Schorndorf

SWR-Moderator Michael Antwerpes dreht für seine Rateshow „Sag die Wahrheit“ ein Sommer-Special unter anderem in Schorndorf, Korb und Strümpfelbach

SWR-Dreh
Auch beim Fernseh-Dreh in Corona-Zeiten den Abstand wahren: Moderator Michael Antwerpes mit seinem Team vor der Schorndorfer Marktplatz-Kulisse. Weitere Einstellungen für das Sommer-Special der SWR-Ratesendung „Sag die Wahrheit“ wurden unter anderem noch in Korb, Kernen-Stetten, Strümpfelbach und Schwäbisch Gmünd aufgenommen. © Büttner

Kurz vor 13.30 Uhr – ein Blick gen Himmel und auf den Marktplatz vor dem Schorndorfer Rathaus, Lagebesprechung. Kameraeinstellungen und Perspektiven werden festgelegt. Unter den neugierigen Blicken derer, die im Straßencafé sitzen, bereiten SWR-Redakteurin Sabine Hipp, Moderator Michael Antwerpes und das Kamera- und Ton-Team Tim Hägele und Michael Hofer an jenem Tag ihren Dreh in Schorndorf vor. Das Wetter spielt allerdings nicht ganz so mit, wie vorhergesagt, schließlich möchte der Moderator seine Sendung mit den Worten „Sommer, Sonne, Sag die Wahrheit“ einleiten – und wenn da die Sonne fehlt, ist der Text natürlich unpassend. Aber wie das so ist – „die vom Fernsehen haben ja immer Ideen“. Einige Einstellungen werden dennoch in der Innenstadt eingefangen.

Der Blick in die Heimat

Warum Michael Antwerpes für seine SWR-Rateshow in Schorndorf dreht, ist schnell beantwortet. Ein Blick in die Heimat soll es werden – Antwerpes wohnt nicht nur in Schorndorf, er kennt das Remstal gut, fühlt sich in einigen Ecken besonders wohl und möchte seinem Fernsehpublikum beliebte Ausflugsziele in dieser Region vorstellen. „All das soll sich wie ein roter Faden durch die Zusammenschnitte von Best-of-Folgen von ‘Sag die Wahrheit’ ziehen“, erklärt der 57-Jährige. In 17 Jahren Sendezeit sind viele Geschichten zusammengekommen – kuriose, lustige, ja und diese, die kaum zu glauben sind. Antwerpes moderiert die Show von Beginn an.

Ab 13. Juli im SWR-Fernsehen

Für das Sommer-Special, das in acht Folgen ab 13. Juli im SWR-Fernsehen jeweils montags ab 22 Uhr zu sehen sein wird, hat Antwerpes mit seiner verantwortlichen Redaktion viele Sendungs-Highlights zusammengetragen. „Es ist ein buntes Potpourri, das thematisch zu den Orten passt, an denen Michael die Anmoderationen macht“, erläutert Redakteurin Sabine Hipp das Konzept. „Wir haben uns ein bisschen an der Remstal-Gartenschau orientiert“, sagt der in Dülken (Viersen) geborene Showmaster, der sich auch in der Welt des Sports bestens auskennt. Er berichtet regelmäßig von den Weltcup-Wettbewerben im Biathlon und von der Tour de France für die Sportschau im Ersten. Außerdem präsentiert er unter anderem die Sendung „SWR Sport in Baden-Württemberg“, und war von 1998 bis 2012 SWR-Sportchef.

Dass der Pasta- und Rotweinfan aber auch privat gerne unterwegs ist, lässt der Vater von fünf Kindern an seinen ausgesuchten Drehorten durchblicken. Für seine Anmoderationen hat man Aufnahmen bei der Ruine YBurg in Kernen- Stetten und am Aussichtsturm bei Korb gemacht, hat den Blick über Plüderhausen schweifen lassen, den Lindenturm in Schwäbisch Gmünd besucht, Aufnahmen in Böbingen im Park am alten Bahndamm und in Strümpfelbach gemacht. Schorndorf darf in der Sendung eine ganz besondere Rolle einnehmen: Die erste Sendung wird Eindrücke aus der Innenstadt zeigen, die letzte, also die achte Folge, Eindrücke vom Grafenberg: „Somit schließt sich dann der Kreis – und das Sommer-Special“, sagt Sabine Hipp. Vier Kurzmoderationen sind an diesem Tag in Schorndorf geplant.

In Corona-Zeiten ohne Maskenbilderin

Nicht nur der Marktplatz wird in den Fokus oder besser gesagt, ins Kameralicht gerückt. Auch die Höllgasse bekommt eine Sendeeinheit. Beim Dreh wird der Abstand gewahrt: „In Corona-Zeiten nicht immer ganz einfach, aber machbar“, sagt Kameramann Tim. „Eine Maskenbildnerin haben wir auch nicht dabei“, ergänzt Antwerpes. Er hat eine kleine Puderdose dabei und legt selbst auf – „nur ein bisschen. Für diese kurzen Einstellungen braucht man nicht viel“, lacht der Moderator.

Vor dem Daimler-Geburtshaus in der Höllgasse lockert der Rateshow-Chef kurz den Kiefer: „Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber“, und Tim sucht die bestmögliche Kameraposition bei der Stellprobe. Kurz wirft Sabine Hipp ein, dass es lockerer wirken würde, wenn der Knopf des Sakkos offen bliebe: „Aber mach so, wie du dich wohlfühlst.“ Schnell wird Antwerpes noch verkabelt, damit es mit dem Ton klappt. Und los geht’s: „1834 wurde Gottlieb Daimler hier geboren, heute ist es ein Museum. So weit, so gut. Aber wussten Sie, dass auch ein Berg nach ihm benannt wurde? Der Mount Daimler in der Antarktis.“ Neugierde soll geweckt und damit in den Einspieler einer Best-of-Sendung von „Sag die Wahrheit“ übergeleitet werden. Die Rate-Geschichten sind häufig ungewöhnlich, skurril, ulkig, abgedreht oder faszinierend bis kaum zu glauben: „Beispielsweise geht es um einen Mann, der vom Blitz getroffen wurde und überlebte, um einen blinden Hausbauer, um spannende und erotische Berufe oder um Geschichten, die sich auf der ganzen Welt abspielen und auch die Söhne von Michael spielen in einer der Folgen eine witzige Rolle“, lässt Sabine Hipp einen kleinen Einblick in die Zusammenschnitte zu, ohne zu viel zu verraten.

Passanten blicken auf die Szene vor dem Daimler-Geburtshaus. „Das ist aber kein Schauspieler, den kenne ich nicht“, flüstert eine ältere Dame ihrer Tochter zu. Ein Mann zückt das Handy und sagt zu seiner Frau überzeugt: „Das ist der Sportmoderator. Aber mir fällt der Name gerade nicht ein.“ Keine Frage, die Dreharbeiten sind ein Hingucker, auch wenn das Team klein ist. „Das ist der Antwerpes aus dem SWR“, zeigt dann eine junge Frau von weitem auf den Moderator. All das bringt Michael Antwerpes nicht aus der Konzentration. „Bist du zufrieden mit der Bewegung“, fragt er den Kameramann. Tim nickt. „Wir drehen aber noch eine.“ Und wieder spricht Antwerpes seinen Text. Dann wird die Sequenz in der Kamera von allen überprüft: „Super. Sehr gut.“ Alle sind zufrieden.

Eine weitere Aufnahme soll ebenfalls in der Höllgasse als Schlusssequenz eingefangen werden. Was dazu noch fehlt, ist ein Eis. Sabine Hipp springt in die Eisdiele, während Michael Antwerpes noch eine der großen Mülltonnen beiseiteschiebt. So was macht sich schließlich im Bild nicht gut. „Du läufst jetzt mit dem Eis auf mich zu und dann aus dem Bild raus“, weist der Kameramann an. Antwerpes weiß, was zu tun ist. Doch Tim runzelt die Stirn: „An sich gut, aber du bist mir drei Worte zu früh aus dem Bild gelaufen.“ Also noch mal. Das Eis muss noch mitspielen. Der Text sitzt und soll quasi an eine der „Sag die Wahrheit“-Sendungen anknüpfen: „Ist ja unglaublich diese Geschichte oder? Einen solchen Zwilling habe ich jetzt hier auch - ein Eis, zwei Kugeln. Und bevor das jetzt schmilzt, sage ich Tschüss bis nächste Woche.“ Der zweite Dreh ist deutlich besser. Die Einstellung ist im Kasten und auch hier wird ein Blick auf den kurzen Film geworfen. „Super. Passt.“

Kurz vor 13.30 Uhr – ein Blick gen Himmel und auf den Marktplatz vor dem Schorndorfer Rathaus, Lagebesprechung. Kameraeinstellungen und Perspektiven werden festgelegt. Unter den neugierigen Blicken derer, die im Straßencafé sitzen, bereiten SWR-Redakteurin Sabine Hipp, Moderator Michael Antwerpes und das Kamera- und Ton-Team Tim Hägele und Michael Hofer an jenem Tag ihren Dreh in Schorndorf vor. Das Wetter spielt allerdings nicht ganz so mit, wie vorhergesagt, schließlich möchte der

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