Schorndorf

Tafel Schorndorf eröffnet Kleiderladen für Bedürftige

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Ingrid Scholz, Helmut Topfstedt und Renate Frank in dem neuen Laden „Querbeet“, wo die letzten Vorbereitungen für die Eröffnung getroffen werden. © ZVW/Gaby Schneider

Schorndorf. Mit Einkaufsberechtigungskarte können Bedürftige in Zukunft neben der Tafel auch im „Querbeet“ einkaufen. Dort gibt es für kleines Geld Kleidung, Bücher und Spielsachen. Der neue Laden soll aber auch ein Ort der Begegnung sein. Seit 2011 leiten Renate Frank und Helmut Topfstedt die Tafel.

Der neue Laden in der Wilhelmstraße in der Nähe des Tafelladens wirkt freundlich, hell und modern – eben wie ein normales Bekleidungsgeschäft. Lediglich die Preise auf den Hosen, Kuscheltieren und Büchern weisen darauf hin: Das ist kein kommerzielles Unternehmen. Bei „Querbeet“ bekommen Bedürftige für äußerst niedrige Preise Spielsachen, Kleidung und Bücher. Möglich machen das die vielen Ehrenamtlichen und die großzügigen Spender, erklären Renate Frank und Helmut Topfstedt, die seit 2011 gemeinsam die Tafel leiten.

Großer Andrang beim Tafellladen

In der Mitte des Raumes haben die Ehrenamtlichen mit viel Mühe einen Tisch dekoriert und mit feinem Geschirr gedeckt. Die Kabinen zum Umziehen, der Tresen und die Küche sind ganz neu eingebaut worden. „Wir hoffen, das Angebot wird angenommen“, sagt die 74-Jährige Renate Frank. Beim Tafelladen sei der Andrang immer äußerst groß, erzählt sie. „Um 11 Uhr stehen schon Leute vor dem Laden, auch wenn er erst um 13 Uhr öffnet.“ Eigentlich wäre es besser, wenn es die Tafel nicht bräuchte, doch so lange es Armut gebe, würden sie hier versuchen, sie zu lindern, erklären Frank und Topfstedt. Die Öffnungszeiten sind parallel zu denen der Tafel. Montags, mittwochs und freitags hat der Laden geöffnet.

Unterstützung auch von einzelnen Unternehmen

Der Raum wurde dem Tafel-Team als Lager angeboten, doch was Frank vor allem suchte, war ein geeignetes zusätzliches Geschäft für Kleidung und andere Dinge. Bisher wurden ein paar wenige Kleidungsstücke auch im Tafelladen angeboten, doch dort war nicht genug Platz für die vielen gespendeten Sachen. Außerdem sollten die beiden Bereiche voneinander getrennt sein. So entschied man sich schließlich im Herbst vergangenen Jahres dazu, den zusätzlichen Laden zu eröffnen, sagt Renate Frank. Sie betont immer wieder die große Unterstützung von vielen Seiten, etwa auch von einzelnen Unternehmen. Besonders froh ist sie darüber, dass auch die Nachbarn viel Verständnis für das Team haben.

Zum Tafel-Team gehören bereits über 50 Personen

Ehrenamtlich hat Ingrid Scholz die Organisation des Ladens übernommen. Bis vor einigen Jahren führte sie in Weiler das Kleidungsgeschäft Scholz-Moden; inzwischen ist sie im Ruhestand. Über ihren Mann, der für die Tafel Lebensmittel abholt und Kisten schleppt, kam der Kontakt zu Frank und Topfstedt zustande. „Ich will der Gesellschaft etwas zurückgeben“, sagt die ehemalige Unternehmerin Ingrid Scholz. Neben ihr arbeiten fünf andere Helferinnen und Helfer ehrenamtlich in dem Laden. Insgesamt gehören zum Tafel-Team bereits über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neben Ehrenamtlichen sind dort beispielsweise auch Menschen tätig, die vom Jobcenter vermittelt wurden oder die Sozialstunden ableisten müssen.

Die Kleidung kostet zwischen zehn Cent und zehn Euro

Die Kleider, die bei „Querbeet“ angeboten werden, sind größtenteils gebraucht, aber auch ein paar ganz neue Sachen sind dabei, sagt Renate Frank. Je nach Zustand kosten die Sachen hier zwischen zehn Cent und zehn Euro, je nachdem, worum es sich handelt.

Doch auch bei anderen Anbietern, wie etwa dem Roten Kreuz und Strandgut, gibt es kostengünstige Kleidung. Renate Frank betrachtet diese Alternativen nicht als Konkurrenz. „Ich hoffe auf ein gemeinsames Miteinander“, sagt sie. So wünscht sie sich beispielsweise, dass man auch mal Kleider austauscht, etwa wenn einer der Anbieter zu viel oder ein anderer zu wenig hat. Im Unterschied zu den anderen Institutionen sei „Querbeet“ jedoch die einzige Einrichtung, die nichtöffentlich sei und wo ausschließlich Menschen mit Berechtigungsschein einkaufen können.

Seitlich im Laden steht auch ein Tisch mit Stühlen, außerdem gibt es eine Spielecke für Kinder. Die Organisatoren hoffen, dass „Querbeet“ auch ein Begegnungsort für Bedürftige werden wird.


Spenden

Derzeit hat das Tafel-Team genügend Kleidung auf Lager. Grundsätzlich sei man aber an Sachspenden wie Kleidung interessiert. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, wie groß der Andrang vor Ort ist. Wer spenden möchte, kann sich an mail@tafel-schorndorf.de oder ) 0 71 81/ 41 04 10 wenden.

Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch und Freitag von 13 bis 17 Uhr.