Schorndorf

Tim Mälzers Kitchen Impossible bei Schorndorferin Kim Quach gedreht

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Kim Quach führt bereits seit 25 Jahren den Asia-Laden in Schorndorf. Am Sonntagabend ist sie bei Tim Mälzers Kitchen Impossible zu sehen. © ZVW/Alexandra Palmizi

Sie ist keine Sterneköchin und fremde Menschen hat sie nie bekocht. Dafür hat sie ihre Familie mit ihrer südvietnamesischen Hausmannskost glücklich gemacht. Nun bringt Kim Quach (61), Betreiberin eines asiatischen Lebensmittelgeschäfts in Schorndorf, damit den Starkoch Sven Elverfeld ins Schwitzen. In der Vox-Sendung „Kitchen Impossible“ muss er die von Kim Quach gekochte Reissuppe mit Maishuhn (Cháo Gà) und ihre gedämpften Reisröllchen (Bánh cuon hap) kosten, die Zutaten erschmecken und die Gerichte möglichst originalgetreu nachkochen. Wird es der Drei-Sterne-Koch schaffen, die Röllchen aus Kartoffel-, Reis- und Tapiokamehl, aus Schweinhals und Morcheln und vielen anderen exotischen Zutaten, auf den Tisch zu bringen und die Jury zufriedenzustellen?

Mit der Kamera in den Weinbergen, der Innenstadt - und in Kim Quachs Küche

Die Sendung mit Fernsehkoch Tim Mälzer ist Kult. Eine schwarze Box wartet irgendwo auf der Welt. In dieser ist ein unbekanntes Gericht versteckt, das es möglichst exakt nachzukochen gilt. Die Spitzenköche reisen an Orte, die sie für den jeweils anderen ausgesucht haben. Sie dürfen das Leibgericht der Jury probieren und müssen es anschließend selbst zubereiten – ohne Zutatenliste, ohne Rezept. Derjenige Koch, der das Original und die Geschmacksnerven der Testesser am besten trifft, gewinnt bei „Kitchen Impossible“. In der neuen Staffel treten Tim Mälzer und seine Herausforderer als Zeichen der Solidarität in der Corona-Krise und zum Schutz der eigenen Gesundheit ausschließlich in Deutschland und Österreich an. So weit das Konzept, das nun mit Kim Quach in Schorndorf umgesetzt wurde und am kommenden Sonntag, 14. März, um 20.15 Uhr auf Vox zu sehen ist. Gedreht wurde in den Weinbergen, in der Innenstadt, im und vor dem Asia-Lädle in der Kirchgasse – und in der Küche zu Hause bei Kim Quach. Die lacht ein herzliches und freundliches Lachen, wenn sie von diesem Abenteuer erzählt.

Die 61-Jährige kocht nach Gefühl

Angefangen hat es eigentlich bei ihrer Tochter Lisanne, die eine Bekannte in Mälzers Produktionsfirma hat. „Ich habe meiner Mutter vorgeschlagen, mitzumachen“, erzählt sie. Ein paar Gerichte aus der traditionellen Küche ihrer Mutter hatte sie sofort im Kopf – doch die war zunächst wenig begeistert von der Idee. „Ich habe gesagt, nein, das geht nicht. Ich arbeite doch nicht in einem Restaurant“, erzählt Kim Quach. Dazu kam: Die 61-Jährige, die bei ihrer eigenen Mutter und ihrer Schwester kochen gelernt hat, kocht nicht nach Rezept. Die Zubereitung der Gerichte hat sie im Kopf, die meisten Zutaten in der eigenen Küche, und diese Zutaten und Gewürze benutzt sie reichlich und nach Gefühl. Die Rezepte aufzuschreiben, wie es bei Kitchen Impossible vorgesehen ist, war also nicht ihr Ding. „Mama tut was rein und man weiß nicht genau was“, beschreibt Tochter Lisanne die Vorgehensweise ihrer Mutter. Mehrmals kochte Kim die Gerichte, bis sie vollkommen zufrieden war. „Für sie war es eine Herausforderung, genau aufzuschreiben, was da rein muss.“ 

Noch deutlich größer muss die Herausforderung für den Spitzenkoch Sven Elverfeld gewesen sein. Dessen Restaurant Aqua im The Ritz-Carlton Wolfsburg rangiert weltweit unter den besten Restaurants, der Drei-Sterne-Koch gehört zu den besten Köchen in Deutschland. Der Mann bringt also alle Voraussetzungen für die Challenge mit. Doch die vietnamesische Küche kennt viele unterschiedliche Gewürze, die Küche vereint oft die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen: süß, scharf und gleichzeitig sauer. Es galt also nicht nur, die richtige Teigmischung für die Reisröllchen zu finden, sondern auch die richtigen Gewürze rauszuschmecken und die Zubereitung im Dampftopf zu schaffen. Gerichte wie die Reissuppe mit Maishuhn Cháo Gà und die Reisröllchen Bánh cuon hap werden eigentlich nur von Vietnamesen gekocht, auch an Asia-Imbissständen sind sie nicht zu haben. Für Kim und ihre Familie indes bedeuten sie ein Stück Kultur, aber auch Heimat, da sie beides oft zu Hause an einem großen Familientisch essen. Genau das waren auch die Gründe, weshalb Kim Quach die Gerichte ausgewählt hat. In Vietnam werden Suppe und Röllchen übrigens morgens vor der Arbeit gegessen. Der Grund: Sie machen satt und tragen einen durch den Tag. Wer die Gerichte nachkochen will, findet die Rezpete auf der Homepage des Asia-Ladens unter asialaedle.de

Der Duft von Jasminreis ist der Duft der Heimat

Die Familie spielt eine große Rolle im Leben von Kim Quach. 1979 war sie zusammen mit ihren Eltern und sieben Geschwistern aus Vietnam geflohen, weil sie sich dort nicht mehr sicher gefühlt hatten. Mit einem Schiff flüchteten sie mit rund 300 anderen Vietnamesen über das Meer. Eine Woche dümpelte das Schiff vor der Küste, weil sie kein Land aufnehmen wollte. Danach wurden sie von einem deutschen Hilfsschiff auf eine Insel nach Indonesien gebracht. Von dort aus kam sie nach Schorndorf. Aber es war in Paris, wo sie auf die Idee kam, einen Laden zu eröffnen. In der Stadt an der Seine hatte sie ihre Schwiegereltern besucht und dort einen gut sortierten Supermarkt entdeckt, mit vielen Lebensmitteln und Gewürzen, die es in Schorndorf damals nicht zu kaufen gab. Das war vor 25 Jahren. Ihre drei Kinder sind alle in Deutschland geboren, die Ladenzeiten machten es möglich, Geld zu verdienen, trotzdem für die Kinder da zu sein und mittags für sie zu kochen. Kein Wunder, dass ihre längst erwachsene Tochter Lisanne, die heute in Hamburg lebt, bei ihrer Mutter immer nur Vietnamesisch essen möchte: „Der Duft von Jasminreis, sauer, scharf, würzig – das ist der Duft der Heimat.“

Sie ist keine Sterneköchin und fremde Menschen hat sie nie bekocht. Dafür hat sie ihre Familie mit ihrer südvietnamesischen Hausmannskost glücklich gemacht. Nun bringt Kim Quach (61), Betreiberin eines asiatischen Lebensmittelgeschäfts in Schorndorf, damit den Starkoch Sven Elverfeld ins Schwitzen. In der Vox-Sendung „Kitchen Impossible“ muss er die von Kim Quach gekochte Reissuppe mit Maishuhn (Cháo Gà) und ihre gedämpften Reisröllchen (Bánh cuon hap) kosten, die Zutaten erschmecken und die

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