmlicher Abwahl 2011 seine Karriere zum ersten Mal einen Knick bekam. Auch weil er mit der Familie in Winnenden wohnte und nicht weg aus dem Rems-Murr-Kreis wollte, ergriff er die Chance und bewarb sich in Remshalden, wo er im Februar 2013 mit mehr als 80 Prozent der Stimmen die Wahl gewann.